Laut einer neuen Studie könnte es bald die Pille für den Mann geben

Illustration: Anna Sudit
Wissenschaftler der Universität Washington (Seattle) forschen zur Zeit an einer neuen Antibabypille für den Mann. Eine Idee, die nicht neu ist. Seit Jahren hört man immer mal wieder von einem vermeintlichen Durchbruch in der Forschung, wenn es darum geht, ein zuverlässiges Verhütungsmittel für den Mann zu finden, das nicht Kondom heißt. Aber erst 2016 sorgte eine Studie für Aufsehen, da die Teilnehmer offenbar an einer Reihe von Nebenwirkungen litten: Depressionen, starke Stimmungsschwankungen, Akne-Schübe oder aber auch Veränderungen der Libido. Frauen, die hormonell verhüten, wissen natürlich längst, wovon hier die Rede ist.
Im Rahmen einer aktuellen Studie wurden nun insgesamt 83 Männer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren auf eine Verhütungsmethode getestet. Man verabreichte ihnen ein Hormon in Pillenform, das nicht nur die Produktion von Testosteron hemmen, sondern auch die Spermienproduktion blockieren soll. Das Forschungsteam um die Wissenschaftlerin Dr. Stephanie Page setzt dafür den Wirkstoff Dimethandrolon-Undecanoat (DMAU) ein – ein synthetisch hergestelltes Hormon, das dem weiblichen Pendant ähnelt.
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Und tatsächlich ist der Testosteronspiegel bei den männlichen Probanden sichtbar gesunken. Zudem seien bisher keine kritischen oder besorgniserregenden Nebenwirkungen aufgetreten, abgesehen von ein paar Pickeln und leichten Gewichtsschwankungen bei einigen Probanden. Page sagte gegenüber Daily Mail, dass ein extrem niedriges Hormon-Level bei Männern eine effektive Verhütungsmethode sein könnte. Die Ergebnisse seien deshalb äußerst vielversprechend, um einen Antibabypillen-Prototyp für Männer zu entwickeln, so Page weiter.
Ob es zukünftig wirklich eine Männerpille geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Bis dahin gehen wohl alle davon aus, dass das andere Geschlecht sich weiterhin darum kümmert.
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