Das Schokoladendessert zum Trinken und Löffeln

Foto: Anne Mühlmeier.
Anne Mühlmeier ist Model und Schauspielerin und lebt heute in Berlin. Im Laufe ihrer Modelkarriere hat sie wahrscheinlich jede Diät der Welt einmal ausprobiert, nur um zu lernen, dass dogmatische Ernährungsformen nicht gesund sind und nicht glücklich machen. Umso mehr liebt sie es heute, gesundes und abwechslungsreiches Essen zu zaubern. Für Refinery29 Germany stellt sie jede Woche nicht nur die leckersten Rezepte vor, sondern liefert auch genügend Hintergrundwissen zu den Produkten, damit das Nachkochen noch mehr Spaß macht. Mehr gibt's bei Instagram @foodbyannie.

Jeder Koch, egal ob in einem Nobelrestaurant oder am Herd Zuhause zwischen den krähenden Kids – von etwas inspiriert, ist er immer. Ob von alten Traditionen, wie der fettigen Gans am ersten Weihnachtsfeiertag, von Erinnerungen, die einen in die Kindheit zurückversetzen, von Gewürzen, die dich zurück in den Urlaub katapultieren, oder einfach weil der Kühlschrank nicht mehr viel anzubieten hat. Solche Faktoren lassen uns kreativ werden, oft ohne dass wir es selbst merken.
Ich aber liebe es, wenn sich hinter Gerichten oder Drinks eine Geschichte verbirgt.

Tote Tante, das Getränk aus heißer Schokolade, Rum und Sahne, kannte ich zwar, wusste aber nicht, woher der Name kam. Dank Google bin ich jetzt schlauer. Angeblich stammt der Name dieses leckeren Wintergetränks von einer Tante, die vom nordfriesischen Föhr nach Nordamerika ausgewanderte. Ihr Wunsch war es aber, nach ihrem Tod auf ihrer Heimatinsel bestattet zu werden. Die Familie aber war arm und suchte deshalb nach einer kostengünstigen Möglichkeit, die Schiffsüberfahrt zu ermöglichen. Schließlich wurde sie in eine Kakaokiste verpackt und so nach Föhr verschifft. Zum Leichenschmaus in Föhr gab es daher Kakao mit Rum und Sahne.

Ja, auch so können neue Rezepte entstehen. Aber da ich natürlich mein eigenes Ding draus machen möchte und ich behaupten will, dass es bei dem damaligen Schmaus sicher auch Kuchen gab, verpacke ich die heiße Schokolade in Brownies (die Dame soll schließlich eine Zeit in Amerika gelebt haben). Damit nicht genug. Ursprünglich hatte ich nämlich geplant, euch einen Irish Coffee zu kredenzen, der schwirrte noch immer in meinem Kopf herum – also noch einen Espresso mit ins Glas. Kulinarisch in Italien angekommen, wird der Amaretto auch noch dazugegeben.

Um den Bogen nun wieder hoch in den Norden zur Tante nach Föhr zu bekommen, war klar, dass auch noch Sahne als Topping dazu muss, viel Sahne. Naja und so ist mein Dessert mit Schuss zum Trinken und zum Auslöffeln entstanden. So kann’s gehen. Viel Spaß!

Zutaten
Brownie:
- 100 g Butter
- 100 g sehr dunkle Schokolade
- 100 g Erythrit oder Xylit Zucker (bei herkömmlichem Zucker 150g)
- 3 Eier
- 1 TL Vanille
- 1 TL Zimt
- 1 Prise Salz
- 80 g Mandelmehl
- 30 g Kakaopulver
- 1 TL Johannisbrotkernmehl (kein Muss)
- 1 Becher Sahne

Pro Glas:
- 1 Espresso
- 4 EL Milch (welch du gerne magst)
- 2 EL Amaretto
- etwas Zucker (wer Zucker in den Kaffee macht)

Dekoration:
- Geschmolzene Schokolade • Mandelblättchen

Zubereitung:
1. Butter und Schokolade in einem Topf schmelzen und dann etwas abkühlen lassen. • Backofen auf 180 C vorheizen.
2. Mit einem Rührgerät den Zucker unter die Masse rühren.
3. Dann mit Eier, Vanille, Zimt und der Prise Salz dasselbe machen.
4. Zum Schluss das Mehl, Kakaopulver und das Johannisbrotkernmehl unter die Masse rühren. • Eine kleine flache Form mit Backpapier auslegen, den Teig einfüllen, glatt streichen.
5. In den Ofen für 40 min.
6. Komplett abkühlen lassen und in kleine Stücke schneiden.
7. Sahne schlagen. Einige der Mini-Brownies in ein Glas geben.
8. Ein Espresso, 4 EL Milch, 2 EL Amaretto, und etwas Zucker mit in das Glas geben. Sahne oben drauf spritzen, Schokosauce und Mandelblättchen als Deko.
9. Strohhalm mit rein und es kann losgehen.

Erst schlürfen, dann löffeln. !
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