Die SPD will feministische Pornos im öffentlich-rechtlichen TV fördern

Foto: Natalia Mantini
Die Deutschen gucken fleißig Pornos, heute mehr denn je. Und ehrlich gesagt ist das auch nicht verwunderlich. Denn noch nie war es so einfach wie heute hürdenlos an Sexfilmchen jeder erdenklichen Art heranzukommen. Plattformen wie Pornhub oder YouPorn verzeichnen Tag für Tag Millionen Besucher*innen, weil sie Pornos frei zugänglich ins Netz stellen.
Das Problem: Ein Großteil der dort angebotenen Filme repräsentiert noch immer eine eher, sagen wir mal „problematische Darstellung von Geschlechterverhältnissen“. Heißt: Der Mann nimmt sich, was er will. Die Frau macht mit und wird schnell zum Sexobjekt degradiert. Von Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fehlt oft jede Spur. Jugendliche, die immer wieder mit einem solchen Bild von Sexualität konfrontiert werden, laufen Gefahr völlig falsche Vorstellungen von Sexualität zu entwickeln. Darüber sind sich die meisten einig. Nur wie lässt sich dieses Problem in Zukunft in den Griff bekommen?
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SPD will feministische Pornos im öffentlich-rechtlichen TV staatlich fördern lassen

Die Berliner SPD wagt nun einen Vorstoß in diese Richtung und hat gerade einen Antrag eingereicht, in dem sie fordert, dass der Staat zukünftig feministische Pornos fördern soll und diese anschließend auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt werden dürfen. Die Begründung: Da Jugendliche ohnehin an jedem Ort und zu jeder Zeit problemlos Zugriff auf Pornos haben, sei es umso wichtiger, ihnen auch Filme abseits des Porno-Mainstreams zu zeigen, in denen ein feministischer – im Sinne von Gleichberechtigung – und authentischer Umgang mit Sex gepflegt wird. Das ist kein schlechter Einwand, denn Beispiele, wie feministische und anspruchsvolle Pornofilme aussehen können, gibt es schließlich schon genug.
Der Vorschlag der Berliner SPD orientiert sich an einem skandinavischen Modell. In Schweden wurden 2009 die sogenannten Dirty Diaries, eine feministische Sammlung von Pornofilmen, vom staatlichen Filminstitut mit rund 50.000 Euro gefördert. Mit einer ähnlichen Finanzierungsweise könnte es auch in Deutschland bald möglich sein, qualitativ anspruchsvolle Pornos gebührenfrei, aber kontrolliert zugänglich zu machen. Etwa über die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF, die eine amtlich überprüfte Altersfreigabe beachten müssen. Ob der Vorschlag Gehör findet und demnächst vielleicht sogar diskutiert wird, bleibt jedoch erst einmal abzuwarten. In der Theorie klingt die Idee immerhin zeitgemäß.
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