Das Wunder des Lebens: So sehen Geburten weltweit aus (NSFW)

Foto: Alice Proujansky.
Wenn Alice Proujansky mit ihren Fotografien eine einzige Nachricht an die Welt kommunizieren könnte, dann wäre es: „Geburten sind natürlich“. Proujansky war Zeugin zahlreicher Geburten unter verschiedensten Bedingungen, von einer Ärzte-ohne-Grenzen-Klinik in Nigeria bis zu einer Hausgeburt mit Hebamme in Brooklyn, New York. So unterschiedlich diese Geburten auch waren, konzentriert sich die Fotografin auf die Geburt als universelle, menschliche Erfahrung und versucht mit ihren Bildern zu einem offeneren Diskurs aufzurufen.
In einem Telefongespräch erzählt Proujansky, die derzeit in New York wohnt, dass sie schon sehr früh wusste, dass sie eines Tages Geburten fotografisch festhalten möchte, weil es die eine Erfahrung ist, die alle Menschen auf der ganzen Welt miteinander verbindet: „Jeder wurde schließlich einmal geboren.“
Der tatsächliche Vorgang der Geburt findet in den meisten Fällen hinter verschlossenen Türen statt, was sie nur noch mehr dazu motiviert hat, ein neues Licht darauf zu werfen.
„Es ist ein außergewöhnlicher physischer Zustand, in dem wir weibliche Körper nicht einfach so zu sehen bekommen“, sagt sie, und fügt hinzu, dass die Hypersexualisierung von Frauen in den Massenmedien und der Mainstream-Fotografie nicht viel Raum für andere Darstellungen des Körpers lässt, ganz zu schweigen von der gebärenden Frau. Proujansky wollte mit ihren Bildern die Natur in Aktion darstellen, den „weiblichen Körper bei der Arbeit zeigen, wie er diesen riesigen Kraftakt vollbringt.“
Ihre Bilder vermitteln die rohe Körperlichkeit des Geburtsprozesses, und dieser ist oftmals nicht allzu gefällig für das Auge, das an medial repräsentierte, noch immer reduzierte und geglättete Bilder von Menschen gewöhnt ist. Auf Vorstellungen ihrer Arbeit kam es schon das ein oder andere Mal dazu, dass vor allem männliche Anwesende den Raum verlassen mussten. Das hat ihrer Meinung nach jedoch vielmehr mit der Unwissenheit und dem verzerrten Bild zutun, das viele Männer, aber auch zahlreiche Frauen, von der menschlichen Geburt im Kopf haben.
Vor allem in den U.S.A., ihrem Heimatland, stellt die Fotografin immer wieder fest, dass eine Geburt als eines von zwei Extremen dargestellt wird: „Man hat durch all diese medialen Reize das Gefühl, man müsste sich entweder für eine klinische Geburt im Krankenhaus mit PDA und einem Schwadron an Ärzten, oder einer Art Statement-Geburt auf freier Wiese oder im Feld entscheiden.“
Beides sind Optionen, sie sind jedoch bei weitem nicht die einzigen. Es gibt weitaus mehr Optionen, die sich jede Frau, die sich auf eine Geburt vorbereitet, so zusammenstellen kann, dass sie sich so wohl wie möglich dabei fühlt. Denn so menschlich und natürlich wie die Erfahrung der Geburt eben auch ist, „sie ist auch eine höchst intime und persönliche“, so Proujansky.
Die folgenden Slides gewähren einen Einblick in Proujanskys beeindruckende Bilder von einem der menschlichsten, intimsten Momente des menschlichen Lebens, den man niemals verstehen wird, wenn man ihn nicht selbst erlebt.

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