Bebe Rexha: „Ich hätte mich nie hochgeschlafen, um schneller erfolgreich zu werden"

@beberexha
Funktioniert Popmusik noch ohne nackte Haut? In ihrem neuen Video zu „I Got You“ räkelt sich Sängerin Bebe Rexha, die mit dem Song „Me, Myself & I“ zusammen mit G-Eazy bekannt wurde und auch schon den Nummer Eins Hit „The Monster“ von Eminem und Rihanna geschrieben hat, lasziv in der Wüste. Ihre Outfits reichen vom Netz-Anzug bis hin zum knappen Body, allesamt cool und sehr sexy. Wieviel Sexappeal muss eine junge Frau wirklich im Musikbusiness einsetzen, um überhaupt Gehör zu finden? Wir haben bei der 26-jährigen New Yorkerin mit albanischen Wurzeln nachgefragt.

In deinem Video zu „I Got You“ gibst du dich extrem sexy! Glaubst du, ist es für Frauen im Musikbusiness eine Notwendigkeit, zu guter Musik auch Sex zu verkaufen?

Ja und nein. Bis zu einem gewissen Grad wird es in unserer Welt von Frauen natürlich erwartet, zu ihrem Talent auch das gewisse Sex-Appeal mitzubringen. Aber davon lasse ich mich eigentlich nicht allzu sehr unter Druck setzen. Ich mache immer nur das, was mir Spaß macht! Und gute Musik zu machen kommt für mich immer noch an erster Stelle. Aber ich treibe viel Sport und bin stolz auf meinen Körper, deshalb habe ich auch kein Problem damit, ihn zu zeigen. Jedoch immer auf meine eigene Art und Weise. Sexy zu sein heißt für mich nicht zwingend, dass ich meinen Po oder meine Brüste in die Kamera halten muss.

Das heißt, dich ganz ausziehen – für den Playboy beispielsweise – käme für dich nicht in Frage?

Sag niemals nie, aber ich glaube nicht. Meine Regel, wenn es darum geht, sexy zu sein, ist immer: Ich muss meiner Großmutter noch zeigen können, was ich mache, ohne mich dafür schämen zu müssen. Wenn das der Fall ist, ist alles ok. Ich bin in einer Familie mit hohen Moralvorstellungen aufgewachsen. Insofern würde ich sie nicht enttäuschen wollen. Aber ich würde auch niemanden verurteilen, der sich für den Playboy ausziehen will. Jeder muss selber wissen, wo seine Limits sind.

Bezeichnest du dich als Feministin?

Das kommt immer darauf an, wie man das Wort definiert. Ich glaube, für viele ist es ein böses Wort, weil sie Feministinnen mit Männerhassern gleichstellen. Ich sehe das nicht so. Für mich geht es einfach darum, dass Frauen und Männer gleichgestellt sind. Insofern bin ich auch definitiv eine Feministin. Aber ich sehe mich einfach als starke Frau, die andere Frauen dazu ermutigen will, auch stark zu sein, sich selbst zu lieben und ihr eigenes Ding durchzuziehen. Ich finde, wir Mädels sollten dabei auch zusammenhalten!

Aber hast du das Gefühl, dass im Musikbusiness Frauen und Männer auch wirklich gleichgestellt sind? Oder musst du manchmal dafür kämpfen?

Es gibt da draußen immer noch Männer, die Frauen lieber hinterm Herd sehen würden. Aber ich lasse mich davon nicht einschüchtern und versuche einfach, gute Musik zu machen. Männer und Frauen sind unterschiedlich – allein schon, wenn es um körperliche Belange geht. Aber ich bin der Meinung, dass wir dennoch gleich behandelt werden sollten. Und dafür kämpfe ich auch!

Hast du denn mal schlechte Erfahrungen in diese Richtung gemacht?

Ja, klar. Der eine oder andere Produzent hat auch mal versucht, mit mir zu flirten und wollte vielleicht ausnutzen, dass ich erfolgreich sein wollte. Aber ich habe da immer eine klare Grenze gezogen und „Nein“ gesagt. Ich wollte einfach gute Musik machen und hätte es dabei nie in Erwägung gezogen, mich in irgendeiner Art und Weise hochzuschlafen. Manchmal kommt so ein „Nein“ natürlich nicht gut an. Ich wurde dafür auch öfter mal als „Bitch“ beschimpft. Aber das war mir egal. So ist das leider, wenn eine Frau Grenzen zieht. Ich habe mich auch neulich erst mit Nicki Minaj darüber unterhalten: Wenn Männer eine starke Meinung vertreten, sind sie der Boss. Wenn Frauen das machen, kommen sie schnell bitchy rüber. Von uns Mädels wird leider manchmal erwartet, dass wir Püppchen sind, die zu allem „Ja“ sagen. Mir wurde früher oft gesagt, dass ich doch bitte süßer sein sollte. Aber ich habe mich dazu entschlossen, einfach ich selbst zu sein. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Bitch bin. Ich bin eine sehr liebevolle Person, aber ich weiß eben, was ich kann und was ich will! Und: Ich würde niemals meinen Körper oder meine Seele verkaufen, um im Musikbusiness erfolgreich zu sein! Mir war auch immer bewusst, dass es so länger dauern kann, bis ich nach oben komme. Aber das habe ich gern in Kauf genommen.

Hast du starke Frauen als Vorbilder?
Meine Mutter! Sie hat mich bekommen, als sie erst 18 war. Sie ist sehr stark und hat mir immer beigebracht, für meine Rechte als Frau zu kämpfen, mich selbst zu lieben, meinen Träumen hinterher zu jagen und mir einfach das zu nehmen, was ich will. Und dabei hat sie mich auch immer unterstützt. Sie war so etwas wie meine Cheerleaderin!

Wenn du für einen Tag Präsidentin der USA sein könntest, was würdest du ändern?
Ich würde den Armen und Obdachlosen helfen und dafür sorgen, dass alle eine Krankenversicherung haben. Und ich würde mich definitiv für die Frauenrechte einsetzen. Girlpower braucht die Welt!
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