Was ich als trockene Alkoholikerin nicht mehr gefragt werden möchte

Foto: Natalia Mantini.
Seit vier Jahren und drei Wochen bin ich jetzt trocken.
Ist das nicht verrückt? Klar, eigentlich nicht. Ich weiß ja, wie das mit der Zeit funktioniert und wie schnell sie vergeht und dass zwischen 2013 und 2017 quasi Welten liegen und all das. Aber ich erkenne die Person, die ich damals war, wirklich nicht wieder. In vier Jahren werde ich mein heutiges Ich vielleicht auch nicht mehr wiedererkennen. Zeit ist schon eine komische Sache. Sie ist nicht greifbar, vergeht unaufhaltbar, es gibt jeden Moment wirklich nur einmal – und trotzdem ist sie so oft die einzige Konstante, an die man sich noch halten kann.
Wenn ich an meine erste Woche ohne Alkohol erinnere, fühle ich mich noch genauso unwohl wie damals. Der einzige Unterschied ist, dass ich jetzt erfahren habe, wie auslaugend es ist, etwas aufzugeben, das du so sehr liebst.
Was genauso unangenehm ist? Die Dinge, von denen Mitmenschen meinen, sie mich ständig fragen zu müssen. Die Kommentare, die ich mir anhören muss, wenn ich einfach nicht trinke.
Um meine vier Jahre Nüchternheit zu zelebrieren, möchte ich einen kleinen Gesprächsratgeber aufstellen. Für alle, die möglicherweise eine*n trockene*n Alkoholiker*n im Umkreis haben oder selbst eine*r sind.
Hier sind sie also, die Fragen, die ich als trockene Alkoholikerin nie wieder gestellt bekommen möchte. Lass uns alle gemeinsam lachen!
Eine modifizierte Version dieses Texts ist in Anne T. Donahues Newsletter, „That's What She Said, erschienen. Hier könnt ihr ihn abonnieren.