Wie es aussieht, 1.000 Tage heroinfrei zu sein

Mittwoch, der 17. Mai 2017, war für Reddit-Userin DisregardThisOrDont ein ganz besonderer Tag: Auf der Plattform feierte sie 1.000 Tage ohne Heroin und teilte zur Feier des Tages ein Vorher-Nachher-Bild von sich.
„Der Unterschied mag euch nicht weltbewegend vorkommen, aber ich weiß genau, wie stark er sich anfühlt“, schreibt sie in ihrem Post. „Auf der linken Seite mit den blonden Haaren ging es mir dreckig, wirklich richtig mies. Ich hatte gerade meine Junkie-Freunde verlassen und war auf kaltem Entzug.“
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Sie fuhr fort und erinnerte, dass ihre Mutter das linke Foto damals gemacht hatte: „Ich weiß noch, wie fies ich zu ihr war, dabei war sie einfach nur glücklich, ihre Tochter zu sehen.“
„Meine Sucht hatte mich zu diesem Zeitpunkt vollkommen im Griff, sie war alles, woran ich denken konnte“, schreibt die Reddit-Nutzerin weiter. „Ich hatte mir die Haare kurz rasieren und blondieren lassen. Ich fing an, zwanghaft an meiner Haut und meinen Haaren zu zupfen und zu ziehen, bis ich irgendwann fast keine Augenbrauen mehr und überall wunde Stellen hatte. Ich lebte isoliert und habe so gut wie nie gegessen.“
Das Foto auf der rechten Seite erzählt hingegen eine ganz andere Geschichte. „Auf diesem Bild sieht man eine Person, die sich liebt“, erklärt sie.
Sie teile das Bild, um andere Menschen, die sich heute in derselben Lage befinden wie sie damals, zu motivieren und ihnen dabei zu helfen, sich selbst Hilfe zu suchen.
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„Meine Nachricht an alle, die diese Hölle durchmachen: Fürchtet euch niemals davor, nach Hilfe zu fragen“, schreibt sie. „Nicht jeder wird verstehen, warum ihr bestimmte Dinge getan habt oder tut, aber ihr sollt wissen, dass ihr geliebt werdet, und dass wir helfen wollen. Bitte lasst euch helfen. Denn das können wir erst, wenn ihr es zulasst und danach fragt. Sich Hilfe zu suchen, ist verdammt schwierig. Beängstigend. Aber dein Leben lang vor dich hin zu sterben oder gar im Gefängnis zu landen, ist doppelt so schlimm. Die Hilfe, die ihr bekommt, wird sich zeitweise schlimmer anfühlen als die Sucht. Aber das Ende wird gut. Wir lieben euch.“
Das Zentrum für Drogenmissbrauch und psychische Gesundheit definiert die Rehabilitation als „Veränderungsprozess, der den Gesundheitszustand verbessern und das Wohlbefinden steigern und die betroffene Person darin bestärken soll, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und ihr volles Potential zu erreichen“.
Der Heilungsprozess fühlt sich für jede*n Betroffene*n anders an – deshalb ist es unglaublich wertvoll, dass sich diese Reddit-Nutzerin öffentlich zu einem so sensiblen Thema äußert.

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