Berlin: LKW rast in Menschenmenge auf Weihnachtsmarkt

Foto: Getty
Ein LKW ist am Montagabend in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg gerast. Die Polizei berichtet von 12 Toten und mindestens 48 Verletzten.

Der Beifahrer des LKW ist vor Ort verstorben. Eine weitere Person wurde nach Angaben der Polizei in der Nähe des Breitscheidplatzes festgenommen.

Die Hintergründe sind aktuell unklar.

Spiegel Online
berichtet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Lage in Kontakt mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller sowie dem Innenminister Thomas de Maizière steht.
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„Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann“, so Regierungssprecher Steffen Seibert bei Twitter.

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich via Twitter: „Mein tief empfundenes Mitgefühl ist mit Familien und Angehörigen der Opfer.“

Mittlerweile haben die deutschen Sicherheitsbehörden den festgenommenen Verdächtigen als mutmaßlichen Flüchtling identifiziert. Wie die Welt berichtet, ist er Pakistani und 23 Jahre alt.

Navid B. ist angeblich am 01.01.1993 im pakistanischen Turbat geboren. Am 11. Februar dieses Jahres soll er über den Grenzübergang im bayerischen Passau eingereist sein. Seit dem 2. Juni 2016 besitzt er eine Aufenthaltsgenehmigung. Der Mann soll in einer Berliner Flüchtlingsunterkunft gelebt haben. Der Polizei soll er zuvor bereits als Kleinkrimineller bekannt gewesen sein.

Berichten der Welt zufolge, geht die Polizei mittlerweile allerdings davon aus, dass es sich bei dem festgenommenen Terrorverdächtigen nicht um den Todesfahrer vom Weihnachtsmarkt handelt. Die Angaben des mutmaßlichen Täters seien überprüft und als korrekt erachtet worden. Der "wahre Täter" sei noch "bewaffnet auf freiem Fuß und kann neuen Schaden anrichten", zitiert die Welt einen ranghohen Sicherheitsbeamten. Die Bereitschaftspolizei der Hauptstadt und die Spezialkräfte seien informiert.

Über den Beifahrer ist indes bekannt, dass er scheinbar der Cousin des polnischen Speditionsbesitzer Ariel Zurawski war. Der Mann war nach dem Anschlag tot auf dem Beifahrersitz gefunden worden. Nach Angaben des Brandenburger Innenministeriums wurde er vermutlich erschossen. Nach Aussagen des Spediteurs habe er seit 16.00 Uhr am Montag keinen Kontakt mehr zu dem Fahrer aufnehmen können. Er gehe davon aus, dass das Fahrzeug gestohlen worden sei. Der Pole sei Opfer und nicht Täter, teilte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) nach einer Telefonkonferenz der Innenminister der Länder mit.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen mittlerweile übernommen. Im Zuge dessen wurde heute früh ein Hangar des stillgelegten Flughafens Tempelhof vom SEK gestürmt. Dort befindet sich Berlins größte Flüchtlingsunterkunft. Auch Navid. B. soll hier gelebt haben. Vier junge Männer seien befragt worden. Festnahmen gab es keine, so der Sprecher des Landesamtes für Flüchlingsangelegenheiten Sascha Pagenbach.

Indes hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell zu Wort gemeldet und den mutmaßlichen Terroranschlag als „grausame und letztlich unbegreifliche Tat“ verurteilt.„Ich bin entsetzt, erschüttert und tief traurig“, sagte Merkel bei einem Statement im Bundeskanzleramt. Dies sei ein schwerer Tag. Die Tat werde bestraft werden, „so hart es unsere Gesetze verlangen". "Ich weiß, dass es für uns alle besonders schwer zu ertragen wäre, wenn sich bestätigen würde, dass ein Mensch diese Tat begangen hat, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat", fügte sie hinzu.

Auch Innenminister Thomas de Maizière hat sich öffentlich geäußert und bestätigt, dass es „keinen Zweifel an einem Anschlag” gäbe. Außerdem ergänzte er: „So schwer das in Anbetracht der Ereignisse gestern fällt, ist mir doch eines ungeheuer wichtig. Wir dürfen uns unseren freien, eigenverantwortlichen Lebensstil nicht zerstören lassen." Und: „Weichen wir zurück, haben die Feinde der Freiheit schon gewonnen.“

Facebook hat den Safety Check für Berlin aktiviert. Auskünfte über Angehörige werden unter der Telefonnummer +49 (0)30 54023111 erteilt.
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