So viel würden Mütter verdienen, wenn die Arbeit bezahlt wäre

Illustration: Paola Delucca
Der Titel dieser Nachricht hätte auch lauten können: So viel müssten Eltern für ihre Arbeit als Eltern verdienen. Tut er aber nicht, denn nach wie vor übernehmen Frauen einen Großteil der Haus- und Pflegearbeit in Familien. Noch immer sind zwei Drittel aller Mütter in Deutschland nur teilzeiterwerbstätig, im Gegensatz zu 5,6 Prozent aller Väter.
Die Redaktion des Vergleichsportals Warenvergleich.de hat anlässlich des anstehenden Muttertags eine Studie verfasst, die untersucht, wie viel eine Mutter nur für die wohlbemerkt unbezahlte Arbeit zu Hause verdienen müsste. Errechnet wurde das theoretische Bruttomonatsgehalt aus den bundesdeutschen Durchschnittsgehältern der Berufe, die man als Elternteil besetzt: Kinderkrankenschwester, Lehrerin, Erzieherin, Köchin, Psychologin, Chauffeurin, Reinigungskraft und Geschäftsführerin. Somit wurde ein Lohn ermittelt, der ob des Arbeitsaufwands zwar nicht überrascht, aber dennoch weitaus höher ist als das, was man als teilzeit- oder nicht-arbeitende und in der Hausarbeit unbezahlte Mutter an Entlohnung erhält.
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Statistik: Warenvergleich.
„Eine Mutter hat einen 14-Stunden-Arbeitstag. Das sind 98 Arbeitsstunden pro Woche – schon allein deswegen müsste sie deutlich mehr Gehalt bekommen als der oder die Durchschnittsangestellte“, liest die Pressemitteilung des Portals. „Wenn die Arbeit einer Mutter wie auf dem offiziellen Arbeitsmarkt entlohnt würde, müsste sie monatlich ca. 7.605 Euro brutto verdienen!“
7.605 Euro! Das muss man erst mal sacken lassen. Mütter leisten Monat für Monat Arbeit im Wert von rund 7.600 Euro – von denen sie niemals einen Cent sehen werden. Und das häufig noch neben einem Beruf, der in Teil- oder Vollzeit ausgeübt wird. Nur zum Vergleich: Das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt von Vollzeiterwerbstätigen in Deutschland betrug 2017 zirka 3.770 Euro. Eine Mutter würde also mehr als das Doppelte des Bundesdurchschnitts verdienen müssen, um für ihre Arbeit angemessen entlohnt zu werden.
Wenn du eine Mutter hast, die während deiner Kindheit den Löwenanteil der Arbeit zu Hause geleistet hat, und du zu ihr auch noch eine mehr oder weniger gute Beziehung pflegst, solltest du dich also zu allererst einmal glücklich schätzen. Als nächstes wäre es angebracht, ihr deine Dankbarkeit nicht nur am Muttertag entgegenzubringen, sondern an jedem verdammten Tag, den ihr gemeinsam lebt. Denn, und das nur als kleines Schmankerl zum Schluss: Müttern gehen hochgerechnet auf 18 Jahre, also so lange, bis wir Bälger die Volljährigkeit erreichen, schlappe 1.643.000 Euro flöten. Just sayin'.
Alle Details zur Studie des Vergleichsportals Warenvergleich findest du hier.
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