Studie erforscht die Ursache von Migräne

Foto: Alexandra Gavillet.
Es ist keine Seltenheit, dass gerade Frauen unter Migräne leiden - tatsächlich sind wir dreimal so anfällig dafür wie Männer und das ist schon ziemlich uncool. Mindestens genauso uncool ist, dass Experten immer noch nicht genau erforschen konnten, welche Ursachen eine Migräne hat bzw. wie sie genau entsteht. Laut einer neuen Studie könnten aber bestimmte Bakterien in unserem Mund möglicherweise dafür verantwortlich sein.

Für die Studie, die kürzlich bei mSystems veröffentlich wurde, wurden 172 Speichelproben und 1.996 Stuhlproben genommen und auf Bakterien untersucht. Außerdem wurden alle Teilnehmer zuvor zu ihren gesundheitlichen Beschwerden, darunter auch Migräne, befragt.

Die Bakterienkulturen der Probanden mit Migräne unterschieden sich dabei wesentlich von jenen, die nicht darunter litten - die größten Unterschiede ließen sich in den Speichelproben finden.

Vor allem jene Personen, die zu Migräne neigten, wiesen einen großen Anteil an Nitrate verarbeitenden Bakterien auf, welche in vielen Nahrungsmitteln zu finden sind (z.B. Blattgemüse oder behandeltes Fleisch). Diese Nitrate werden zu Stickstoffverbindungen umgewandelt, welche gut für das Herz sind, aber seit Kurzem auch mit Migräne in Verbindung gebracht werden. Wenn in der Mundflora von Mirgänepatienten also grundsätzlich mehr Nitrate verarbeitende Bakterien vorhanden sind und somit mehr Stickstoffverbindungen produziert werden, könnte hier die Ursache der Kopfschmerzen liegen.

„Man vermutet, dass Migräne durch bestimmte Lebensmittel ausgelöst wird. - Schokolade, Wein, vor allem Lebensmittel, die Nitrate enthalten“, erklärt Studienleiter Antonio Gonzalez in einer Presseerklärung. „Wir denken, dass eine Verbindung zwischen dem, was die Leute essen, der mikrobiellen Flora und dem Entstehen von Migräne bestehen könnte.“

Aber auch, wenn die Studie einen gewissen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Aufkommen dieser Nitrate verarbeitenden Bakterien und Migräne nahelegt, konnte nicht bewiesen werden, dass das Eine das Andere zwingend bedingt. Im nächsten Schritt wollen die Forscher spezifische Mirgänetypen im Zusammenhang mit diesen Bakterien analysieren, um zu ergründen welche Art von Verbindung besteht.

Wer unter Migräne leidet, sollte also nicht voreilig versuchen, sich dieser Bakterien zu entledigen - schließlich sind sie Teil eines komplex ausgeklügelten Ökosystems in unserem Mund und das gibt es nicht ohne Grund. Solltet ihr aber zu jenen Unglücklichen zählen, deren Migräne vor allem nach dem Essen einsetzt, könnte diese Studie zumindest erklären, was dahinter steckt.
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