Die Tiefkühltruhe ist Fluch & Segen – diese Lebensmittel solltet ihr nie einfrieren

Dieser Artikel erschien zuerst bei Stern/Instagram / Facebook
Foto: Phoebe Chuason, Jeanine Donofrio, Amelia Alpaugh
Vor 85 Jahren wurden erstmalig tiefgekühlte Produkte verkauft. Das war in einem kleinen Lebensmittelgeschäft in den USA - und galt als Innovation. Denn damit war eine neue Methode zur Haltbarmachung geboren: das Schockfrosten. Bis heute gibt es eigentlich keine schonendere Art der Konservierung – und das ganz ohne Konservierungsstoffe.
Die ersten Produkte, die tiefgekühlt angeboten wurden, waren Gemüse, Obst und Fisch - danach war Einfrieren auf dem Vormarsch und führte zu einer weltweiten Erfolgsgeschichte tiefgekühlter Produkte. In Deutschland wurde Tiefgekühltes 1955 erstmals vorgestellt - mittlerweile gibt es über 17.000 gefrorene Artikel im Handel.
Die Tiefkühltruhe ist Fluch und Segen: Bestimmte Lebensmittel haben darin wunderbar Platz, manche Produkte sollten Sie aber nicht darin lagern.
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Aufgetautes Fleisch
Frieren Sie einmal aufgetautes Fleisch nicht noch einmal ein. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich Bakterien oder Keime am Fleisch gebildet haben. Tauen Sie Fleisch nur auf, wenn Sie es direkt verzehren.
Pasta
Frieren Sie gekochte Pasta mit Sauce niemals ein, sie werden matschig, weich und ungenießbar. Führt kein Weg daran vorbei, frieren Sie die Sauce einzeln ein, die Pasta könnten Sie gegebenenfalls al dente einfrieren.
Frittiertes
Frittiertes gehört nicht in die Tiefkühltruhe, beim Auftauen werden die Gerichte weich und matschig.
Getränke mit Kohlensäure
Getränke mit Kohlensäure werden Sie nur einmal einfrieren. Denn das Gas breitet sich beim Einfrieren aus und führt dazu, dass die Flasche oder Dose explodieren wird.
Milchprodukte
Frieren Sie niemals Milch ein. In der Tiefkühltruhe verändert diese ihre Konsistenz und flockt aus. Auch Käse sollten Sie nicht ins Gerfrierfach geben, Milchprodukte verändern immer ihre Konsistenz.
Eier
Verquirlte Eier einzufrieren, ist absolut in Ordnung. Frieren Sie aber niemals Eier am Stück oder hartgekochte Eier ein. Die Schale könnte brechen und Bakterien sich ansiedeln. Rohes Eiweiß wird gummiartig, daher sollten Sie auch keine Saucen, die auf Eiweiß basieren, einfrieren.
Wasserhaltige Lebensmittel
Lebensmittel, die viel Wasser enthalten wie beispielsweise Wassermelone, Gurken, Kartoffeln oder Äpfel sollten Sie nicht einfrieren. Das enthaltene Wasser wird zu Eis, tauen Sie das Obst oder Gemüse dann wieder auf, sind die Produkte matschig und unansehnlich.
Kräuter
Frieren Sie weiche Kräuter besser als Eiswürfel ein, sonst besteht die Gefahr, dass sie matschig und braun werden.
Aber beim Einfrieren zu Hause kann einiges schiefgehen, daher haben wir acht Tipps, die Sie beim Schockfrosten beachten sollten.
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1. Die Frische hat Priorität

Die Lebensmittel, die man einfrieren möchte, sollten so frisch wie möglich sein. Denn je länger das Produkt eingefroren ist, desto höher ist der Qualitätsverlust. Das äußert sich zwar bei jedem Lebensmittel anders, trotzdem gilt: umso frischer, desto besser. Vor dem Einkauf kann man bereits überlegen, welche Speisen haltbar gemacht werden sollen und welche nicht.

2. Vorbereitung für den Froster

Die Lebensmittel, die man einfrieren möchte, sollten so gut wie es geht für den Frost vorbereitet werden. Egal, ob man das Produkt vorher putzt, trocknet, in Stücke schneidet, blanchiert oder Gekochtes abkühlen lässt, es sollte auf alle Fälle in ein gefriergeeignetes Gefäß oder in eine spezielle Gefriertüte umgefüllt werden. Gemüse sollte grundsätzlich vorher blanchiert werden, dadurch wird die Enzymaktivität reduziert. Diese kann bewirken, dass sich Farbe und Geschmack verändern sowie Vitamine verloren gehen.

3. Luftdicht verschließen

Wenn die Lebensmittel gefriergeeignet verpackt wurden, dann sollte darauf geachtet werden, dass weder Luft noch Feuchtigkeit durchdringen. Ansonsten könnten die Lebensmittel Vitamine verlieren oder Gefrierbrand ausgesetzt werden. Dieser entsteht, wenn zu viel Sauerstoff an das Produkt gelangt und die Temperatur im Gefrierschrank dann schwankt. Dadurch trocknen die Lebensmittel aus und erhalten eine weißlich-graue Farbe. Die betroffenen Stellen sind zwar nicht ungesund, aber der Geschmack des Produkts leidet darunter. Deshalb sollte man die Produkte immer luftdicht verschließen - am besten vakuumverpackt.

4. Fleisch und Fisch vakuumieren

Um unappetitlichen Gefrierbrand bei Fleisch oder Fisch zu vermeiden, sollte rohes Fleisch oder roher Fisch vor dem Einfrieren immer vakuumiert werden. Diesen Service bieten viele Metzger und Fischläden an. Wenn zu Hause eingefroren wird, gilt immer: Möglichst kleine Portionen einfrieren und Hackfleisch flach drücken, damit die Bakterienbildung reduziert wird.
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5. Gefäß nicht zu voll

Ein Gefäß oder auch eine Gefriertüte darf nie zu voll gefüllt werden. Es könnte nämlich passieren, dass sich wasserhaltige Speisen beim Frieren ausdehnen. Dadurch könnte das Gefäß oder die Tüte platzen. Bei Vorratsdosen könnte sich bei einer zu hohen Füllmenge der Deckel lösen.

6. Kennzeichnung

Ein wichtiger Punkt beim Einfrieren von Lebensmitteln ist die Kennzeichnung. In den Tiefen einer Tiefkühltruhe kann man schließlich schnell den Überblick verlieren. Deshalb ist es wichtig die Produkte zu kennzeichnen: Einfrierdatum, ungefähre Mindesthaltbarkeit und Inhalt.

7. Haltbarkeit

Generell gelten folgende Zeitangaben zur Haltbarkeit in der Tiefkühltruhe:
Gemüse: 3 bis 12 Monate
Fleisch oder Fisch: 3 bis 12 Monate
Obst: 9 bis 12 Monate
Wurst: 1 bis 6 Monate
Milchprodukte: 2 bis 6 Monate
Kräuter: 3 bis 4 Monate
Backwaren: 1 bis 3 Monate
Selbstgekochtes: 1 bis 3 Monate

8. Auftauen

Wenn das Einfrieren reglementiert ist, dann natürlich auch das Auftauen. Beim Einfriervorgang sollte man das Produkt so schnell wie möglich runterkühlen, damit keine Vitamine verloren gehen oder der Geschmack darunter leiden muss. Beim Auftauen ist das Gegenteil der Fall: Hier sollte darauf geachtet werden, dass das Gefriergut besonders langsam und schonend aufgetaut wird. Gemüse beispielsweise könnte an Knackigkeit verlieren, wenn es direkt ins heiße Wasser gegeben wird. Fleisch und Fisch sind besonders sensibel und sollten im Idealfall schon am Abend vorher aus dem Gefrierfach genommen und über Nacht im Kühlschrank aufgetaut werden. Bakterien werden nach dem Auftauen schnell wieder aktiv, deshalb sollten roh gefrostete Produkte auch nicht ein zweites Mal eingefroren werden.