29 Fashiontrends, an denen du 2017 nicht vorbeikommst

Nach 4000 Meilen und 300 Shows in diesem vergangenen Modeherbst wissen wir nun mit großer Gewissheit, wie der kommende Frühling und der darauf folgende Sommer aussehen werden. Dafür haben wir die aufregendsten Momente des Modejahres zusammengefasst.

Zum ersten Mal nach einer sehr langen Zeit gab es in der Mode endlich mal wieder Aufregung. Ja, fast schon Verwirrung. Jeder, der Nuancen wahrnimmt, wird in diesem Jahr wahrgenommen haben, wie sehr aktuelle popkulturelle – und nicht minder politische – Strömungen Einfluss auf die Mode hatten. Das Aufsteigen vieler junger Labels, deren Look sich durch einen bestimmten Second-Hand-Charakter auszeichnet, zum Beispiel, oder aber 200-Dollar-T-Shirts mit deklarativen Prints, miniaturkleine Handtaschen, in die nichts hineinpasst, und zu guter Letzt: Feminismus. Es sind diese kulturellen Bewegungen, die die Mode dieses Jahr am meisten geformt haben. Frauen trugen Männerkleidung. Männer trugen Frauenkleidung. Und zwischendurch trugen Menschen, die sich keinem binären Geschlecht zuordnen, Teile, bei denen sich niemand so richtig sicher sein konnte, ob sie überhaupt für Menschen designt wurden – man denke nur an die doppelseitigen Boots von Hood By Air.

In der letzten Zeit ist etwas passiert, das jegliche Modekonventionen auf den Kopf gestellt und der Mode den inhärenten Sinn genommen hat, alles müsse schön sein. Das bisher noch immer allgemein gültige Verständnis, dass „schön“ bedeutet, weiß, dünn und westlich-traditionell gut aussehend zu sein. Das Bild von Mode als Spielplatz der Reichen.

Das bedeutet nicht, dass Mode vorher nie bahnbrechend, grenzwertig, riskant, wunderschön und komisch zugleich war – denn genau das ist es, was Mode ist. Und doch, wenn wir einmal ehrlich sind, wurde Mode in den letzten zwei Jahrzehnten für einige Wenige gemacht. Doch die Dinge scheinen von nun an anders zu werden. Wunderschön anders.

Und weil nichts grundlos passiert, können wir einiges davon mit großer Sicherheit dem Neuaufbau und den Veränderungen in der Welt zuschreiben. Die Modemetropolen Amerikas und Europas befinden sich in einem konstanten Wandel und sehen heute längst nicht mehr so aus wie noch vor 5 Jahren. Auf dem Weg zu einer Fashion Show an einem der großen Schauplätze in Paris begegnet man immer öfter immer sichtbarer dem Alltag von Leid, Elend und Krieg. In New York hat im vergangenen Jahr der nun gewählte US-Präsident Donald Trump gelebt und Kampagnen geführt, während er sich schamlos degradierend über Frauen äußerte. In Anbetracht dieser Zustände ist es erst recht verwunderlich, Models auf den Laufstegen zu sehen, die mehr der besten Freundin ähneln als einem Topmodel. Und auch in London, wo der Brexit noch immer viel Emotion aufbringt, hält sich die Diversität die Waage – und das zum Trotz des sich verbreitenden Rechtsrucks.

Veränderung bedeutet immer auch Möglichkeiten. Diese neuen Möglichkeiten wurden auf den Laufstegen beeindruckend umgesetzt. Manche von ihnen haben einfach Spaß gemacht – wunderschöne Ablenkungen, die einen dazu verführen, die Kreditkarte zu zücken. Andere wiederum wirken organischer. Sie sind die logische Konsequenz einer natürlichen und überfälligen Häutung innerhalb einer Industrie, die derzeit dabei ist, ihre Augen und Tore zu öffnen und ihren Horizont zu erweitern. Ein Business, das seine eigenen Traditionen überdenkt und mit neue Zukunftsvisionen konfrontiert wird.

Innerhalb von fünf Wochen, in einer Zeit, in der sich der Sommer und der Herbst die Klinke in die Hand geben, waren unsere Moderedakteure auf den großen Fashion Weeks unterwegs und kamen überwältigt, angeregt und inspiriert zurück. Im Folgenden haben wir deshalb die 29 relevantesten Ideen des diesjährigen Modeherbsts für euch zusammengefasst.
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Leggings sind wieder akzeptiert
Die große und vielleicht streitbarste Debatte von allen hat endlich einen klaren Sieger hervorgebracht: die Leggings. Sie ist nicht mehr nur ein Nebenbuhler, nein, sie ist zum Hauptakteur aufgestiegen. Aber nur um ganz klar zu sein, wir meinen hier sowohl die glamouröse, dramaturgisch inszenierte Variante von Balmain und MSGM als auch die 80er Jahre-Prints, die uns jüngst Balenciaga und Carven zeigten.

Show-Merch
Kanye West, Alexander Wang und Virgil Abloh befinden sich mittlerweile wahrscheinlich näher an ihren Käufern als traditionelle Modehäuser. Eine Fashion Show ist nicht mehr nur Laufstegmode, sondern ein Event, bei dem man dabei gewesen sein möchte und das haben sie begriffen. Im Zeitalter von Twitter, Tumblr und Instagram reicht nicht mehr nur ein schneller Schnappschuss. Es müssen also Souvenirs her und wie man diese am besten vermarktet, wissen oben genannte Künstler und Designer, aber auch weitere Designer, die gerade Grenzen verschmelzen, wie etwa Rihanna, Drake und Justin Bieber. Was sagt das aber über eine Industrie aus, die sich bisher höchste Exklusivität vorbehalten hat.

Luxus-Statement-T-Shirts
T-Shirts mit grafischen Aufdrucken haben einen Trend gestartet, auf denen gefühlt abertausende neue Shirtdesigns folgten, von Demna Gvasalias Vetements-DHL-Shirt bis zu Dior, Haider Ackermann und Dolce & Gabbana. Maria Grazia nutzte ihre Premiere als Diors erste weibliche Kreativdirektorin um mit ihren T-Shirt-Designs ein Zeichen für Feminismus zu setzen. Doch auf die Spitze trieb es erst das oversized Shirt von House of Holland mit der famosen Aufschrift „Let's Breed Bella Hadid“.

Große, tiefe Taschen
Zeigt uns eine Frau, die keine Taschen mag – fast unmöglich. Die Designer hinter Marni, Stella McCartney, A.W.A.K.E. und Loewe haben das zur Kenntnis genommen und kurzerhand all ihren Pieces Details beigefügt – an Gürteln, Hosen und Kleidern.

Viel zu große Mäntel
Große Mäntel, und damit meinen wir wirklich große Mäntel, sind gekommen, um zu bleiben. Sogar Filme zeigten bereits, dass Rollen, die besonders herausstechen und im Gedächtnis bleiben sollen, möglichst Jacken tragen sollten, die aussehen als wären es nicht ihre: John Cusack in Teen Lover, Margot Tenenbaum, Molly Ringwald in Pretty in Pink und dann noch unzählige Filme mit Diane Keaton. Große Mäntel stehen für ein bisschen Rebellion. Rebellion gegen Moderegeln und dafür, dass die Träger/innen ihre eigenen Gedanken und Vorstellungen ausleben und sich kein bisschen darum scheren, was die Leute darüber denken. Große Mäntel sind cool, sie sind dramatisch und kommen noch dazu sehr praktisch meist mit übergroßen Taschen.

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Rückkehr der Powerschulter
Nachdem die nackte Schulter eine Phase der Allgegenwärtigkeit feiern durfte, kam das Unerwartete: Designer bedeckten sie und fügten noch einige Daumenbreiten an Stoff hinzu. Mit Kreativen wie Anthony Vaccarello, Jonathan Anderson und Jacquemus erfreut sich nun die starke Schulter der 80er Jahre wieder immer größerer Beliebtheit.

Rückkehr der gemein gefährlichen Schuhe
Jahrelang dominierte das von Sex and the City propagierte Bild der gefährlich hohen Stilettos den Fashion Mainstream, in denen man eigentlich nicht viel mehr tun konnte, als nervös herumzutippeln und sich dabei sämtliche Sehnen, Bänder und Knöchel zu verletzen. Nun waren wir sehr glücklich, dass flache Schuhe und Kitten Heels ihren Weg zurück auf die Bildfläche fanden und wir keine Angst mehr vor abendlichen Ausgängen mehr haben mussten. Doch wie das so ist, hat alles ein Ende, vor allem, so scheint es, die wirklich schönen Dinge im Leben. Und wenn man nach den Fashion Weeks geht – we see you, Yeezy & Balenciaga – dann heißt das, dass bald wieder die Pfennigabsätze, spitzesten Spitzen und 11cm-Heels dominieren werden. Well... Es war schön mit euch, liebe Kitten Heels!

Statement-Ohrringe sind die neue It-Bag
Als ruhiges Gegenstück zu schwerem, auffälligem Statement-Schmuck löste der Minimal-Schmuck seinen Vorgänger zwar in Sachen Alltagstauglichkeit kommerziell ab. Eine Institution der Statements ist jedoch geblieben: kräftige Ohrringe. Sie lösen wiederum It-Bags ab. Klingt absurd? Ist aber so. Ein komplettes Outfit braucht eben einen Aufhänger – und der ist in diesem Fall auch tatsächlich hängend, nicht am Arm, sondern am Ohr, und passt perfekt zu jedem reduziert schlichten Outfit, ob zum eng anliegenden Kleid oder zur Jeans mit T-Shirt. Ein gewagtes Teil am Ohr macht so einiges her.

Mini-Taschen
Sind sie praktisch? Auf gar keinen Fall. Sind sie unfassbar toll? Definitiv! Mini-Taschen sind so etwas wie das Modeaccessoire 2016. Sie sind das ultimative Symbol von Befreiung, Minimalismus und Luxus zugleich, denn sie zwingen jede notorische Taschenträgerin dazu, nur das Nötigste einzupacken. Nur verhält es sich tatsächlich meist so, dass sie sowieso nur von denjenigen getragen werden, die bei Fashion Shows schon zu dem 1% gehören, der wiederum den 1% der exklusivsten Events darstellt: Die Frauen, die es sich leisten können, Outfits, Taschen & Baggage im chauffierten Auto unterzubringen und auf den Events mit einer Mini-Bag aufzutreten.

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Perfektes unperfektes Haar
Ungewaschen, ungestylt und ungekämmt – diese Worte gehören nicht mehr nur ins Wohn- oder Schlafzimmer. Bei Shows und auf der Straße beobachtet man während einer Fashion Week immer wieder Menschen, die den Jetlags und dem Nomadenleben nachgeben und mit dem arbeiten, was ihnen schier möglich ist. Heißt? Schluss mit den Fönfrisuren. Anstelle von Steifheit kommt eine leichte „I woke up like this“-Attitude, die sich nicht photoshoppen lässt.

Das Amulett ist zurück
Wir hatten ja schon erwähnt, dass Minimal und Personal Jewelry nicht einfach passé ist. Trotzdem gesellt sich zu den Statement-Ohrringen noch ein kräftiges Accessoire: das Amulett. Richtig gehört. Der antik bis mittelalterlich anmutende Anhänger kann in Form von Prada-Blumen, Givenchy-Kristall oder Alexander-Wang-Feuerzeugen getragen werden und haut den kleinen, feinen Filigranschmuck somit nicht nur gewichtstechnisch aus dem Rennen.

Der Beef zwischen Vogue.com und „professionellen Bloggern“
Die gewohnte Kontroverse: das Establishment gegen die Neuen. So ist das in jeder Industrie mit Vorgeschichte. Besonders unangenehm wurde es im vergangenen Spätersommer, als Vogue.com sich nach der Mailänder Fashion Week in einem Artikel ausgiebig darüber ausließ, wie beschämend und peinlich es sei, dass sich „professionelle Blogger“ mehrmals am Tag umziehen, um in ihren Outfits fotografiert zu werdne. Das Streben nach Medienpräsenz sei „pathetisch“ und „verzweifelt“. Doch dann kam die Paris Fashion Week und plötzlich saßen sich Vogue-Redakteure und professionelle Blogger gegenüber – super strange.

Die Kraft der vielen Meinungen
Die Erfahrung einer Fashion Show hat sich seit dem Launch von Instagram, Twitter und Vine (erinnert sich daran noch jemand?) drastisch verändert. Die einst äußerst exklusiven Events wurden im Zuge des Technologie- und des daraus resultierenden Kommunikationswandels zu gesellschaftlichen Happenings, an denen jeder öffentlich teilhaben konnte. Gleichzeitig macht sich die Modewelt damit sehr viel verletzlicher, weil sie den Augen unzähliger Kritiker vorgeführt wird. Denn Zuschauer nutzen dieselben Kanäle, über die sie konsumieren, natürlich auch dazu, Kritik zu üben und zu bewerten – und das passiert auf Twitter sehr viel schneller und häufiger als eine gedruckte Review eines Monatsmagazins. So geschehen bei der diesjährigen Live-Schaltung des Missmanagements bei der Yeezy Season 4 Show, zum Beispiel, aber auch im Falle des Cultural-Appropriation-Skandals um Marc Jacobs' Dreadlock-Inszenierung.

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Von Athleisure zu Athluxury
Dieser neue Trend war eigentlich schon abzusehen, als Leggings das erste Mal ans Mainstreamlicht traten. Es geht nicht mehr nur um einen Mix aus Sportbekleidung und High Street Pieces, sondern darum, Sportbekleidung einen neuen Wert beizumessen. So taten es jüngst erst Kanye West und Alexander Wang im Rahmen ihrer Kollaborationen und Capsule Collections mit Adidas.

Politik in der Mode
Der Clash von Mode und Politik ist kein neuer. Trotzdem trat Mode in diesem Jahr vorrangig in Amerika wieder in den allabendlichen Nachrichtenzyklus als im Rahmen des Wahlkampfs um die US-Präsidentschaft sowohl Pro-Hillary- und Bernie-Sanders-Shirts, Clinton'sche Hosenanzüge, als auch Trumps MAGA-Cap zu wichtigen Ausdrucksmitteln wurden.

Personen des öffentlichen Lebens sind ebendiesem ausgesetzt.
Die Gäste einer Fashion Show sind teilweise schon bekannter als die eigentlichen Models. Das Verhältnis und die Art und Weise, wie jemand zu Ruhm kommt, hat sich verändert. Im vergangenen Jahr haben wir innerhalb kürzester Zeit miterlebt, wie der notorische Celebritystalker Vitalii Sediuk erst Gigi Hadid und kurz darauf Kim Kardashian angriff. Eine Weile später wurde Kardashian in Paris überfallen, mit einer Waffe bedroht und ausgeraubt. Im Gegensatz zur ursprünglich erdachten Liberalisierung der Frau durch die Mode und ihre eigenen stilistischen Entscheidungen, machen einem solche Vorkommnisse eher Angst.

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Größeninklusion erreicht ihren Höhepunkt (– es folgt ein „aber“)
Designer Christian Siriano, durch die amerikanische TV-Sendung Project Runway berühmt geworden, hat im vergangenen Jahr Schlagzeilen damit gemacht, dass er die Relevanz von Größenvielfalt immer wieder explizit betonte und seinen Worten Taten folgen ließ. Auch Chromat ist bereits bekannt dafür, eine durchmischte Auswahl an Menschen auf den Laufsteg zu schicken, doch dieses Jahr eliminierten sie mit der Aufnahme von Iskra Lawrence auch die letzten Zweifel – und Lawrence stahl uns allen den Atem. In New York waren trotzdem nur knapp 0,6 Prozent der Models „plus size“. In Paris und Mailand lief je ein Model, das die konventionellen Modelmaße übertraf, in London kein einziges. Es wurde also einiges erreicht, aber der Weg, der vor uns liegt, ist noch immer ein weiter.

Mono-Season
Im Herbst werden traditionell die Trends für der nächsten Früjahr-/Sommer-Kollektionen gezeigt. Mit zunehmender See-now-Buy-now-Strategie jedoch, ist im Herbst schon ansatzweise für den unmittelbar anschließenden Winter und den darauffolgenden Herbst gesorgt. Die Jahreszeiten verschwimmen also immer weiter miteinander – zumindest modisch.

Diversity ist mehr als nur ein Trend
Models müssen heutzutage mehr vorzuweisen haben als „nur“ ein hübsches Gesicht. Sie brauchen Charakter, sie müssen anecken und Alleinstellungsmerkmale haben, das gewisse Etwas besitzen und nicht dem typisch weißen Ideal entsprechen. Und vor allem sollten sie nicht nach einem unnahbaren, strengen Agenturraster aussehen, sondern sich dem realen Menschen auf der Straße nähern. Labels wie Gypsy Sport und Eckhaus Latta machen es vor.

Neue Kreativdirektoren, die nicht immer neue kreative Richtungen einschlagen
Eigentlich ist hierzu nicht sonderlich viel zu sagen, außer die Fakten aufzuzählen: LVMH verkauft DKNY and G-III Apparel. Diane von Fürstenberg übergibt die kreative Führung an Jonathan Saunders. Maria Grazia Chiuri bricht mit Valentino, um ihren eigenen Weg bei Dior zu gehen. Bouchra Jarrar wurde neue Kreativdirektorin bei Lanvin und Anthony Vaccarello ist nun aktiv bei Saint Laurent. Nicht alle dieser Neuerungen haben bisher für große Wow-Momente gesorgt und die Modewelt braucht eigentlich nicht noch mehr Naja-Instanzen – aber jede/r verdient eine zweite Chance.

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„Feminismus“ zum Mitnehmen & Tragen
Wenn man darüber nachdenkt, ist es schon sehr bedenkenswert, dass es in einer Industrie, in der es vorrangig um Frauen geht und schon immer ging, so wenig um die Emanzipation und die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft geht. Das haben jüngst auch Modehäuser, Designer und junge Brands verstanden. Ideen werden ganz unterschiedlich umgesetzt – mit teils besseren, teils weniger guten Ergebnissen. Was jedoch für alle feststeht: Feminismus sollte kein Schimpfwort sein, und für Frauenrechte einzustehen ist erstrebenswert.

On a budget?
Lange Zeit assoziierte man die Fashion Week mit oppulenten Shows, aufwändigen Kulissen und extravaganten Schauplätzen – drei Worte: Chanel im Supermarkt. Jahrelang schwirrte der Gange mit, ob nicht doch Derek Zoolander hinter all dem Pomp steckt? Wie dem auch sei, 2016 war das Jahr, in dem sich Labels und ihre Designer entschieden konservativer und schlichter zeigten. Es waren weniger Redakteure international unterwegs, die Hotels waren nicht ausgebucht, stattdessen gab es Airbnbs auf Hochtouren. Auch die Shows wurden kleiner, intimer und nicht ganz so ausgefallen.

Zurück in die Zukunft
There are some familiar straws that designers grasp for when they want to create clothes that seem groundbreaking. To evoke the future, they sometimes recall the past’s interpretation of it. Case in point: how Chanel incorporated Jetsons’-style helmets into its show this season, or Paco Rabanne brought in Dune-style desert-wear. Designers have also leaned on “high-tech” gadgetry that sometimes feels gimmicky (Dolce & Gabbana’s light-up heels) and sometimes feels interesting, but not really practical (Chalayan’s belts that project your brainwaves and heart rate...really?). Sometimes, designers do things as blatant as putting the word “future” on their stuff (thanks, Gucci). But this season, there were some brands that took on a much more effective strategy, making statements through casting about the future conceptions of gender and beauty. Regardless of the approach, many of these shows were all tapping into the apprehension that future consumers seem less tuned into the fashion establishment, and more interested in DIY labels and indie brands. Whether any of these attempts to connect with this younger generation will work is still up in the air, but Gen Z should know this much: Fashion is coming for you.

Der Aufstieg & Fall (& Aufstieg?) des Kanye West
Drei Kollektionen lang hat sich die Modewelt gefragt, ob Kanye West als ernstzunehmender Designer durchgehen könnte oder nicht. Klar, er hatte Wintour, Rousteing und Tisci auf seiner Seite, die Tickets zu seinen Shows waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft, ebenso wie seine Mode an sich. Doch überzeugt war trotzdem niemand so richtig – und mit Yeezy Season 4 konnte West sich nicht einmal mit einem medienwirksamen Kardashian-Jenner-Trio retten.

Wer außerordentliche Termine, geheime Schauplätze und überhitzte, ohnmächtig werdende Models in Kauf nimmt um ideenlose Latexmode zu präsentieren, erinnert uns genau an die Dinge, die in der Modewelt keinen Platz mehr haben sollten.

Im Februar soll West nach eigenen gesundheitlichen Strapazen seine Yeezy Season 5 auf der New Yorker Fashion Week präsentieren. Wir sind gespannt – denn wenn überhaupt noch irgend möglich, dann kann sich nur Kanye selbst vor Kanye retten.

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Die Lücke, die Bill Cunningham hinterließ
Wäre Bill Cunningham nicht gewesen, wäre die New York Fashion Week nicht zu dem geworden, was sie heute ist. In den letzten zehn Jahren wurde das Event zu einem immer größer werdenden Teil auf die Straße verlegt, und auch daran ist Cunningham nicht ganz unbeteiligt gewesen. Während der Runways wie auch vor den Gebäuden wusste man, dass es noch keine Fashion Week ist, bis man Cunninghams blaue Jacke erhascht. Sein Tod im Juni riss eine spürbare Lücke in die Veranstaltungen, die er sonst erst zum Leben erweckte. Durch und durch war die Message nur eine: Er wird vermisst.

Die Teenager übernehmen
Wer es verpasst hat: Es dreht sich um die Generation Z. Die Generation, die zum ersten Mal ihre Inspirationen und Informationen eher von Individuen, als von Medien und Plattformen erhält. Diese Individuen sind es, die frischen Wind in traditionelle Häuser, Shows und Events bringen, die Designern mittlerweile zu Vorreitern und Musen werden, und die deshalb auch liebevoll Influencer genannt werden. Ihren Status manifestieren sie nicht über teuer, sondern über rar – ein Statussymbol muss heutzutage nicht mehr die Welt kosten, man muss nur wissen, wo man es von wem bekommt. Die jungen Influencer, die oftmals sogar nicht einmal 21 sind, tragen ihr Weltbild nach außen und vermarkten es gekonnt. Sie sind in der Regel sehr viel inklusiver und im Einklang mit dem, was sie porträtieren, und werden deshalb entsprechend gut angenommen. Dolce & Gabbana widmete dieser Generation im Herbst 2016 übrigens gleich eine ganze Show.

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Die Lotta-Volkova-Revolution
Bei der letzten NYFW schien es fast so, als wäre bei jeder Show, bei jedem Gast ein Hauch von düsterer Coolness zu sehen gewesen. Ländliche Kühle traf auf HipHop. Wer nicht weiß, was wir damit meinen, wird es in den folgenden Monaten verstehen. Wer jetzt schon weiß, welchen Look wir meinen, dem sei gesagt, dass all diese Menschen etwas gemeinsam haben: die Stylisin Lotta Volkova. Nach ihrer Zeit bei Vetements brachte sie ihre Ästhetik zu Balenciaga und Mulberry. Sie hat es bisher bei jeder Marke geschafft, sie ein kleiiiines bisschen cooler wirken zu lassen als vorher. Wie wir das finden? Großartig.

Die Comme Des Garçons-Enthüllung, die keine Enthüllung war
Andrew Bolton, Direktor des New Yorker Metropolitan Museum of Art, ist kein regelmäßiger Gast der Fashion Week. Als er im Herbst also bei Comme Des Garçons neben Anna Wintour in der ersten Reihe saß, wurden erwartetermaßen Vermutungen laut. Wird Rei Kawakubos Werk zum Fokus der nächsten Met-Gala? Das wäre riesig. Denn das jährliche Event, das jede Runde mit einem anderen Thema einläutet, schlägt Wellen weit über die üblichen Fashion-Kreise hinaus. Es ist tatsächlich das Event, das sogar meinen Vater, der rein gar nichts mit der Modewelt zutun hat, beeindruckt und vom potenziellen Tiefgang von Mode überzeugt. Mittlerweile wurde bekannt gegeben, dass Rei Kawakubo zum Ausstellungssujet des Met wird – und es wird das erste Mal in der Geschichte des Met sein, dass das Museum eine Designerin zu Lebzeiten derartig ehrt.

Das Warten auf Raf hat bald ein Ende
Obwohl bekannt war, warum Calvin Klein auf der letzten NYFW nicht dabei war, hat man die Leere deutlich gespürt. Dafür freuen wir uns umso mehr, wenn Raf im Februar bei Calvin Klein anfängt. Es wird ein grauer Tag in New York sein, die Stadt wird hektisch und ausgelaugt sein, doch dann wird ein neues Licht am amerikanischen Modehimmel erscheinen – und wir können es kaum erwarten.

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