Soziales Bier? Aber klar doch: Das ganze Jahr an andere denken – mit Quartiermeister

Weihnachten steht vor der Tür: Das bedeutet Weihnachtsessen, Geschenke kaufen, einpacken und verteilen, Zeit mit den Liebsten verbringen – und für viele von uns auch Gutes tun. Man spendet Geld an gemeinnützige Organisationen, hat das Portemonnaie lockerer sitzen, wenn einem ein Bedürftiger in den weihnachtlich beleuchteten Straßen auffällt, verzichtet auf Firmengeschenke und verschenkt Weihnachtskarten mit Charity-Background. Das ist schön, menschlich, eine gute Sache. Wieso sich aber nur im Dezember engagieren? Weil man plötzlich weiß, wie gut es einem eigentlich geht und etwas davon abgeben möchte? Weil wir zum Fest der Liebe alle etwas weicher werden, emotionaler, nachsichtiger? Wieso nicht das ganze Jahr über etwas für andere tun, spenden, den gemeinnützigen Gedanken in uns tragen?

In Berlin gibt es ein Unternehmen das gern anderen Gutes tut – und das auf vielen Ebenen und das ganze Jahr über. Das Unternehmen Quartiermeister produziert regionales Bier und ist dabei komplett sozial; seinen Mitarbeitern aber auch dem Kiez gegenüber. Ich habe mich mit Matheo Gundermann getroffen. Der 25-jährige ist Brauereitechnologe bei Quartiermeister und hat mir Rede und Antwort gestanden.

Quartiermeister produziert gemeinsam mit einer lokalen Brauerei zwei unterschiedliche, hochwertige Biere: Ein Pils und ein Bio-Pils. Vertrieben werden diese im maximalen Umkreis von 300 km um den Produktionsort herum – um Regionalität zu gewährleisten und nicht zu weite Transportwegen zu haben – das umfasst aktuell Dresden, Leipzig und Berlin. Und jetzt der soziale Gedanke: „Von allem was wir verkaufen, werden in erste Instanz die Mitarbeiter bezahlt; fair und transparent“, sagt Matheo. „Alle überschüssigen Gewinne spenden wir an soziale Projekte aus dem Kiez.“
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Wieso nicht das ganze Jahr über etwas für andere tun, spenden, den gemeinnützigen Gedanken in uns tragen?


Wie das funktioniert? Monatlich bewerben sich gemeinnützige Projekte über ein Formular auf der Website. Sofern diese den Voraussetzungen von Quartiermeister entsprechen (lokaler und sozialer Gedanke, gemeinnützige Funktion, ohne Ausschluss bestimmter Gruppen, nicht rassistisch o.ä.), werden sie gesammelt online gestellt und auf der Quartiermeister-Website kann der Endverbraucher selbst abstimmen, wohin das Geld gehen soll. Alle sechs Wochen werden zwei Projekte gefördert. „Wer in Leipzig Quartiermeister kauft, unterstützt damit auch Projekte in Leipzig“, erzählt Matheo. „Die Berliner unterstützen Berlin. Und für alle gilt: Die Konsumenten entscheiden wie.“

Entstanden ist die Idee aus dem Gedanken, dass man mit etwas alltäglichem Gutes tun kann: „Viele Menschen wollen sich engagieren, wissen aber nicht wo oder haben nicht genug Ansporn wirklich aktiv zu werden“, sagt der 25-Jährige. „Wer aber abends in einer Kneipe sitzt, ein Bier vor sich und sich darüber den Kopf zerbricht, was er tun kann, kann ganz einfach unser Bier wählen.“ Das, und das ist elementar zu wissen, kostet in der Gastronomie nicht mehr als andere Biere. So fällt die Wahl recht einfach zwischen sozialem und herkömmlichem Bier. „Idealerweise läuft der Konsument nach seinem Barbesuch an genau dem Projekt vorbei, für dass er eben gerade bei einer Flasche Quartiermeister Online abgestimmt hat“, sagt Matheo. Die Summe der Ausschüttung orientiert sich immer an dem Verkauf des Vorjahres – im Jahr 2017 kann Quartiermeister Projekte mit insgesamt rund 30.000 Euro unterstützen. In diesem Jahr haben wir gut 3.000 Hektoliter (300.000 Liter) Bier produziert und verkauft“, sagt Matheo ein bisschen stolz. „Wer bei uns arbeitet, muss sich voll uns ganz mit unserem sozialen Geschäftsmodell identifizieren.“
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Wer bei uns arbeitet, muss sich voll uns ganz mit unserem sozialen Geschäftsmodell identifizieren.


Sicherlich könnte Matheo Gundermann als Ingenieur in einem großen Unternehmen deutlich mehr verdienen, aber den Anspruch hat er gar nicht. „Ich stehe hundert Prozent hinter Quartiermeister, der Idee und unserer Vision.“ Vor so viel Engagement ziehe auch ich den Hut. Quartiermeister und sein Team tun das ganze Jahr über Gutes und zwar auch für Projekte, die oftmals Schwierigkeiten haben, von woanders Förderung zu erhalten. „Man muss kein eingetragener Verein sein, um von uns unterstützt zu werden“, weiß Matheo. „Auch muss niemand veröffentlichen, dass er eine Fördersumme von Quartiermeister erhalten hat. Projekte mit Kindern wollen zum Beispiel oft nicht unbedingt mit Alkohol in Verbindung gebracht werden – und das ist auch okay so.“ Ein Privileg, welches viele soziale Organisationen schlichtweg nicht bieten können. Und eine tolle Sache, die Menschen, Organisationen, Vereinen die Möglichkeit bietet, Unterstützung zu erhalten ohne zu viel Bürokratie.

Quartiermeister wird vorrangig in der Gastronomie verkauft, aber auch Biomärkte wie die Biocompany haben das soziale – und dazu noch leckere – Bier gelistet. Sogar der ein oder andere Späti in Berlin macht sich stark für den Kiez und legt seinen Kunden Quartiermeister ans Herz. Wir freuen uns über so viel Engagement und greifen ab sofort zum Bier mit Herz. Und ihr?

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