Warum eigentlich heiraten? 6 Gründe für eine Hochzeit im 21. Jahrhundert

ILLUSTRATION: Galloway Mary
Ja, ich will. Drei bedeutungsträchtige Worte. Was sie in Menschen auslösen, ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Bei manchen spielt Tradition weiterhin eine große Rolle, aber auch finanzielle und rechtliche Vorteile sind zu zentralen Beweggründen geworden. Anlässlich unserer Hochzeitsthemenwoche kam die Frage auf, was heute, im Jahr 2016, ehrliche Gründe für die Eheschließung sind. Wir beschlossen, frisch Vermählte zu fragen, was sie dazu bewegt hat. Wie pragmatisch, aber nicht weniger liebevoll ihre Antworten waren, könnt ihr hier nachlesen.
1. Ich wollte einen anderen Namen.
„Wir hatten eigentlich nie gezielt vor, der Heirat willen zu heiraten. Wir haben auch wirklich nur standesamtlich geheiratet und sind danach mit unseren Eltern einmal dekadent brunchen gegangen, das war's. Denn als Statusänderung hat das bei keinem von uns Priorität gehabt. Ehrlich gesagt – und das mag jetzt komisch klingen – aber ich mochte meinen Nachnamen nicht. Nie. Schon als Kind nicht. Seiner dagegen ist sehr schön. Da fing ich an, mit der Idee zu liebäugeln. Er war sofort mit an Bord. Und steuerlich ist es natürlich auch von Vorteil.“

2. Ich gehe zur Uni & mein Partner unterstützt mich – profitieren tun wir beide.
„Ich habe mit Anfang 30 beschlossen, noch einmal zu studieren, da lag das sehr nah. Ich hätte auch BAföG beantragen können, aber mein Mann verdient genug, um mich zu unterstützen. Wir haben lange darüber gesprochen, ich wollte mich eigentlich nicht in so eine Abhängigkeitssituation bringen, aber es war für uns ein wirklich logischer Schritt. Ein sehr guter Business-Deal, quasi. Schließlich kann ich mit einem abgeschlossenen Studium ganz anders verdienen und zum Haushalt beitragen. Er zahlt dadurch weniger Steuern.“

3. Unsere Eltern legen Wert auf Tradition.
„Eigentlich war uns das ziemlich egal, wir waren uns einig, dass wir zusammen bleiben. Es stand nicht zur Debatte, ob man sich absehbar nochmal jemand anderen sucht. Zur Trauung haben uns dann schließlich unsere Eltern gebracht, wir hätten das nicht gebraucht, um irgendetwas offiziell zu machen. Aber jetzt ist es natürlich schon schön… so ganz offiziell „mein Mann“ und „meine Frau“ zu sagen, fühlt sich irgendwie gut an.“
FOTO: Au Winnie
4. Wir haben Nachwuchs erwartet, eine Ehe macht das rechtlich & steuerlich einfacher.
„Wir wussten, dass wir ein Kind kriegen. Und irgendwie hat es dann gepasst. Rechtlich und steuerlich erleichtert einem das viel. Auch im Kindergarten unserer Tochter ist es noch Standard, dass die meisten Eltern verheiratet sind, aber eben mehr aus logistischen Gründen, als aus sentimentalen. Außerdem war die Hochzeit ein schöner Anlass, um eine letzte große Party ohne Kinder zu feiern.“

5. Die Heirat hat mir ermöglicht in Deutschland zu bleiben.
„Wir haben uns während meines Auslandsjahres in Deutschland kennengelernt. Danach ging ich zurück in meine Heimat, um mein Studium abzuschließen und wieder herzukommen. Es war allerdings ziemlich schwierig, hier Arbeit zu finden. Früher oder später hätten wir den Schritt wahrscheinlich sowieso gewagt – oder ich hätte zurück gemusst–, also dachten wir uns, warum nicht jetzt? Es bot sich an, und nahm mir eine ganze Menge Druck von den Schultern.“

6. Ich wollte schon immer heiraten.
„Ich wollte immer heiraten, aber ich hatte nie genaue Vorstellungen davon, wie das einmal aussehen würde. Ich glaube, das war immer sehr von dem Mann abhängig, in den ich gerade verliebt war. Bei dem, der es dann letztlich wurde, war es aber doch anders. Wir haben nicht viel rumdiskutiert, es war irgendwie sofort klar und ging sehr viel schneller als gedacht. Und das Schönste daran: Mein Zuhause ist jetzt nicht mehr an einen Ort gebunden. Wo immer wir sind, gemeinsam mit unseren Kindern, da ist mein Zuhause.“
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