Diese Modelagentur in NYC verändert die Modewelt

Foto zur Verfügung gestellt von: Peche Di.
Überhaupt auch nur einen Fuß in die Modelindustrie zu bekommen, ist für jeden schwierig – aber es ist besonders schwierig, wenn man nicht unbedingt in „konventionelle“ Schönheitsnormen passt. Als das Transgender-Model Peche Di 2010 aus Thailand nach New York zog, tat sie dies, um Englisch und Film an der NYU zu studieren. Nachdem sie einen Monat später am Miss-Asia-NYC-Schönheitswettbewerb teilgenommen hatte — und prompt kam, sah und siegte (unsere Worte, nicht Dis) — richtete sie ihr Augenmerk auf etwas anderes: unter Vertrag genommen zu werden. Aber das stellte sich als schwieriger heraus, als sie erwartet hatte.

„Ich hatte ein sehr starkes Portfolio, das zeigte, dass ich mit High-Fashion-Fotografen wie zum Beispiel Bruce Weber gearbeitet habe“, erzählt uns Di. Aber trotz ihrer Kampagnen mit großen Namen wie L'Officiel, Teen Vogue, Barneys und Candy-Magazin im Gepäck konnte sie immer noch keinen Agenten an Land ziehen. „Ich ging zu Ford Models und Women Management und kam nicht so gut an. Sie wollten mich nicht vertreten…[und] sie sagten mir nicht wirklich, weshalb, sie verschwanden einfach. Ich bekam keinen Rückruf.“

Di sah eine Gelegenheit, als The New York Times sie im Dezember letzten Jahres für eine Geschichte über Transmodels kontaktierte. Da die englische Sprache nicht ihre große Stärke war, heuerte sie ihren Freund Roi an, um ihr bei der Vorbereitung zu helfen. Zwischen den Arbeitssitzungen vertraute sie ihm ihren Traum an, eine Modelagentur zu eröffnen, die ausschließlich Transgender-Talente vertritt. Seine Reaktion? Mach es. Mit dem Anstoß — und obwohl ihr Mitbewohner und ihre Freunde ihr sagten, dass sie verrückt sei — ging Di sofort online, um Domainnamen zu prüfen. Sie entschied sich für TransModels.com: Kurz, süß und auf den Punkt. „Ich wollte nicht wirklich aufgeben… Ich wollte mich fühlen, als ob ich etwas hätte, das ich zur Welt gebracht habe“, sagt sie. „Also fuhr ich am 15. März nach Downtown zur Unterzeichnung der Papiere, um mein Unternehmen zu [starten].“
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Foto zur Verfügung gestellt von: Peche Di.
Spulen wir drei Monate vorwärts. Dis Traum, eine Agentur zu eröffnen, die hoffnungsvollen Transgendermodels sowohl hilft als auch versteht, wurde schließlich mit der Eröffnung von Trans Models, New Yorks erster Transgendermodelagentur, verwirklicht.

Heute hat Di 19 Models unter Vertrag — 10 Männer und neun Frauen — von denen sie die meisten durch Instagram gefunden hat, ebenso wie Trans-Makeup-Artists und Fashion-und Hairstylisten. Die Models haben Aufnahmen für Budweiser und Smirnoff gemacht und waren zudem in der i-D und dem Time Out Magazine zu sehen. Nicht schlecht für eine sieben Monate alte Firma.

Wenn Di ihr ultimatives Ziel für die Firma in einem Satz zusammenfassen könnte, würde er lauten: „Wir machen das alles nur für den Wandel: natürlich um zum einen den Lebensunterhalt zu verdienen, aber auch um einen Abdruck in der Modewelt zu hinterlassen.“ Und der beginnt und endet mit der Sichtbarkeit. Während das Aufwachsen in Thailand für Di ihre Schattenseiten hatte (die Geschlechtskennzeichnung in ihrem Pass lautet immer noch Herr, was sie nicht ändern kann), war dies eines der Dinge, in dem ihr Heimatland Amerika überbot. Während ihrer Umwandlung half die Anzahl an erfolgreichen Trans-Leuten in den Medien ihren Eltern, sie sowohl zu verstehen als auch zu akzeptieren, sagt sie. Und während Amerika heute namhafte Trans-Anwälte wie Caitlyn Jenner, Laverne Cox und Janet Mock im Rampenlicht hat, hofft Di, dass die Agentur fähig ist, noch mehr zu erreichen — besonders für die Jüngeren. „Ich glaube, viele Trans-Leute brauchen [mehr Sichtbarkeit] in den Medien, damit sie [mehr] über sich selbst erfahren und zeitig behandelt werden, während sie noch jung sind“, sagt sie. „Um gebildet und inspiriert zu werden.“

Die Agentur zielt auch darauf ab, farbige Transmodels zu fördern. Insgesamt 20 Transleute wurden allein dieses Jahr laut einem August-Fusion-Artikel ermordet. Ein Report von 2013 der nationalen Koalition von Anti-Gewalt-Programmen berichtet, dass 72 % der Opfer von Anti-LGBT-Ermordungen Transgender-Frauen sind. 67 % davon sind farbige Transfrauen. Transgender-Leute sind sieben Mal wahrscheinlicher Opfer von Polizeigewalt und dies erhöht sich drastisch für farbige Transfrauen.
Foto zur Verfügung gestellt von: Peche Di.
„Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die Agentur die wahre, einzigartige Schönheit von Transmodels repräsentiert… Ich möchte deutlich machen, dass es großartige Menschen sind, auf die die Leute nicht herabschauen oder sie behandeln sollten, als seien sie nicht normal“, sagt sie. „Es gibt zwar Transfrauen, die Beautykampagnen an Land gezogen haben, aber die meisten davon sind keine farbigen Transgenderfrauen.“

Natürlich passiert dieser Wandel nicht über Nacht. Es ist ein schrittweiser Prozess. Und Di hat ihre Hände voll mit Arbeit — zum Beispiel muss sie versuchen, ihre Models auf die Cover von großen Magazinen wie GQ zu bekommen und große Beauty-Kampagnen an Land zu ziehen. Sie ist auch damit beschäftigt, eine All-Transgender-Fashionshow zu planen, die sie als Ted Talk mit einem Gourmet-Dinner beschreibt. Der Name: Transgiving. „Es ist wie Thanksgiving in dem Sinn, dass wir den Leuten [eine] Chance geben“, erklärt sie. „Also bedeutet Transgiving den Leuten eine Chance zu geben, die sie nicht wirklich hatten, sodass sie sich zugehörig und willkommen fühlen in einer warmen Umgebung, die sowohl liebend als auch akzeptierend ist.“ Wir wünschen uns definitiv einen Platz an diesem Tisch.
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