Laut einer neuen Studie könnte es bald die Pille für den Mann geben

Foto: Sophia Giesecke
Nimmst du die Pille? Auf diese Frage antworten die meisten Frauen in ihren Zwanzigern mit einem eindeutigen „Ja“. Verständlich, denn die Pille erleichtert uns viele Dinge. Die Einnahme ist unkompliziert und bringt zudem ein paar sehr angenehme Nebeneffekte mit sich. Doch welchen Hormoncocktail Frauen täglich zu sich nehmen & welche Neben- und Nachwirkungen auftreten können, das wird häufig zu wenig oder gar nicht thematisiert. Wir finden, es fehlt eine angemessene Informationspolitik! Diese Kluft wollen wir schließen und läuten nach ausgiebiger Recherche und Gesprächen mit Expert*innen die Themenwoche „BitterSweet“ rund um die Antibabypille ein, um dich umfassend und differenziert zu informieren.
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Wissenschaftler der Universität Washington (Seattle) forschen zur Zeit an einer neuen Antibabypille für den Mann. Eine Idee, die nicht neu ist. Seit Jahren hört man immer mal wieder von einem vermeintlichen Durchbruch in der Forschung, wenn es darum geht, ein zuverlässiges Verhütungsmittel für den Mann zu finden, das nicht Kondom heißt. Erst 2016 sorgte eine Studie für Aufsehen, da die Teilnehmer offenbar an einer Reihe von Nebenwirkungen litten: Depressionen, starke Stimmungsschwankungen, Akne-Schübe oder aber auch Veränderungen der Libido. Frauen, die hormonell verhüten, wissen natürlich längst, wovon hier die Rede ist.
Im Rahmen einer aktuellen Studie wurden nun insgesamt 83 Männer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren auf eine Verhütungsmethode getestet. Man verabreichte ihnen ein Hormon in Pillenform, das nicht nur die Produktion von Testosteron hemmen, sondern auch die Spermienproduktion blockieren soll. Das Forschungsteam um die Wissenschaftlerin Dr. Stephanie Page setzt dafür den Wirkstoff Dimethandrolon-Undecanoat (DMAU) ein – ein synthetisch hergestelltes Hormon, das dem weiblichen Pendant ähnelt.
Und tatsächlich ist der Testosteronspiegel bei den männlichen Probanden sichtbar gesunken. Zudem seien bisher keine kritischen oder ernsthaften besorgniserregenden Nebenwirkungen aufgetreten, abgesehen von Pickeln und leichten Gewichtsschwankungen bei einigen Probanden. Page sagte gegenüber Daily Mail, dass ein extrem niedriges Hormon-Level bei Männern eine effektive Verhütungsmethode sein könnte. Die Ergebnisse seien deshalb äußerst vielversprechend, um einen Antibabypillen-Prototyp für Männer zu entwickeln, so Page weiter.
Ob es zukünftig wirklich eine Männerpille geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Bis dahin gehen wohl alle davon aus, dass das andere Geschlecht sich weiterhin die Verhütung kümmert.
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