Wie es ist, jemanden mit einer Angststörung zu daten

Wer unter Angststörungen leidet, der muss oft mit der Sorge kämpfen, dass der*die Partner*in jederzeit Schluss machen könnte. Nur, dass es sich weniger wie eine Angst anfühlt, sondern eher wie eine Intuition; eine Intuition, die einem immer mitteilt, dass alles objektiv und unkontrollierbar zum Scheitern verurteilt ist.
Wenn man mit jemandem zusammen ist, der an Angststörungen leidet, dann sollte man das verstehen. Deshalb erklärt Callie Amelia Theodore ihrem Freund Chris Briggs ihre emotionalen Auseinandersetzungen, und er spricht sie an.
In einem Facebook-Posting hat Theodore einen Chatverlauf zwischen ihr und Briggs veröffentlicht. „Are we okay“ - „Ist zwischen uns alles klar?“, fragt sie ihn. „Ja, hundertprozentig, Liebling“, antwortet er ihr. Sie erwidert mit einem „Okay good“ und drei Herz-Emojis. Alles, was sie in diesem Augenblick brauchte, waren diese wenigen, aber verständnisvollen Worte, die ihre Nerven beruhigen konnten.
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In ihrem Facebook-Posting erklärt Theodore dass Menschen mit Anxiety-Problemen sehr anfällig für solche Sorgen und Ängste in ihren Beziehungen sind, und dass es wichtig für sie sei, verständnisvolle Partner zu finden, die ihre Sorgen nicht schmälern, sondern für voll nehmen.
„Man muss immer direkt kommunizieren, dass man sich besorgt fühlt, und seinem Partner erlauben, Trost und Ruhe zu spenden“, erklärt sie Refinery29. „Man sollte seine negativen Gefühle nicht so lange aufstauen, bis sie explodieren. Und sich auf keinen Fall mit jemandem zufrieden geben, der noch nicht mal versucht, diese Umstände zu verstehen.“
Und für diejenigen, die in einer Beziehung mit Menschen sind, die unter Angststörungen leiden, hat auch Briggs einen Ratschlag. „Jemanden mit Angstzuständen zu daten, das ist in etwa so, wie wunderschönes Haus besitzen - aber nicht den Schlüssel dafür haben“, sagt er Refinery29. „Man kann ja nicht einfach die Tür eintreten, aber man muss eben einen anderen Weg finden, um Eintritt zu erlangen. Man weiß, wie schön das Innere ist, aber man muss warten, bis die Wände von selbst nachgeben“.
Leider gibt es immer noch viele starke Vorurteile gegen das Zusammensein mit Menschen, die an psychischen Erkrankungen und Störungen leiden. Eine Studie, die jüngst in Evolutionary Psychological Science veröffentlicht wurde, ergab, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen oft als weniger attraktive Partner gelten. Aber wie Theodore und Briggs (auch er leidet unter einer psychischen Erkrankung) beweisen: unsere persönlichen Herausforderungen müssen nicht unseren Beziehungen im Wege stehen. Wenn man mit Empathie und Rücksicht handelt, können sie uns sogar enger zusammen bringen.
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