Studie: Forscher haben ein neues Warnzeichen für Demenz entdeckt

Dieser Artikel erschien zuerst am 21. August 2017 bei Huffpost
Forscher haben ein neues Frühwarnzeichen für Demenz entdeckt. Offenbar lässt im Frühstadium der Krankheit die Fähigkeit nach, Gerüche zu unterscheiden. Die Erkenntnis könnte für die Behandlung von Demenz eine entscheidende Rolle spielen.
Die meisten Menschen verbinden das Frühstadium von Demenz mit Symptomen wie zunehmender Verwirrtheit oder einem nachlassenden Erinnerungsvermögen. Nun haben Wissenschaftler jedoch ein Symptom entdeckt, das noch weit aussagekräftiger sein könnte.
Eine neue Studie hat ergeben, dass ein veränderter Geruchssinn ein Frühwarnzeichen für die Krankheit sein könnte - etwa, man Probleme damit hat, Kaugummi-Geruch von Benzin-Geruch zu unterscheiden. Und dieses Symptom könnte bereits einige Jahre früher auftreten, bevor die Krankheit das Alltagsleben der Betroffenen zu beeinträchtigen beginnt.
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Wissenschaftler vermuten schon lange, dass das Nachlassen des Geruchssinns ein Hinweis auf eine beginnende Alzheimer-Erkrankung sein könnte, genauso wie Veränderungen der alltäglichen Gewohnheiten bereits 20 Jahre vorher auf die Krankheit hinweisen können.

Bei einer Demenz werden erst die Riechzellen zerstört

„Wissenschaftler untersuchen bereits seit über 30 Jahren den Zusammenhang zwischen dem Verlust der Gedächtnisleistung und der Unfähigkeit mancher Patienten, verschiedene Gerüche unterscheiden zu können“, schreibt die Leiterin der Studie, Marie-Elyse Lafaille-Magnan, , im Fachmagazin „Neurology“.
Obwohl die Wissenschaftler diesen Zusammenhang kannten, konnten sie ihn bisher nicht eindeutig nachweisen. Auch die genauen Gründe waren nicht bekannt.
Jetzt hat das Forscherteam der kanadischen McGill University herausgefunden, dass bei einer beginnenden Demenz mitunter zuerst die Riechzellen zerstört werden, die man benötigt, um verschiedene Gerüche auseinanderhalten zu können.
Um ihre These zu überprüfen, führten die Wissenschaftler einen Geruchstest mit 300 Studienteilnehmern durch, bei dem die Probanden markante Gerüche wie der von Benzin, Kaugummi und Zitrone identifizieren sollten. Alle Teilnehmer hatten ein hohes Risiko, die fortschreitende neurologische Krankheit zu entwickeln, da bereits ihre Eltern darunter litten.

Zusammenhang zwischen Geruchssinn und anderen Symptomen von Demenz

Bei einem Drittel der Studienteilnehmer wurden zudem regelmäßig Lumbalpunktionen durchgeführt. Dabei untersuchten die Forscher die Konzentration verschiedener Proteine, die Alzheimer auslösen können, in der Rückenmarksflüssigkeit – ein Biomarker für die Krankheit.
Bei den Probanden, die die Gerüche am schlechtesten auseinander halten konnten, stellten die Wissenschaftler auch am häufigsten weitere Anzeichen für Alzheimer fest.
„Wir sind die Ersten, die eindeutig nachweisen konnten, dass die nachlassende Fähigkeit, Gerüche identifizieren zu können, im direkten Zusammenhang mit Biomarkern steht, die auf das Fortschreiten der Krankheit hindeuten“, schreibt Lafaille-Magnan.
„Diese Erkenntnis macht insofern Sinn, da bereits bekannt ist, dass die Krankheit zuerst Gehirnstrukturen wie den Riechkolben befällt, der mit dem Geruchssinn und dem entorhinalen Kortex verbunden ist. Und der hängt wiederum mit dem Gedächtnis und der Fähigkeit, Gerüche zu benennen, zusammen.“
Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leiden derzeit etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz. Die meisten sind 85 Jahre und älter.
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