12 ehrliche Bilder zeigen, wie Frauen mit Brustkrebs leben

Fotografiert von Melody Melamed.
Für Allie Vreeland gibt es keinen „normalen“ Tag. Manchmal geht sie arbeiten, manchmal bleibt sie zu Hause und schaut den ganzen Tag lang Fernsehen. Sie entscheidet alleine, wann sie aufsteht, und richtet sich nur nach sich selbst – und nach ihrem Behandlungsplan.

„Jeder Tag ist im Prinzip ein neues Abenteuer“, erzählt Vreeland und lacht. Man könnte meinen, Vreeland lebt das Traumleben einer jeden 29-Jährigen. Wenn da nicht diese Behandlungen wären, die immer wieder neu angepasst werden müssten.

Vor zwei Jahren erhielt Vreeland die Nachricht, die niemand hören möchte: Diagnose Brustkrebs. Nach einer Brustamputation, einem Jahr Chemotherapie, Bestrahlung und einer Brustrekonstruktion wurden Lebermetastasen festgestellt. Somit gehört sie zu den 30 Prozent der Frauen, bei denen der Brustkrebs trotz frühzeitiger Diagnose Metastasen bildet. Diese Art von Krebs wird als „Stadium IV“, also als fortgeschrittener Krebs eingestuft.

Heute lebt Vreeland, wie schätzungsweise 150.000 weitere Frauen in den USA, mit der Unberechenbarkeit ihrer Krankheit. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen mit Metastasen bildendem Brustkrebs beträgt 3 Jahre. Das bedeutet, dass die Hälfte der Erkrankten innerhalb dieser kurzen Zeit dem Krebs erliegen. Obwohl einige Menschen – durch unterschiedliche Faktoren bedingt, wie etwa genetische Dispositionen oder die Kapazitäten des eigenen Körpers mit den starken Behandlungen fertigzuwerden – weitaus länger leben, gibt es noch immer keine Heilungsmethode, keine Aussicht auf ein Ende der für den Organismus brutalen Therapiemöglichkeiten.

Somit ist Brustkrebs im Stadium IV in der Regel verantwortlich für sämtliche mit der Erkrankung verbundenen Tode. Trotzdem, und trotz der ständigen Kampagnen und der endlosen Vermarktung rosafarbener Schleifen, gestehen allein in Amerika 61 Prozent der Bevölkerung zu, nichts Genaueres darüber zu wissen.

Um das zu ändern, wollen wir uns den täglichen Erfahrungen dieser Frauen nähern und ihre Geschichten anhören: Wie fühlt es sich an, mit einer potenziell tödlichen Krankheit zu leben? Wie fühlt es sich an, wenn so wenige Menschen verstehen, was man durchmacht?

In den folgenden Bildern zeigen wir drei tapfere Frauen. Jede von ihnen ist an Brustkrebs erkrankt. Wir haben sie nach den Symptomen und den Nebenwirkungen der Behandlungen gefragt, aber auch nach ihrem Alltag, nach ihren Hoffnungen und Wünschen für die Zukunft und danach, wie sie sich selbst pflegen und kümmern. Drei junge Frauen mit metastasierendem Brustkrebs erzählen in eigenen Worten aus ihrem Leben – und wir sollten uns die Zeit nehmen, ihnen näher zuzuhören.