Die Formel 1 schafft endlich das „Boxenluder“ ab

Foto: gettyimages, Daniel Kopatsch
Die Formel 1 hat eine wegweisende Entscheidung getroffen: Ab der Saison 2018 wird es die sogenannten „Grid Girls“ nicht mehr geben. Also jene Frauen, die zumeist leicht bekleidet, nett lächelnd und mit einem Schild ausgestattet in der Boxengasse stehen, um die Männer für ihre sportlichen Höchstleistungen zu feiern.
„Grid Girls“, die vielfach sehr abwertend als „Boxenluder“ bezeichnet werden, haben die Funktion von Hostessen, die zum festen Streckenpersonal eines jeden Rennens zählen und rund um die Strecke positioniert werden. Seit Jahren steht der Einsatz von „Grid Girls“ aber in der Kritik, da man eindeutig sexistische Rollenklischees bediene: Das Bild der Frau, die lediglich als schmückendes Beiwerk in der Boxengasse steht und niedere Aufgaben erfüllt, ist problematisch, veraltet und nicht zeitgemäß.
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Jetzt äußerte sich Marketingchef Sean Bratches der Formel-1-Eigner Liberty Media zu der Entscheidung: „Obwohl die Praxis, 'Grid-Girls' zu beschäftigen, seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Grands Prix ist, glauben wir, dass diese Sitte nicht mit unseren Markenwerten in Einklang und klar im Widerspruch zu modernen gesellschaftlichen Normen steht“.

„Grid Girls“ bedienen sexistische Rollenklischees einer Männerdomäne

Bei vielen Rennfahrern und anderen Beteiligten stieß dieser Kurswechsel trotz der aktuellen Sexismus-Debatte auf Unverständnis. Red-Bull-Fahrer Max Verstappen setzte sich etwa dafür ein, dass die „Grid Girls“ bleiben. 2015 hatte man beim Grand Prix in Monaco aufgrund der aufflammenden Sexismus-Diskussion bereits versucht, die „Grid Girls“ durch „Grid Boys“ zu ersetzen. Sebastian Vettel fiel dazu damals nur Folgendes ein: „Das Auto zu parken und auf den Hintern von einem George oder Dave zu gucken, das hat mir nicht gefallen.“ Damit wäre dann auch klar, dass Sebastian Vettel kein Feminist ist.
Wir jedenfalls begrüßen die Entscheidung der Formel 1, denn das Phänomen „Grid Girl“ rührt ganz offensichtlich aus einer längst überholten und nicht mehr relevanten Tradition. Gerade bei Sportereignissen dieser Größenordnung und in Zeiten von #MeToo und #TimesUp ist es wichtiger denn je, dass ein Zeichen des modernen Fortschritts gesetzt wird. Was haltet ihr von der Entscheidung?
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