18 junge Frauen, die Deutschland 2018 verändern werden

Dieser Artikel erschien zuerst bei HuffPost 
Sie wollen die Autoindustrie revolutionieren, die Meere retten oder die deutsche Politik mit einer neuen Partei aufmischen.
Viel zu oft werden mit diesen Vorhaben Männer in Verbindung gebracht - wer aber genau hinschaut, sieht: Mindestens genauso viele Frauen bewegen mit ihren Ideen, ihren Unternehmen und ihrer Energie in diesen und anderen Bereichen Bahnbrechendes.
Die HuffPost hat sich deshalb auf die Suche nach jungen Frauen gemacht, die 2018 das Potenzial haben, Deutschland zu verändern.
Hier sind 18 von ihnen:

Agnieszka Brugger, 32, will die deutsche Politik grüner machen

Dass die Grünen-Politikerin Agnieszka Brugger ihren Weg gehen wird, daran zweifeln im politischen Berlin die wenigsten. Claudia Roth nannte ihre Parteikollegin bereits vor zwei Jahren “eines der größten Politik-Talente Deutschlands”.
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Erstaunlich ist aber, wie viel Lob selbst von konservativen Kollegen von FDP und Union zuletzt für Brugger zu hören war. “Kompetent” sei die 32-Jährige Parteilinke, die bereits seit 2009 im Deutschen Bundestag sitzt, “gut sortiert” eine “starke Verhandlerin”, hört man dort.
Wohl auch deshalb durfte die junge Grüne bereits im Sondierungsteam ihrer Partei zu den Jamaika-Gesprächen mitwirken.
Brugger ist Expertin im Bereich Verteidigungspolitik und arbeitete im Verteidigungsausschuss als Obfrau im Unterbereich Abrüstung. Bei ihren großteils männlichen Kollegen konnte sie sich dort schnell Respekt verschaffen.
Im Frühjahr 2018 will Brugger den nächsten Schritt machen: Die Ravensburgerin stellt sich als Fraktions-Vizechefin zur Wahl. Ob sie dem Amt schon so früh in ihrer Karriere gewachsen ist? Auch daran zweifelt kaum jemand.

Sara Redolfi, 31, will den Polit-Status-Quo durchbrechen

Demokratie kann zäh sein. Als Mitarbeiterin im Bundesaußenministerium weiß Sara Redolfi das aus erster Hand. Oft geht es nicht, oder nur kaum merklich vorwärts. Viele gute Projekte werden vom Proporzdenken und parteitaktischen Spielen zerrieben.
Redolfi will diesen festgefahrenen Polit-Status-Quo durchbrechen. Deshalb gründete sie im April die Partei Demokratie in Bewegung. Das Besondere: Die Wähler können selbst bestimmen, wie die Partei Politik macht.
Die Partei gründete sich, nachdem mehr als 100.000 Menschen auf der Petitionsplattform change.org ihre Unterstützung zugesichert hatten. Dann brachten die Unterstützer Initiativen ein und sie diskutierten sie – und am Ende stand ein Parteiprogramm.
Ein linkes Parteiprogramm, wie Redolfi nicht ohne Stolz betont. Schon wenige Monate nach der Gründung gaben mehr als 60.000 Menschen bei der Bundestagswahl ihre Zweitstimme an Demokratie in Bewegung.
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“Ein Softwareupdate” für die Politik wollen die jungen Politiker der neuen Bewegung sein.
Schon jetzt haben sie zumindest wichtige Diskussionen angestoßen: Wie lässt sich Partizipation erhöhen, Vertrauen wiederherstellen? Redolfi wird neben ihrem Vollzeitjob im Auswärtigen Amt und ihrer Rolle als Mutter weiter nach Antworten suchen.

Sarah Hallmann (32) und Nike Roessler (27) machen die Spitzenküche weiblicher

Die Spitzenküche ist nach wie vor ein männerdominiertes Gewerbe. Das hat das Ranking der besten Köche Deutschlands des Gastronomie Magazins “Rolling Pin” in diesem Jahr wieder gezeigt: Unter den 50 ausgezeichneten Köchen befand sich gerade mal eine Köchin.
Heißt das, dass Frauen in der Haute Cuisine keinen Platz haben?
Sarah Hallmann, 32 und ihre Kollegin Nike Roessler, 27 beweisen in ihrem Berliner Restaurant “Hallmann & Klee” das Gegenteil. In dem Restaurant arbeiten – ungewöhnlich für das sonst so männerdominierte Gewerbe – nur Frauen.
Vor der Eröffnung ihres Restaurants im April 2016 arbeiteten die beiden in verschiedenen Sternerestaurants. Mit Hallmann & Klee möchten die beiden Frauen aber weg von der Jagd auf “Sterne-Bewertungen” und sich auf das besinnen, was wirklich zählt: gutes Essen.
Das Hallmann & Klee gilt als Geheimtipp in Berlin und erhält durchweg gute Kritiken. “Es ist eine offene Leerstelle in vielen Restaurants, dass dort nicht mehr Frauen in der Küche arbeiten”, sagte Hallmann gegenüber der Wochenzeitung “Die Zeit”, “denn sie arbeiten oft ein bisschen zuverlässiger und genauer als Männer.”
Und vielleicht werden Hallmann und Roessler so auch für andere Restaurants zum Vorbild - und die deutsche Köchelandschaft wird ein bisschen weiblicher.
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Marcella Hansch, 30, kämpft gegen Plastikmüll in den Meeren

Die Meere vom Plastikmüll befreien - das ist Marcella Hanschs Vision. Die 30-jährige Architektin hat in ihrer Masterarbeit eine Technologie entwickelt, die Kunststoffteilchen aus dem Meer filtern kann. Damit könnte Hansch eines der größten Umweltprobleme lösen.
Die von ihr erdachte schwimmende Plattform “Pacific Garbage Screening” sieht aus wie ein riesiger Kamm. Plastikmüll, den die Meeresströmung transportiert, filtert die Anlage aus dem Wasser. Tiere werden dabei nicht in Gefahr gebracht.
Marcella hat mit ihrem Team einen gemeinnützigen Verein gegründet und versucht nun, über Forschungsgelder, Spenden und Crowdfunding den Bau eines Prototypen finanzieren zu können.

Natalie Spinell, 35, dreht Deutschlands neue Kult-Serie

Die Münchnerin Natalie Spinell stand bereits mit zwölf Jahren für die Serie “Katrin ist die Beste” vor der Kamera. In den Jahren danach spielte sie in diversen Film- und Fernsehproduktionen wie Tatort oder SOKO 5113 mit.
Mittlerweile ist die 35-Jährige selbst Regisseurin. Von 2015 bis 2017 hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Felix Hellmann die Miniserie “Servus Baby”realisiert, die 2018 im Bayerischen Fernsehen zu sehen ist.
Darin geht es um Frauen Anfang 30, die in den unterschiedlichsten Lebensphasen stecken: Lou ist plötzlich wieder Single, obwohl sie mit ihrem Freund gerade noch Kinder geplant hat.
Mel springt mit einem Typen nach dem anderen ins Bett. Und Eve kann nicht mehr zählen, wie oft sie sich in letzter Zeit schon verliebt hat. Charaktere, mit denen sich viele Frauen um die 30 identifizieren können.
“Servus Baby” erinnere an US-Serien wie “Sex and the City”, schreibt das Medienmagazin des FFF Bayern und könnte 2018 zur neuen Kult-Serie werden.
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Navina Pernsteiner, 29, will die Autoindustrie revolutionieren

Deutsche Autos sind weltweit Statussymbole. Doch wenn es um Elektroautos geht, hinkt die deutsche Autoindustrie der Konkurrenz hinterher.
Navina Pernsteiner hat es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern. Gemeinsam mit Laurin Hahn und Jona Christians gründete sie 2016 das E-Auto-Startup Sono Motors. In diesem Jahr stellte das Unternehmen den ersten Prototyp vor: den Sion.
Das Besondere an dem Kleinwagen: Auf dem Dach und an den Türen befinden sich Solarzellen. Die sollen das Auto aufladen - ohne dass es an eine Steckdose angeschlossen werden muss.
Die Zellen auf der Karosserie sollen genug Strom liefern, um damit bis zu 30 Kilometer weit zu fahren. Natürlich nicht an Tagen mit stark bewölktem Himmel.
Der Sion soll “vollgetankt” eine Reichweite von 250 Kilometern haben. Die Ladezeit beträgt 45 Minuten. Höchstgeschwindigkeit: 140 Kilometer pro Stunde.
Nach einer ersten erfolgreichen Tour durch Deutschland und einige europäische Hauptstädte soll der Sion 2018 auch den Rest Europas erobern. Anschließend folgen Chrashtests und dann beginnt die Serienproduktion. 16.000 Euro soll ein Wagen kosten.
Und damit könnte dem kleinen Münchner Startup etwas gelingen, was die Autogiganten des Landes bisher nicht geschafft haben: ein erschwingliches E-Auto für jedermann auf die deutschen Straßen zu bringen.

Hannah Helmke, 29, will den Klimawandel bremsen

In Zeiten, in denen mit Donald Trump ein bekennender Klimawandelleugner im Weißen Haus sitzt, kommt es umso mehr darauf an, dass jeder einzelne etwas gegen die Erderwärmung tut.
Genau das will Hannah Helmke mit ihrem Startup right.based on science ermöglichen, das sie 2016 gemeinsam mit ihrem Partner Sebastian Müller gründete.
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Ihre Idee: Helmke will für Unternehmen transparent machen, wie klimafreundlich sie arbeiten und welchen Beitrag sie leisten, das weltweite Klimaziel einer Erdwrwärmung um höchstens zwei Grad einzuhalten.
Dabei setzt sie auch auf Transparenz der wissenschaftlichen Daten und macht sie mit Einwilligung der Unternehmen öffentlich. So kann jeder Mitarbeiter entscheiden, ob er für das Unternehmen arbeiten möchte. Auch Investoren bekommen so die Möglichkeit, zu sehen, ob sie in ein Unternehmen Geld stecken wollen oder nicht.
Hinzu kommt: Ein Kunde kann aufgrund der Daten auch entscheiden, ob er Produkte des Unternehmens kaufen möchte oder nicht.
Helmke arbeitet unter anderem mit der Deutschen Börse und der hessischen Landesregierung zusammen.

Tijen Onaran, 32, will Frauen in Deutschland besser vernetzen

Netzwerken ist - das sagt so gut wie jeder Karriereberater - eines der wichtigsten Dinge, um im Job voranzukommen. Doch - und auch das ist bekannt - gerade Frauen vernetzen sich zu wenig.
Tijen Onaran hat sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern. Sie hat vergangenes Jahr das Netzwerk Women in Digital, kurz WIDI, gegründet.
Onaran versteht WIDI als eine Art Kontaktbörse, die Frauen aus verschiedenen Branchen zusammen bringt. Dafür veranstaltet sie monatliche Treffen, die 2018 in ganz Deutschland und danach auch im Ausland stattfinden sollen.

Melanie Trommer, 37, bringt Teenagern Feminismus nah

Der ein oder andere mag Melanie Trommer bereits von ihrem Blog “glücklich scheitern” kennen, wo sie über all die kleinen und großen Dinge schreibt, die einem als “Mensch und Mutter” begegnen.
Als studierte Sozialpädagogin und Expertin für Gender Studies schrieb sie in der Vergangenheit auch erfolgreich über Feminismus und Mutterschaft.
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All dieses Wissen wird ihrem neuen Projekt zugutekommen, denn die Kölnerin hat mit zwei Mitstreiterinnen ein neues Online-Magazin gegründet. “Brause.mag” heißt das neue Portal und soll 12 bis 17-Jährige ansprechen und eine feministische Alternative zu den Magazinen “Bravo”, “Mädchen” und “Popcorn” bieten.
Statt Tipps zu geben, wie man “ihn” glücklich macht und bereits jungen Mädchen zu raten, ihre Kalorien zu zählen, soll das “Brause.mag” auf Augenhöhe und ohne Rollenklischees Jugendliche unterhalten und informieren.
Die Spanne der Artikel reicht von politischen Stücken zur aktuellen Regierungsbildung, über Rezensionen von Videospielen und Filmen, bis hin zu Servicetexten. Ein Beitrag erklärt jungen Mädchen zum Beispiel, wie sie einen guten Frauenarzt finden.
Mit ihrem feministischen Jugendmagazin schließen Trommer und ihre Mitgründerinnen Kristin Lein und Sarah Rudolph eine Lücke in der Medienlandschaft.

Fränzi Kühne, 34, will die Digitalwirtschaft in Deutschland vorantreiben

u ihrem ersten Arbeitstag im Aufsichtsrat der Freenet AG plante Fränzi Kühne in Turnschuhen von Converse zu gehen. “Warum sollte ich mich verkleiden?”, sagte die Expertin für Digitalwirtschaft im Juni der “Zeit” – da war sie gerade als jüngste Frau überhaupt in einen deutschen Aufsichtsrat gewählt worden.
Hauptberuflich arbeitet die 34-Jährige für die von ihr 2008 mit gegründete Digitalagentur “Torben, Lucie und die gelbe Gefahr” (TLGG). Zu deren Kunden gehören etwa das Bundeswirtschaftsministerium, die Deutsche Bahn, BMW oder Montblanc.
170 Mitarbeiter hat das Unternehmen mittlerweile. Wenn es nach Kühne geht, sollen es noch viele mehr werden.
Ihr Plan für die kommenden Jahre: TLGG zur führenden Agentur für Digitalwirtschaft zu machen. Und nebenher, so sagte sie es dem Digitalmagazin “Edition F”, “Kind, Familie und Karriere gut unter einen Hut zu bekommen.”
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Maria Driesel, 27, will Krebsdiagnosen schneller, einfacher und zuverlässiger machen

Maria Driesel hat ein Gefäß für Gewebeproben entwickelt, der die Krebsdiagnose schneller, einfacher und zuverlässiger macht.
Bisher gab es immer wieder Probleme beim Beschriften und Umfüllen und somit auch beim Auffinden von Proben. Das wiederum führte oft zu Fehldiagnosen. Mit dem intelligenten Container soll das nun nicht mehr passieren.
2017 gründete die Münchner Wirtschaftsingenieurin gemeinsam mit dem Biotech-Experten Dominik Sievert das Startup inveox. Der Großvater von Sievert habe selbst eine Fehldiagnose erlitten, erzählte Driesel in einem Interview mit dem Magazin “MucBook”.
Zusammen entwickelten sie dann den codierten Container, eine Automatisierungsmaschine und die Software für inveox, erklärt Maria Driesel.Das macht die Diagnose weitaus sicherer.
Mit ihrer Idee können die beiden so die Krebsdiagnose revolutionieren - und sehr vielen Menschen helfen.

Madeleine Alizadeh, 28, macht die Modewelt nachhaltiger

Ob Bibi oder Dagi - der Konsumwahn hat die Blogger und Youtuber des Landes fest im Griff. So war es auch bei Madeleine Alizadeh: Die 28-jährige Bloggerin hatte es geschafft, ihre Leidenschaft für Mode zum Beruf zu machen. Täglich füllte sie ihre Website und diverse Social Media Plattformen mit Fashiontipps und Bildern ihrer Outfits.
Ihr Erfolg brachte ihr Aufmerksamkeit von großen Firmen, Geld, Front-Row-Tickets bei Modeschauen wichtiger Designer - und sehr viele Werbegeschenke. Als sie aber eines Tages in ihrer Wohnung zwischen all den Paketen die Möbel kaum noch sah, zog sie endgültig den Schlussstrich.
Alizadeh wollte nicht länger Teil dieser Überfluss- und Wegwerfbranche sein. Jetzt schreibt sie auf ihrem Blog “Dariadaria” über nachhaltige Mode- und Beautyprodukte, über Waschmittel aus Kastanien oder besucht faire Schuhfabriken in Brasilien.
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Außerdem gibt Alizadeh Tipps, welche Kosmetika am wenigsten Müll machen. Alizadeh will vor allem eines vermitteln: Nachhaltigkeit ist cool, und man muss kein Hippie sein, um “grüner” zu leben.
Und mit ihrer lockeren Art, die so ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommt, trifft sie einen Nerv: 100.000 Menschen sehen ihre Youtube-Videos, 300.000 User lesen regelmäßig ihren Blog. Und folgen Alizadehs Nachhaltigkeitstipps.

Eva Schulz, 27, erklärt jungen Menschen Politik

Jungen Menschen das “reflektierteste Kreuz ever” bei der Bundestagswahl zu ermöglichen war die Mission von Deutschland 3000. Deutschland 3000 ist ein Videoformat von funk, dem Online-Angebot von ARD und ZDF. Moderiert wird die Sendung von Eva Schulz, die für funk schon seit längerer Zeit als Snapchat-Reporterin unterwegs war.
Die Zielgruppe von Deutschland 3000 liegt bei den unter 30-Jährigen. Um die zu erreichen, erscheint die Sendung vorrangig direkt auf Facebook.
“Dort ist unsere Zielgruppe und wir mischen uns bei denen mit in den Stream”, erklärte Schulz gegenüber der “Süddeutschen Zeitung”. Behandelt werden alle aktuellen politischen Themen, mal als Musikvideo, mal als Interview und mal als Videokommentar. Immer unterhaltsam und kreativ anders.
Das Prinzip funktioniert, die Videos erreichen oft über 200.000 Zuschauer. Der erfolgreichste Beitrag, ein Video in dem Erstwähler die Wahlwerbespots der Parteien kommentieren, wurde sogar von über 500.000 Menschen angesehen.
Wie genau die Sendung im neuen Jahr aussehen wird, ist noch unklar. Was sicher ist, mit Deutschland 3000 geht es weiter. Das Team wird sogar vergrößert.

Sarah Ulrich, 35, macht Organspenden risikofreier

Foto: Ulrike Frömel
Die 35-jährige Kinderärztin Sarah Ulrich hat ein Verfahren entwickelt, das Organspenden risikofreier machen soll.
Bisher müssen Patienten nach einer Transplantation meist sehr starke Medikamente einnehmen, um zu verhindern, dass der Körper das neue Organ abstößt.
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Die Medikamente müssen häufig ein Leben lang genommen werden - mit teilweise starken Nebenwirkungen.
Ulrich, die an der Klinik der Ludwigs-Maximilians-Universität in München forscht, will es den Patienten nun mit einer neuen Methode ermöglichen, auf einen Teil und teilweise sogar vollkommen auf Medikamente zu verzichten.
Mit einer speziellen Messmethode will Ulrich herausfinden, wie aktiv oder inaktiv das Immunsystem des jeweiligen Patienten ist. Davon hängt auch ab, wie gut der Körper das neue Organ annimmt. Die Medikation würde so individuell auf den Patienten angepasst - so etwas gibt es bisher nicht.
Manche Patienten könnten so sogar ganz auf Medikamente verzichten, erklärte Ulrich der Online-Plattform “Innovations Report”.

Zana Ramadani, 33, wird 2018 für Diskussionen um das Kopftuch sorgen

Foto: Jörg Schulz
Ramadani floh mit ihrer Familie im Alter von sieben Jahren aus Mazedonien nach Deutschland, litt unter ihrer konservativen Mutter und zog mit 18 ins Frauenhaus, heirate und trennte sich wieder.
Bekannt wurde sie als Mitgründerin der feministischen Aktivistinnengruppe Femen Deutschland, die sie inzwischen wieder verlassen hat. Weil sie nichts mit Feministinnen anfangen könne, die Frauensolidarität nur predigten, nicht lebten, wie sie sagt.
2017 legte sich die Muslima in ihrem Buch “Die verschleierte Gefahr” sowohl mit linken Feministinnen als auch konservativen Muslimen an.
Besonders, wenn es um die Integration von Muslimen geht, hat Ramadani eine klare Meinung. Sie hält das Kopftuch für das “Leichentuch einer freien Gesellschaft”. “Endlose Toleranz führt uns zum Verschwinden der Toleranz”, glaubt sie.
Egal, wie man ihre Haltung findet, für 2018 ist eins klar: Ramadani wird weiter für Diskussionen sorgen.
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Helena Steinhaus, 30, will Hartz IV reformieren

Helena Steinhaus und ihr Team vom Verein Sanktionsfrei wollen aus Hartz IV eine echte Grundsicherung machen. Aktuell kann der Hartz-IV-Satz von den Jobcentern gekürzt werden.
Die Sanktionen sollen zum Beispiel dafür sorgen, dass Hartz-IV-Empfänger an Fortbildungen teilnehmen oder zu Terminen mit dem Arbeitsamt erscheinen. Doch nicht nur werden bereits bei den geringsten Versäumnissen Kürzungen verteilt, die Jobcenter gehen mit den Strafen so unterschiedlich um, dass Experten von Willkür sprechen.
Steinhaus gleicht mit Sanktionsfrei diese Strafen aus. Über Crowdfunding sammelt der Verein Geld, das an Menschen verteilt wird, denen das Amt Hartz IV gekürzt hat. Gleichzeitig arbeitet Sanktionsfrei mit Anwälten zusammen, die die Sanktionsbescheide prüfen.
Für 2018 plant Steinhaus eine neuen Aktion.
Mit “Hartz Plus” will Sanktionsfrei 100 Menschen für ein Jahr eine bedingungslose Grundsicherung ermöglichen. Das Experiment soll zeigen, was es für Menschen bedeutet, wenn die Existenz tatsächlich völlig abgesichert ist - ohne Bedingungen.

Linda Kruse, 30, bringt Videospiele in die Schulen

Linda Kruse und ihr Team entwickeln mit ihrem Unternehmen The Good Evil Computerspiele, bei denen es nicht nur ums Erleben, sondern auch ums Lernen geht.
“Mit unseren Spielen kann man Englisch lernen, die deutsche Geschichte zusammenpuzzeln, verstehen, wie es sich anfühlt, fremd zu sein oder mit Hilfe eines Pizzakartons fit werden,” beschreibt das Unternehmen den pädagogischen Mehrwert seiner Games.
Spielen und lernen gehört für Kruse zusammen. Deshalb würde sie Computerspiele auch gern in deutschen Klassenzimmern sehen - ganz offiziell als Teil des Lehrplans.
Eines ihrer Spiele, das sie in Zusammenarbeit mit Ingenieuren der TU-Dresden entwickelt hat, zeigt Schülern zum Beispiel, wie man technische Probleme löst. “Das geht vom Auswechseln einer Lampe bis zur Reparatur einer Windenergieanlage,” sagte Kruse in der Zeitung “LR-Online”.
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Kruse unterrichtet auch selbst - Game Design an der Hochschule Mainz. Seit Ende 2016 ist sie außerdem im Vorstand bei GAME, dem Verband der deutschen Computer- und Videospielbranche.

Johanna Ludwig, 29, sorgt für sauberes Wasser

Es gibt zwar sehr viel Wasser auf der Erde, aber der Großteil davon ist Salzwasser. Und das ohnehin schon wenige Süßwasser wird immer knapper. Eine Möglichkeiten gegen die Wasserknappheit vorzugehen: Abwasser wieder aufzubereiten, um daraus Trinkwasser zu machen.
Das Problem: Der Prozess braucht sehr viel Energie.
Zumindest bis jetzt. Denn die Ingenieurin Johanna Ludwig hat mit ihrem Startup Akvola eine nachhaltige Wasseraufbereitung entwickelt, um zum Beispiel Öl, aber auch andere Schmutzpartikel aus schwer belasteten Industrieabwässern zu entfernen.
Dabei verbraucht die Technologie laut Akvola 90 Prozent weniger Energie und 70 Prozent weniger CO2 als vergleichbare Technologien.
Die Anlagen von Akvola können im Bergbau, in der pharmazeutischen, Papier- und Halbleiter-Industrie, in der Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung sowie in der Öl- und Gasförderung eingesetzt werden.
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