Männer mögen's hart, Frauen süß? Cocktailexpertin Missy Flynn im Gespräch

Johnnie Walker
Vorurteile gegenüber Männern und Frauen gibt es überall. Da ist auch die Barszene keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil sogar, denn darüber welche Getränke typisch männlich oder typisch weiblich sind, hat wohl fast jeder eine gewisse Vorahnung. Frauen wird unterstellt, dass sie bevorzugt klebrig süße Piña Coladas und Caipirinhas mit Schirmchen schlürfen, während es für Männer angeblich gar nicht zu herb und stark sein kann. Aber was ist dran an diesen Klischees? Anlässlich des Launchs des Red Rye Finishs aus der Blenders Batch-Serie von Johnnie Walker haben wir mit einer gesprochen, die es wissen muss: Cocktailexpertin und Bartenderin Missy Flynn hat schon einige Jahre Thekenerfahrung auf dem Buckel und teilt ihre Erlebnisse und Eindrücke mit uns.

Was Männer und Frauen wirklich gerne trinken, wie es ist, in einer traditionell eher maskulinen Branche zu arbeiten und wo es die besten Bars weltweit gibt, verrät die Londonerin in unserem Interview.

Es gibt viele Klischees darüber, was Frauen und Männer besonders gerne trinken. Männer mögen es stark, Frauen eher süß. Was davon stimmt deiner Erfahrung nach wirklich?


Ich würde gerne sagen, dass das überhaupt nicht stimmt. Gerade bei jungen Menschen bemerke ich einen sehr vielfältigen, offenen Umgang mit Drinks. Millennials genießen einfach, was ihnen schmeckt. Generell gibt es bestimmt Kategorien, die sich eher männlich oder weiblich anfühlen und die auch so vermarktet werden, aber das hält die meisten Leute zum Glück nicht davon ab, das zu trinken, was sie wirklich mögen.
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Das Klischee, dass Männer es nicht süß mögen, ist verrückt. Sie lieben Whiskey Cola.

Johnnie Walker
Ich glaube, dass Frauen generell lieber Long Drinks mögen, deren Geschmack süßlich oder blumig ist, weil sie mit Kräutern oder Früchten verlängert werden. Das Klischee, dass Männer es nicht süß mögen, ist verrückt. So viele Männer trinken Whiskey oder Rum mit Cola. Diese Drinks sind voll mit Zucker. Ein vermeintlich typischer Frauendrink wie Gin und Tonic oder Wodka Soda ist hingegen viel weniger süß, sondern eher komplex und würzig.

Auch viele Craft Beers enthalten tropische Fruchtnoten oder florale Elemente und werden nicht als feminin wahrgenommen. Es ist sehr schwierig zu bestimmen, welches Geschlecht nun eher süße Drinks bevorzugt, denn auch die können gleichzeitig sehr stark sein. Allgemein kann man wirklich nur sagen, dass Frauen den Geschmack von purem, harten Alkohol selten genießen. Das kann aber auch damit zutun haben, dass sich das zugehörige Marketing meistens eher an Männer richtet.

Wie ist es für dich als Frau hinter der Bar zu arbeiten? Empfindest du die Arbeit anders als deine männlichen Kollegen?

Ich arbeite nicht Vollzeit hinter der Bar, deswegen kann ich das nicht genau so einschätzen, wie viele Kollegen und Kolleginnen, die schon jahrelang in diesem Umfeld beschäftigt sind. Als ich angefangen habe, war ich von einem sehr männlich dominierten Team umgeben, trotzdem habe ich mich da immer gleichberechtigt gefühlt. Es gab einfach ein Verständnis darüber, dass jede Bar einen femininen Touch braucht, damit alles geordnet und friedlich abläuft.

Ältere, männliche Gäste reagieren oft weniger auf meine Empfehlungen als jüngere Frauen.


Ich habe aber durchaus bemerkt, dass ältere, männliche Gäste weniger auf meine Empfehlungen reagiert haben als jüngere, weibliche Gäste. Sie fanden es wiederum sehr angenehm sich einfach auf Augenhöhe zu unterhalten, ohne angemacht zu werden. Die physische Seite der Arbeit kann für eine Frau aber schon sehr hart sein. Man steht lange, hebt schwere Kisten, muss den Müll rausbringen usw. Ich habe das als Teil des Teams immer gerne selbst gemacht. Gleichzeitig war ich aber auch dankbar, wenn mir Kollegen geholfen haben, obwohl ich immer beweisen wollte, dass ich das nicht brauche.

Ich liebe es, eine Frau hinter dem Tresen zu sehen - egal, ob es eine Eckkneipe oder eine Cocktailbar ist. Es hat immer etwas Magisches, wenn eine Frau mit Wissen und Fähigkeiten in der Lage ist, eine große Nacht auszurichten. Nebenbei sieht der Arbeitsplatz dann meistens auch ordentlicher aus.
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Johnnie Walker

Was ist der ungewöhnlichste Drink, der jemals bei dir bestellt wurde?

Das war ein Wodka mit Weißwein. Ich glaube, die wollten einfach nur feiern.

Was ist dein persönlicher Lieblingsdrink?

Ich schätze Einfachheit bei einem guten Drink. Ich bevorzuge immer simple aber gut gemachte Mixgetränke gegenüber allem anderen. Letztlich hängt mein Favorit aber auch von der jeweiligen Bar ab.

Momentan liebe ich natürliche Weine und versuche da immer wieder Neue zu entdecken. Lange war ich außerdem ein echter Fan von Roggenwhiskey, gerne auch neben ein paar guten Bier, wenn ich auf einer Party oder in entspannter Umgebung bin. Wenn ich richtig ausgehe, dann mag ich auch gern mal eine Margarita mit 100 % Agave-Tequila und Soda. So wird der Kater auch nicht ganz so schlimm. Wenn ich in eine Cocktailbar gehe, dann trinke ich immer einen Klassiker wie den Martinez. Das ist mein All Time Favorite.

Welche sind deine drei liebsten Bars weltweit?

In der ersten Hälfte des Jahres habe ich in Hongkong gelebt. Dort gibt es wirklich fantastische, versteckte Bars, wie z.B. das Ronin. Sie haben einfach die beste Auswahl an japanischem Whiskey und ein großartiges Menü aus Long Drinks mit Eis, das direkt von einem riesigen Block abgeschabt wird. Die Bar ist sehr minimalistisch und hochwertig. Außerdem gibt es großartiges Essen und sie haben sogar eine eigene fabelhafte Sake-Linie.

Außerdem mag ich die Boadas Bar in Barcelona. Dort kann man besonders gut klassische Cocktails genießen.

Zu guter Letzt ist da noch der Marksman Pub in London, der einfach die perfekte Auswahl an Drinks, klassischen Cocktails und Bier hat. Zudem kann man hier ganz entspannt viele Stunden verbringen.
Johnnie Walker

Im Berliner Blenders Room hatten die Gäste übrigens die Möglichkeit, die neue Serie experimenteller Whiskys von Johnnie Walker auszuprobieren. Master Blender John Beveridge und sein Team setzen bei der Zusammenstellung auf Experimentierfreude und Innovation. Der neue limitierte Red Rye Finish ist so das Ergebnis unzähliger Versuche mit verschiedensten Geschmacksnoten wie Ananas, Wein oder Schokolade, sowie Harmonien von Aromen und Gewürzen. Probieren lohnt sich!



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