Die erste deutsche Designerin traut sich, etwas gegen Trumps Regierung zu sagen

Getty
Die Welt wird immer lauter gegen Donald Trump. Zahlreiche Firmen haben sich bereits gegen seine Attacken auf die Menschenwürde und den freien Handel ausgeprochen (Refinery29 berichtete) – und die Modebranche erhebt nun auch ihre Stimme.

Wir haben mit Designerin Leyla Piedayesh gesprochen, die Gründerin und Creative Director von lala Berlin ist Perserin und fühlt sich betroffen von den Einreisestopps und dem Wahnsinn, der vom US-Präsidenen ausgeht. Weil ihre Familie nach der Islamischen Revolution 1979 den Iran verlassen hat, ist ihre Los-Angeles-Reise, die für dieses Jahr geplant war, nun auf Eis:

„Trumps Immigration Ban setzt unsere Werte aufs Spiel. Die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Religion, widerspricht meiner Auffassung von einer freien, vernetzten globalisierten Welt. Tech-Konzerne wie Apple würde es beispielsweise ohne Immigration gar nicht geben, da sie alle auf die besten Fachkräfte aus der ganzen Welt angewiesen sind", erklärt Piedayesh „Im Frühjahr wollte ich eigentlich nach Los Angeles - so called LalaLand – auf Inspirationsreise fahren. Nun darf ich nicht. Ich habe auch nicht mehr das Bedürfnis und bleibe lieber in Europa. Der Widerstand der sich derzeit formiert, stimmt mich positiv und die Worte von Kanadas Premierminister machen Mut. Think, Change und Revolution sollten nun unsere Kredos sein."

Let's fight this madness together ✊🏼✊🏼✊🏼 📷 @frederikke_brasch #lalaberlin #imanimmigrant

Ein von lala Berlin (@lalaberlin) gepostetes Foto am

Die Designerin zeigte ihre Kollektion auf der Copenhagen Fashion Week. Das Statement war deutlich: Sie selbst hielt ein Schild hoch mit der Aufschrift „I'm an immigrant" und ihre Kleider waren mit Worten wie „Change", „Revolution" oder „Think" versehen.

Auch der CEO von Nike, Mark Parker, hat in einem Statement an seine Mitarbeiter die Firmenpolitik klargestellt: „Unabhängig davon, ob und an was du glaubst, wo du herkommst oder wen du liebst – jedermanns individuelle Erfahrung macht uns stark als Ganzes. Nike hält zusammen gegen Bigotterie und jede Form von Diskriminierung. Mehr denn je wollen wir uns für unsere Werte einsetzen und offen und integrativ als Marke und als Unternehmen bleiben."

Weil Sportbekleidungshersteller New Balance bekannt ist als Trump-Unterstützer, formiert sich in Berlin Protest: Auf Facebook rufen Aktivisten auf, vor dem Hauptgeschäft von New Balance in der Münzstraße 23 in Berlin Mitte, friedlich zu demonstrieren und symbolisch die Schuhe der Marke in die Mülltonne zu werfen.

Werte und Zusammenhalt sind (und bleiben) in Mode.

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