#AskHerMore: Warum Frauen auf roten Teppichen so viel Bullshit gefragt werden

Foto: Getty
„Was trägst du heute?“ ist natürlich erstmal keine absurde Red-Carpet-Frage. Viel mehr kann man die vier Worte als Klebstoff sehen, die eine ganze Industrie zusammenhält: Designer leihen Promis Kleider, damit sie „Valentino, was sonst?“ in die Kameras sagen.

Anstrengend wird es erst, wenn das die einzige Frage bleibt, die Schauspielerinnen auf dem roten Teppich gestellt wird – oder sich die Interviews um alles Mögliche drehen, nur nicht um die Tatsache, dass man hauptberuflich staffelweise Hypes kreiert.

So geschehen bei den Emmy Awards, berichtet The Cut. Schauspielerinnen und Models, die außerdem Mamas sind, bekamen von Reporterin Giuliana Rancic auffallend häufig eine bestimmte Frage gestellt: „How do you balance it all?“ – „Wie bekommst du eigentlich alles unter einen Hut?“.

Interessanterweise waren mindestens so viele Männer anwesend, die nicht nur in der Branche arbeiten, sondern auch Papas sind. Wie sie Kind, Karriere und in die Kameras grinsen vereinbaren, müssen sie gut wie nie beantworten. Das ist auch vielen Zuschauern bei Twitter aufgefallen. „Wie bekommst du alles unter einen Hut? ist eine Frage, die Giuliana mindestens 3 Frauen und 0 Männer gefragt hat“, twitterte zum Beispiel Nutzerin Jenna Gold aus New York.
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Viele nutzten das Hashtag #AskHerMore – der Titel einer Bewegung, die sich unter anderem aktiv gegen sexistische und stereotype Berichterstattung einsetzt. Initiiert wurde das Ganze von Miss Representation-Dokuproduzentin, Regisseurin und Stanford-Absolventin Jennifer Siebel Newsom. Zwei Jahre nach der Entstehung scheint die Botschaft aber alles andere als im Tagesgeschäft angekommen zu sein.
10 Minuten live und die erste „Wie bekommst du das alles als Mutter unter einen Hut?“-Frage.

Darüber darf man zu Recht den Kopf schütteln, sollte sich aber auch dringend Amy Schumer zum Vorbild nehmen. Sie antwortete gestern auf die Frage, was sie heute tragen würde, einfach ganz detailliert: „Ein Kleid von Vivienne Westwood, Schuhe von Tom Ford und einen Tampon von o.b.!“
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