Kaffeetrinker leben länger – und so wirkt sich jede Tasse auf deine Lebensdauer aus

Jahrzehntelang wurde uns eingetrichtert, dass Kaffeekonsum ungesund ist. Diese Annahme wurde durch zahlreiche Studien in den letzten Jahren sukzessive entkräftet. Doch nun überrascht eine neue Untersuchung mit überraschenden Ergebnissen. Allem Anschein nach leben Kaffeetrinker länger als Nicht-Kaffeetrinker. Kann das sein?
Im Rahmen einer umfassenden europäischen Langzeitstudie, die von der EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) durchgeführt wurde, beobachtete man 16 Jahre lang den Kaffeekonsum von über einer halben Million Menschen. Herausgefunden haben die Wissenschaftler in allen Ländern das Gleiche: Das Sterberisiko von Kaffeetrinkern hat sich über den Zeitraum von 16 Jahren verringert – dabei ist es offenbar sogar egal, ob der konsumierte Kaffee Koffein enthalte oder nicht.
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In Zahlen ausgedrückt war das Risiko zu sterben bei den untersuchten Männern, die einen hohen Kaffeekonsum aufwiesen ( mehr als 580 Milliliter am Tag) rund 12 % geringer. Bei den weiblichen Probandinnen lag es nur noch bei 7%. Trotzdem: Die Zahlen beweisen wohl, dass Kaffee nicht so ungesund ist, wie bisher angenommen.

Kaffeetrinken ist nicht so ungesund wie bisher angenommen

Doch woran liegt das? Zum einen zeigt die Studie, dass Kaffeetrinker deutlich weniger anfällig für Leberkrankheiten. Ganz im Gegenteil: Kaffee unterstützt die Arbeit des Organs, das unseren Stoffwechsel wesentlich mitantreibt. Kaffeetrinker hatten im Schnitt bessere Leberwerte. Zum anderen wurde wiederholt festgestellt, dass Kaffeegenuss in Maßen (die Empfehlung liegt hier bei drei Tassen am Tag) das Diabetes-Risiko senkt. Spannend ist auch, dass Herz-Kreislauf-Leiden weitaus weniger ausgeprägt waren als bei Nichttrinkern. Frauen, die Kaffee trinken, erleiden statistisch gesehen sogar weniger Schlaganfälle – und das ist nun wirklich eine neue Information. Galt Kaffee doch bisher immer als Aufputschmittel, das zu Bluthochdruck führt. Die neuen Ergebnisse belehren uns nun eines Besseren: ein gefäßschützendes HDL-Cholesterin, das im Kaffe steckt, beschert uns weitaus bessere Blutwerte. Im Zusammenhang mit Krebsleiden sind die Studienergebnisse leider nicht wirklich aufschlussreich.
Festzuhalten ist, dass Kaffee in einem gesunden Maße und mehr als bisher angenommen, nicht schädlich für die Gesundheit ist, sondern tatsächlich positive Wirkungen entfaltet. Auch der Risikoforscher David Spiegelhalter hat sich zum Ergebnis der Studie, das besagt, dass Kaffeetrinker länger leben, geäußert und es hier in einen anschaulichen, statischen Zusammenhang gestellt. Demnach bedeute dies, dass ein Mann bei einer Tasse mehr Kaffee am Tag im Schnitt ganze neun Minuten länger, eine Frau rund 3 Minuten länger lebt.
Dennoch muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass bei den Untersuchungen nicht alle Einflüsse mit bedacht wurden, da man den Schwerpunkt ganz eindeutig auf die gesundheitlichen Effekte von Kaffee gelegt hat. Wie sich Kaffeekonsum im Zusammenhang mit der Ernährung oder Rauchen verhalte, wurde nicht explizit ermittelt.
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