Was die Wahl der Tasse mit deinem Kaffeegeschmack zutun hat

Foto: Alexandra Gavillet.
Baristas wissen ganz genau, was sie tun, wenn sie einen klassischen Cappuccino in drei Größen anbieten, von denen die größte Größe so groß ist wie dein Kopf. Eine neue Studie hat erwiesen, dass die Größe einer Kaffeetasse, gemessen in Höhe und Durchmesser, den Geschmack, das Aroma, die Temperatur und die Kosten des schwarzen Golds hat – und ultimativ bestimmt wie der Kaffee schmeckt.

Die Studie erscheint in der Märzausgabe des Food Quality and Preference Magazins und umfasst Daten aus China, Kolumbien und dem Vereinigten Königreich. Die Teilnehmer wurden gebeten, Fotos von Tassen anhand ihrer Assoziationen zu sortieren. Je nach Größe und Wanddicke sollten die Tassen der eigenen Einschätzung von Aroma, Bitterkeit, Koffeingehalt, Temperatur, Intensität, Geschmack und Süße des darin enthaltenen Kaffees entsprechend sortiert werden. Außerdem wurden die Teilnehmer dazu befragt, wie viel sie für die jeweilige Tasse Kaffee bereit wären auszugeben.

Flächendeckend wurden in allen drei Ländern kleinere und engere Tassen mit mehr Bitterkeit, kräftigerem Aroma und intensiverem Geschmack verbunden. Die Teilnehmenden erwarteten bei breiteren, größeren Tassen hingegen, dass der Kaffee darin süßer und leichter schmecke. Viele der Teilnehmenden in Kolumbien und dem UK gaben außerdem an, bereitwillig mehr für die größeren Tassen zu zahlen, chinesische Partizipanten jedoch gaben an, dass sie für alle möglichen Tassen nur eine gleichbleibende Summe bezahlen würden.

Was das bedeutet?

„Wenn Kaffeebesitzer, Baristas und Geschirrhersteller die Erwartungen ihrer Gäste an den Kaffee nutzen möchten, sollten sie sich sehr bewusst darüber sein, welche Tassen zum Ausschenken benutzt oder hergestellt werden. Offensichtlich kann man mit der richtigen Wahl von Durchmesser, Höhe und Wanddicke einer Tasse schon auf die Erwartungen des Kunden bezüglich Aroma, Bitterkeit, Süße und Intensität eingehen“, stellt die Studie abschließend fest. Forscher empfahlen weiterhin, den Erwartungen des Kunden möglichst nahezukommen, um die eigene Profitabilität zu steigern.

Das Gleiche kann man sich aber auch vornehmen, wenn mal wieder Freunde geladen sind: die großen Tassen für diejenigen, die's leicht und lieblich mögen, kleinere Gefäße für die, die ihren Kaffee stärker und eher schwarz pur trinken.

Interessant wäre es allerdings zu sehen, wie sich ein Kurs im Namenschreiben auf die Umsätze auswirkt – wer sich angesprochen gefühlt, weiß Bescheid.
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