Diese schonungslos ehrlichen Fotos zeigen, was Menschen mit Depressionen fühlen

Dieser Artikel erschien zuerst bei Huffington Post.
Depressionen sind nicht sichtbar. Obwohl die Wunden da sind - obwohl sie schlimmer wehtun als ein gebrochenes Bein oder eine gemeine Bronchitis - bleiben sie für Außenstehende unsichtbar - undefinierbar.
Die Krankheit kennt keine Grenzen. Sie unterscheidet nicht zwischen den Geschlechtern, zwischen Jung und Alt. Sie kann jeden treffen, überall.
So auch die 22-jährige Alicia Shao. Eines Tages brach sie in ihrem Studentenwohnheim in Köln in ihrem Zimmer zusammen. Die Design-Studentin leidet seit Jahren unter Depressionen.

Dokumentieren des seelischen Schmerzes

"Ich saß auf dem Sofa und weinte über dem Korb Wäsche auf meinem Schoß und kam mir einfach nur so bedeutungslos vor“, schreibt Alicia auf der Internet-Plattform Reddit.
Alicia beschloss, sich mit ihren Depressionen auseinanderzusetzen. Als sie eines Tages wieder weinend zusammenbrach, griff sie spontan zur Kamera, die gerade auf dem Tisch in ihrem Zimmer lag.
Credit: Alicia Shao
In den darauffolgenden zwei Tagen entstanden Fotos, die Alicias seelischen Schmerz festhielten – und sie gleichzeitig auf eine gewisse Art aufheiterten. "Vielleicht weil das Licht gut fiel und die Fotos auch irgendwie schön sind “, sagt Alicia.
Credit: Alicia Shao
Unter dem Titel "Somwhere in the infinity of her universe“ veröffentlichte sie die Fotos auf Imgur. "Ich konnte anderen nicht zeigen, was es bedeutet, Depressionen zu haben, also schoss ich diese Fotos und stellte sie ins Netz“, schreibt sie.
Credit: Alicia Shao
Das Feedback der Nutzer auf die Fotos war enorm und überraschte Alicia zutiefst. Sie hatte mit negativen Kommentaren gerechnet. Die blieben aber aus.
Credit: Alicia Shao
Stattdessen fanden sich in Alicias Fotos Hunderte von Menschen wieder. Ihnen sprach sie mit ihren Bildern aus der Seele. "Sie beschreiben genau das, was depressive Menschen jeden Tag durchstehen müssen“, schreibt ein Nutzer auf Reddit.
Credit: Alicia Shao

Eine befreiende Erfahrung

"Für mich ist es eine befreiende Erfahrung gewesen“, schreibt Alicia. "Ich weiß nun, dass ich diese Schwere nicht alleine tragen muss und ich hoffe, dass ich damit auch anderen Menschen helfen konnte.“
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