Emmys 2017: Endlich werden Frauen über 30 & People Of Colour gebührend gefeiert

Dass es für Schauspielerinnen ab einem gewissen Alter schwieriger wird, an gefragte Filmrollen zu kommen, ist nichts Neues. Unzählige Filme zeigen Schauspieler jeden Alters an der Seite von meist deutlich jüngeren Frauen, die ihre Affären oder Partnerinnen spielen. Auch Eltern werden häufig von Schauspieler*innen dargestellt, die im Grunde nicht wesentlich älter sind als die Kinder.
Doch: Die Emmy Awards sorgten hier gestern Abend für einige Überraschungen, als sie zahlreiche Frauen jeder Altersklasse nominiert. Neben Jungstars wie der Stranger Things-Protagonistin Millie Bobbie Brown wurden nämlich auch zahlreiche TV- und Filmgrößen über 30, wie etwa Reese Witherspoon und Nicole Kidman für Little Big Lies, Lena Waithe für Masters of None, sowie Lily Tomlin und Jane Fonda für für Grace and Frankie nominiert. Nicole Kidman und Lena Waithe haben die Preise sogar mit nach Hause nehmen können, ebenso wie Julia Louis-Dreyfus, 56, für ihre Hauptrolle in der Comedy-Serie Veep.
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Verglichen mit anderen Awardverleihungen, sowie den bisherigen Emmys selbst, ist das eine mehr als erfreuliche Mischung aus weiblichen Talenten vor und hinter der Kamera. Erst Anfang des Jahres veröffentlichte die University of Southern California eine Studie, die zeigte, dass Frauen über 60 „sehr selten in Produktionen auftreten, die bei den Oscars für den Besten Film nominiert werden“.
Doch wie Sonia Saraiya vom Variety Magazin bereits im Juni feststellte, ließen sich im vergangenen Jahr erstaunlich viele gehaltvolle Fernseh- und Filmrollen für Frauen jenseits der 30 verzeichnen – wohlgemerkt wird sich hierbei auf die US-amerikanische Industrie bezogen.
Neben der Altersdiversität haben die Emmys außerdem auch mit ethnischer Diversität ein Statement gesetzt: Lena Waithe wurde für Master Of None gemeinsam mit Aziz Ansari prämiert, Donald Clover wurde als bester Hauptdarsteller einer Comedy-Serie (Atlanta), Sterling Brown für seine Rolle als Protagonist einer Drama-Serie (This Is Us) und Riz Ahmed für seine führende Rolle in der HBO-Serie The Night Of ausgezeichnet. Das Festival hat sich also auch gekonnt des #SoWhite-Hashtags erledigt, das in den vergangenen Jahren so vielen Award-Shows nachgesagt wurde.
Auch wenn der Weg zur gleichwertigen Repräsentation aller Menschen in Mainstream-Produktionen noch ein weiter ist, haben die Emmys gestern Abend einen riesigen Schritt in die Zukunft geschafft. Mit so positiven Neuigkeiten kann eine Woche schonmal anfangen! Auf dass die deutsche Medienbranche ihre Verantwortung demnächst dann auch ernster nimmt.
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