„Ich hatte Sex mit dem Freund meiner Freundin - und sie weiß von nichts!“

Illustration: Anna Sudit.
Fremdgehen ist der wohl schlimmste Vertrauensmissbrauch in einer Partnerschaft. Laut einer Studie der Universität Göttingen haben 49 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen ihre Partner schon einmal betrogen. Und was macht man als Frau, wenn einem das Herz gebrochen wurde? Klar: Man sucht Trost - und zwar bei seinen Freundinnen. Dumm nur, wenn genau diese für den Seitensprung mitverantwortlich sind...
Svenja (33) und Alena (37) kennen sich seit drei Jahren, sind gut befreundet. Zumindest wirkt es so. Was kaum einer weiß: Svenja hatte einen Seitensprung - und zwar ausgerechnet mit Robert (36), dem Mann ihrer Freundin.
Kennengelernt hat sich das Dreier-Gespann bei einer Party vor vier Jahren. Zwischen Robert und Svenja flogen die Funken. Er flirtetet heftigst, suchte immer wieder Augenkontakt. „Ich hab mir gedacht: Wow, das ist ja mal ein toller Mann“, erinnert sich die 33-Jährige. Und dann tauchte plötzlich Alena auf und hauchte Robert einen Kuss auf die Lippen. „Ich war total irritiert, dachte mir nur: Wie kann das sein, dass der offensiv flirtet und dann doch eine Frau hat?“
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Der Abend verging und Svenja hatte Robert schon fast vergessen, als sie ihn einige Monate später gemeinsam mit seiner Freundin Alena bei einem Straßenfest wieder traf. „Die beiden kamen auf mich zu, begrüßten mich mit Küsschen“, erzählt die Berlinerin. Man sprach miteinander, tauschte Nummern. Alles ganz harmlos. Wäre da nicht dieses Knistern zwischen Svenja und Robert gewesen.
Doch nicht er meldete sich bei Svenja, sondern seine Freundin Alena. Die beiden trafen sich zum Frühstück, gingen gemeinsam auf den Flohmarkt. Der Beginn einer Freundschaft. Sogar zu dritt trafen sie sich ab und an. Für Svenja ein besonders komisches Gefühl. Denn auch Robert hatte sich mittlerweile bei ihr gemeldet. „Wir schrieben WhatsApp-Nachrichten, telefonierten ab und zu – nichts Verwerfliches. Zumindest am Anfang.“
Irgendwann wurden die Nachrichten intensiver, die Absichten eindeutiger. „Wir schrieben uns täglich stundenlang während er auf Arbeit war. Er erzählte mir, was er mit mir anstellen wollte. Ich ging darauf ein. Es kribbelte einfach zwischen uns“, sagt Svenja.

Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich mit ihr treffe

Allein der Gedanke, dass Robert sein Bett jede Nacht mit seiner Alena teilte, ließ Svenja rasend vor Eifersucht werden. „Ich konnte es kaum ertragen, ihn mit ihr zu sehen und auch der Gedanke an die beiden zusammen war schmerzhaft“, gesteht sie.
Illustration: Anna Sudit.
Alena merkte von all dem nichts. „Robert ist auch ganz vernarrt in dich“, erzählte sie Svenja eines Tages beim Frühstück. Wie recht sie mit dieser Aussage hat, erfährt Svenja kurz darauf bei einem spontan Treffen. „Ich fuhr kurz vor Mitternacht zu ihm auf Arbeit, mein Herz klopfte bis zum Hals“, erzählt die hübsche Berlinerin. Es kam wie es kommen musste: Svenja und Robert landeten im Bett – oder besser gesagt auf dem Tisch. „Es war heiß, total intim und so falsch. Aber ich konnte nichts dagegen machen.“
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Es blieb nicht bei diesem einen Mal. Einige Tage später besuchte Robert Svenja in ihrer Wohnung. Die Funken flogen erneut, die Stimmung kochte über. Zum Äußersten kam es aber nicht. Denn Robert zog die Notbremse. „Was machen wir hier eigentlich?“, wollte er von Svenja wissen. Sie schüttelte den Kopf, konnte ihm keine Antwort darauf geben.
Seither lief zwischen ihnen nichts. „Mal abgesehen von diesem einen Abend, als er mit meinen Freunden und mir zu einer Party ging“, gesteht Svenja. Sie tanzten, lachten, schäkerten und küssten sich. „Es war, als würde die Zeit still stehen und es würde nur uns beide geben.“
Svenjas Freundinnen wissen Bescheid über sie und Robert. Alle – bis auf Alena. „Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich mit ihr treffe“, sagt Svenja.Vor allem, da sich Alena ihrer Sache so sicher ist. „Sie betont immer, dass Robert ihr nie fremdgehen würde. Da würde ich ihr dann schon gerne die Wahrheit sagen.“
Warum sie es nicht macht? So ganz genau weiß Svenja das auch nicht. „Vielleicht erzähle ich es ihr irgendwann mal.“ Und wenn es doch mal rauskommt? „Dann ist das wohl Schicksal. Ich bereue zumindest nichts!“