Eine Website zeigt, wie es ist, unter Legasthenie zu leiden

Foto: Ruby Yeh.
Neurologische Beeinträchtigungen oder Lernschwächen sind für die, die nicht unter ihnen leiden, unmöglich nachvollziehbar. Wie anders nimmt zum Beispiel jemand die Welt wahr, wenn er nur unterstützt durch ein Innenohrtransplantat hören kann? Wie fühlt sich Autismus an? Auch Legasthenie, eine der häufigsten Leseschwächen, bleibt für den, der nicht davon betroffen ist meist unvorstellbar.
Eine spezielle Internetseite will dies nun ändern. Eindrucksvoll demonstriert sie, durch den Einsatz von Javascript, wie es ist, wenn die Buchstaben beim Lesen hin und her hüpfen und beweist, was für ein erhöhter Konzentrationsaufwand erforderlich ist, den Text auf diese Art zu verstehen. Es ist nicht unmöglich die Worte zu lesen, man braucht im Durchschnitt nur einfach eine Sekunde länger, um das zu verstehen, was man da liest. Natürlich empfinden nicht alle Legastheniker ihre Krankheit auf dieselbe Weise, aber die Website scheint dem doch sehr nahe zu kommen.
„Wenn jemand mit Legasthenie sagt, die Worte würden ‚wild herumspringen‘, dann ist das nicht wörtlich gemeint. Es ist nur ein Versuch, irgendwie adäquat zu beschreiben, wie es sich für uns anfühlt“, kann man auf der Seite lesen. „Manchmal fühlt es sich auch an wie eine optische Täuschung, wie dieses Bild, auf dem aus einem Gesicht irgendwann eine Vase wird und umgekehrt. Der Aufbau der Worte ist permanent instabil und man ist die ganze Zeit dabei, sich zu versichern, dass es auch genau das Wort ist, das da steht.“
Versucht es selbst und wagt einen Besuch auf der Seite, sicher ist es dann einfacher zu verstehen, welche Schwierigkeiten eine Lernschwäche wie Legasthenie mit sich bringt.
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