Diese Frauen stellen gängige Schönheitsideale auf den Kopf

Porzellan-Teints, lange Wallemähnen, rasierte Körper und Size-Zero-Maße: Die Beauty-Industrie propagiert Schönheitsideale, die dem Großteil der weiblichen Weltbevölkerung so eher gar nicht entsprechen, was viele Frauen aber nicht davon abhält, sich ihnen zu unterwerfen. Nicht selten geht das zu Lasten der Gesundheit. Von Anorexie- und Bulimie-Erkrankungen sind weltweit bis zu 90 Prozent der Frauen betroffen, mehr als 50 Prozent der 5- bis 12-Jährigen denken über eine Diät nach, eine von fünf Frauen in Südkorea hat eine Schönheitsoperation hinter sich und vier Millionen kosmetische Eingriffe werden jährlich in den USA durchgeführt. Diese Zahlen enthüllte jüngst die Dokumentation „Embrace“ von Taryn Brumfitt, die sich mit ihrem „Body Image Movement“ für ein natürliches und vielfältiges Körperbild von Frauen stark macht.
Brumfitt ist keine Einzel-Kämpferin. Immer mehr Frauen trauen sich an die Öffentlichkeit, um die Schönheitsindustrie mit ihren falschen Idealen in die Knie zu zwingen. Eine ihrer berühmtesten Aktivistinnen ist der Popstar Rihanna. Sie hatte es 2015 als erste Schwarze zum Kampagnen-Gesicht des französischen Modehauses Christian Dior gebracht. Jetzt ging die Sängerin aus Barbados noch einen Schritt weiter und launchte eine eigene Beauty-Linie. „Fenty Beauty“ ist nicht nur ein lukrativer Erfolg, sondern hat sich zu einer wichtigen Schönheitsbewegung in den Sozialen-Medien entwickelt. Die Neuartigkeit: Rihanna hat mit „Fenty Beauty“ unter anderem 40 verschiedene Foundations kreiert, die Shades von Ultrahell bis Tiefdunkel umfassen. Krystal Robertson, eine Krankenschwester aus Mississippi mit Albinismus, postete: „@fentybeauty Ich raste aus!!! #110 #PerfextMatch #WhatSkin!!!! … wenn ich daran denke, wie oft ich orange aussah. Eine ganz neue Welt, großartige Arbeit @badgirlriri”
Model und „Body Positivity“-Aktivistin Tess Holliday brachte den Erfolg und seine Folgen für die Beauty-Branche in einem Interview mit „Adweek“ auf den Punkt: „Wieso musste erst Rihanna kommen und eine Beauty-Linie erfinden, die auf den Mangel von Produkten für farbige Frauen reagiert. Jetzt werden Beauty-Marken sicherstellen, dass auch sie die Töne in ihren Produktlinien haben, mit denen Rihanna rausgekommen ist.“
Holliday selbst stellt sich mit ihrer Bewegung „Eff your Beauty Standards“ und einer Kleidergröße von 52 gegen den Magerwahn, der von großen Beauty- und Mode-Konzernen gefördert wird. Damit hat sie bereits Marken wie H&M, Benefit Cosmetics und eBay überzeugt. Am 26. September kam ihr erstes Buch auf den Markt. In „The Not So Subtle Art of Being A Fat Girl: Loving the Skin You're In“ erzählt sie ihre Lebensgeschichte, um Frauen auf der ganzen Welt dabei zu unterstützen, sich in und mit ihren Körpern wohl zu fühlen.
Doch nicht nur die Akzeptanz von Hautfarbe und Plus-Size wird von den neuen Beauty-Aktivistinnen gefordert. Ob eine Lady mit Bart, ein Promi-Kind, das sich nicht mehr rasiert, oder ein Model, das Hijab trägt – sie alle verbindet ein Gedanke: Schönheit kennt keine Norm. Wir haben die wichtigsten Influencer und ihre außergewöhnlichen Schönheitsbewegungen für eine Bildergalerie zusammengestellt.