4 HIV-positive Frauen erzählen uns, wie es ist, mit der Krankheit zu leben

Foto: Lauren Perlstein.
Sara, eine 54 Jahre alte Frau mit HIV, sagt, dass ihr erster Gedanke nach der Diagnose war: „Das bedeutet Tod”. Das war in den 90er Jahren, einer der tödlichsten Phasen der Krankheit in den USA.
Doch in den vergangenen 24 Jahren hat sich viel verändert. Sara hat überlebt. Dank des Fortschritts hat sich die Lebenserwartung der Betroffenen, die Zugang zu Medikamenten haben, stark verbessert. Während neue Kriege und Krankheiten auf der Welt entstehen, ist die Krankheit aus den Nachrichten fast verschwunden. Doch sie ist immer noch da. Ungefähr 50.000 Amerikaner*innen werden sich in diesem Jahr mit HIV anstecken. Das ist fast die gleiche Zahl wie 1990. Seitdem - die Zahl der Betroffenen insgesamt liegt heute bei 1,2 Millionen - ist die Ansteckungsrate konstant und die Lebenserwartung der Infizierten steigt.
„Die Zahl der Menschen, die mit HIV leben, ist zwar gestiegen, doch dadurch sind sie nicht sichtbarer geworden als vor 20 Jahren.” sagt Thorner Harris, Gründer der HIV Support-Gruppe Guys and Girls. „Heutzutage leben viele HIV-positive Menschen, das gleiche Leben wie HIV-negative Personen. Ihr HIV ist unsichtbar, aber sie sind es nicht.” Dadurch wird es schwierig ein klares Bild zu zeichnen, wen der Virus besonders hart trifft. Unter schwulen Männern zwischen 13 und 24 gibt es besonders viele HIV-Infektionen, danach folgen dunkelhäutige Frauen. Von ihnen sind sogar mehr betroffen als heterosexuelle Männer und Drogenabhängige. Laut offizieller Zahlen stecken sich ein Viertel der Personen bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr an, die meisten sind Frauen. Die Daten schließen Transfrauen häufig nicht ein, da sie als Männer registriert sind. Besonders Frauen, die Minderheiten angehören, stecken sich oft an. Menschen mit afroamerikanischen Wurzeln machen ungefähr 12 Prozent der Bevölkerung der USA aus und ungefähr die Hälfte von ihnen lebt mit einer HIV-Infektion.
„Weltweit ist die Todesrate bei HIV-Infektionen seit 2005 um 24 Prozent gesunken," sagt Charles King, Präsident und CEO von Housing Works. Doch er sagt „HIV und Aids werden mehr als je zuvor als Krankheiten von Minderheiten und Armen dargestellt. Während die Forschung sich also weiterentwickelt, ist die Sichtbarkeit derer, die leiden, gesunken. Ihre Geschichten müssen jetzt geteilt werden.”
Heute ist der 26. Welt-AIDS-Tag, an dem ein Bewusstsein für die 34 Millionen Betroffenen weltweit geschaffen werden soll. Um den Tag zu würdigen, haben wir vier mit HIV-infizierte Frauen gebeten, ihre Geschichten mit uns zu teilen. Sie berichten über ihre Ansteckung, ihre Behandlung und das tägliche Leben mit einer beinahe unsichtbaren Krankheit.
Die Interviews wurden bearbeitet und die Namen teilweise geändert.