21 Bilder von Frauen, die der Gefangenschaft der Boko Haram entkommen konnten

Foto: RUTH MCDOWALL.
In Neuseeland aufgewachsen, hatte Ruth McDowall immer ein großes Interesse an Afrika. Nachdem sie 2008 das erste Mal nach Nigeria reiste, ging sie zwei Jahre später zurück, um mit benachteiligten Jugendlichen zu arbeiten und sie durch Fotografieunterricht zu empowern.
„Nigeria ist ein fantastisches Land, voller großartiger Menschen, Talent, und Kreativität. Wie aber jedes Land dieser Welt irgendwann Krieg erlebt, erlebt Nigeria gerade ihren eigenen“, sagt McDowall Refinery29.
Sie sagt, sie sah ihre Freunde und Schüler zunehmend durch die religiöse und ethnische Gewalt betroffen, als Boko Haram, eine bewaffnete Gruppe, die sich selbst mit dem Islam und dem sogenannten Islamischen Staat identifiziert, das Land begann zu terrorisieren. Und sie zielen es besonders auf junge Menschen ab, so McDowall.
„Boko Haram sucht sich junge Menschen aus strategischen Gründen“, sagt McDowall.„Sie versuchen junge Männer mit ihrer Ideologie zu indoktrinieren und sie zu Kämpfern zu machen. Die Frauen werden für logistische Zwecke in den Camps benutzt, um Wasser zu holen und zu kochen. Sie werden auch gezwungen die Aufständischen zu heiraten. Junge Menschen lassen sich auch bezahlen,, um sich Boko Haram anzuschließen, oder machen kleinere Erledigungen für sie. Wenn du pleite bist und nichts zu verlieren hast, wirst du dich dem Aufstand wahrscheinlich auch anschließen.“
Mehr und mehr verlässt sich die Gruppe aber Kidnappings, um ihre Ränge zu füllen. McDowall berichtet, dass „500 Mädchen seit bereits 2009 schon verschleppt wurden“, und das aus nur zwei nordöstlichen Staaten allein. Viele werden auf dem Weg zur Schule verschleppt, während sie in den Feldern arbeiten, oder einfach aus ihren Häusern, während die Dörfer angegriffen werden.
„Sie werden gezwungen zu arbeiten, gezwungen zu heiraten, gezwungen zum Islam zu konvertieren, und erleiden psychologischen Missbrauch. Sie werden Opfer von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigungen“, sagt McDowall.
Aber die schrecklichen Kidnappings und der Missbrauch, den McDowall seit 2009 gesehen hat, machen auch heute noch Schlagzeilen in der ganzen Welt. Nach den Kidnappings von 2014 in Chibok, der unter dem Hashtag #BringBackOurGirls auch in den sozialen Netzwerken Wellen schlug, hat sich McDowall entschlossen Überlebende zu finden – Mädchen und Jungen, die es geschafft haben zu entkommen – und ihre Portraits und Geschichten zu veröffentlichen. Das Ergebnis ist „Malaiku“ (Engel), ein kraftvolles Foto-Essay, das McDowall mit Refinery29 teilt.
McDowall schreibt:„Ich werde mit offenen Armen von drei jungen Damen empfangen, die mir entgegenrennen und mich als Aunty Ruth begrüßen. Während der fünf Jahre, die ich in Nigeria gelebt habe, habe ich viele leidende Gesichter gesehen, aber diese Mädchen sehen anders aus – leidend und gebrochen. Ich wollte sie als starke, ausdauernde Überlebende portraitieren, denn das ist was sie sind, aber als sie sich niedergeschlagen in die Stühle setzten, musste ich realisieren, dass in einem solch jungen Alter, diese wunderbaren, jungen Menschen ihre Unschuld bereits verloren hatten und die schlimmste Seite der Menschheit kennengelernt haben. Sie sind nur ein kleiner Teil der vielen Jugendlichen, die durch die Extremistengruppe Boko Haram verschleppt wurden.“
Es folgen ihre kraftvollen Portraits und Geschichten von jungen Menschen, die es schafften zu entkommen. Zu ihrer Sicherheit wurden ihre Namen geändert. Einige Bildunterschriften wurden zu Zwecken der Lesbarkeit und Länge editiert.
Abbildung: Lydia wurde 2013 von Boko Haram gekidnappt, als sie im Bus saß. Sie konnte zwar entkommen, hat aber bis heute ihre Familie aus Kamerun nicht wiedergesehen.