„Warum es an der Zeit ist, dass ein Transgender-Model bei GNTM gewinnt"

Foto: @giuliana.topmodel.2017 ; Joseph Ohlert.
Team Diversity nennt sich die Modelgruppe rund um Michael Michalsky bei „Germany's Next Topmodel" – und tatsächlich wurden bei der Auswahl des Teams fast alle unsere Wünsche erhört, zumindest was die Vielfalt angeht. Anh ist Asiatin, Leticia hat afrikansiche Wurzeln und Giuliana ist Transgender. Letztere ist vor der Top Ten ausgeschieden, erfreut sich aber einer ungeheureren Unterstützung, allein bei Instagram hat sie 94.600 Abonnenten. In den Kommentaren bekunden ihre super viele junge Menschen Respekt. Sprechen ihr Mut zu. Und wünschen sich, dass die junge Frau mit der herausragenden Geschichte am Ende die Show gewinnt.
Genau wie Pari Roehi. Sie war 2015 das erste Transgender-Model in der Geschichte von „Germany's Next Topmodel" und ist großer Fan von Giuliana Farfalla aus Herbolzheim: „Für mich hat sie schon gewonnen. Sie ist ein Megastar, eine ganz tolle Frau", sagt sie zu R29. „Gewinnen bedeutet nicht, dass man den ersten Platz macht. Sie setzt auf jeden Fall ein Zeichen. Sie zeigt vor allem jungen Mädchen, dass es okay ist, anders zu sein oder auszusehen."
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Tatsächlich wäre ein Sieg ein schönes Statement für Toleranz in Deutschland gewesen. Die Niederlande hat es 2015 vorgemacht, da hat Transgender-Model Loiza Lamers den Siegertitel bei „Holland's Next Top Model" geholt.
„Wenn ich mir die Social-Media-Kommentare bei Giuliana anschaue, dann weiß ich, dass sie schon jetzt viel erreicht hat. Es gibt keinen Hass, sondern die Menschen lieben sie, weil sie bei ihr sehen, dass man alles erreichen kann. Sie hat bereits jetzt viele Türen und Augen geöffnet", sagt Pari Roehi.
Gerade erst hat Pari ihr Buch „Mein bunter Schatten: Lebensweg einer Transgender-Frau" herausgebracht, um für Akzeptanz gegenüber Transmenschen in der Gesellschaft zu kämpfen. Damit die Thematik normal wird, findet sie es wichtig, dass wir darüber reden und dass es eben die richtigen Vorbilder gibt: „Ich werde jeden Tag mit Vorurteilen konfrontiert. Eine Transfrau wird in den Medien häufig als Witzfigur hingestellt und nicht als starke Frau, die gleichen Sachen macht, wie jede andere Frau auch. Wir werden oft in eine bestimmte Ecke gestellt. Unter uns sind natürlich ebenso sehr kluge und intelligente Frauen, sehr passionierte Frauen...", so die Iranerin. Und genau deshalb hat sie Giuliana so fest die Daumen gedrückt.
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