Barbie ist jetzt Youtuberin & ruft Mädchen dazu auf, sich weniger zu entschuldigen

Sogenannte Challenges gibt es im Netz viele. Aktuell machen Stars bei der „In my Feelings”-Challenge mit. Dabei tanzt man zu Drakes gleichnamigem Song – und das war's auch schon. Was das bringen soll, ist noch nicht ganz klar. Andere Aufrufe, wie etwa das Essen von Tide Pods, können richtig gefährlich sein oder stellen, wie die Panty-Challenge, gar eine Form von Bodyshaming dar. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die ikonische Kinderpuppe Barbie einen Aufruf starten würde, der tatsächlich sinnvoll ist und junge Mädchen und Jungen auf diese Weise eine wichtige Sache lehren kann?

Barbie ist jetzt Influencerin, die ihre Follower inspirieren möchte

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Bei Barbie hat sich, zumindest seit ich zuletzt mit der Puppe spielte, viel getan. Vorbei sind die Zeiten, als das Highlight ein kleiner, rosa Camper war, in dem sie mit ihrem Freund Ken Urlaub im heimischen Wohnzimmer machen konnte. Mittlerweile ist aus ihr eine richtige Unternehmerin geworden – mit eigenem YouTube-Kanal. Dort postet Barbie als Animation regelmäßig Vlogs zu den unterschiedlichsten Themen. Mehr als 4,5 Millionen Abonnent*innen hat die Blondine so bisher sammeln können.

Ich hoffe, dass diese Vlogs Euch dazu inspirieren, Euer vollstes Potential auszuschöpfen. Und denkt immer daran: Eine positive Einstellung kann alles verändern!

Barbie
Wer jetzt denkt, dass Barbie vor allem Beauty-Tutorials oder Haul-Videos hochlädt, die außer Konsum zu propagieren keinen weiteren Nutzen haben, hat weit gefehlt. Geschichten von coolen Mädchen, die Rekorde brechen, eine kindgerechte Wiedergabe der beindruckenden Lebensgeschichte der Künstlerin Frida Kahlo, Tipps, wie man mit Hänseleien umgeht oder Empowerment-Videos sind dort zu finden. Welches Team auch immer hinter der Konzeption der Inhalte steckt, hat sich mächtig ins Zeug gelegt und Content produziert, der sogar mich, als 28-Jährige interessiert und tatsächlich auch inspiriert – wie die #SorryReflexChallenge.

Barbie startet die #SorryReflexChallenge

„Wie oft hast du dich wohl heute schon für etwas entschuldigt, was gar nicht deine Schuld war? Jemand stößt dich auf der Straße an und du sagst ‚Sorry‘; dein Essen im Restaurant ist kalt, aber du entschuldigst dich beim Kellner, ihn darum bitten zu müssen, es aufzuwärmen.“ So erklärt Barbie ihren Abonnent*innen den Reflex, sich ständig zu entschuldigen. Mädchen würden dies öfter tun als Jungs, sagt sie weiter. Zu diesem Phänomen der übermäßig genutzten, weiblichen Entschuldigung findet man auf fast jeder Website deutscher Medienunternehmen untersuchende Artikel, wie beispielsweise bei der Süddeutschen. Darin werden die drei unterschiedlichen Sorry-Typen aufzeigt: „Die Hab-mich-lieb-Entschuldigung, die Harmonie um jeden Preis vorsieht. Die Tu-mir-nichts-Entschuldigung, bei der es darum geht, Streit zu vermeiden (…). Und die dritte Form der Entschuldigung: die überflüssige Ich-habe-versagt-Entschuldigung.“
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Doch auf Barbies Kanal eine so komplexe, soziale Eigenart aufgezeigt zu bekommen, damit hätten sicher die wenigsten Frauen gerechnet. Um das alles nicht zu verkomplizieren, ruft Barbie nach ein paar erläuternden Sätzen alle dazu auf, das Wort „Sorry“ einen ganzen Tag lang aus dem Wortgebrauch zu verbannen, um zu merken, wie inflationär die eigene Nutzung tatsächlich ist. „Versuche der Person auf der Straße statt einer Entschuldigung 'kein Thema', gepaart mit einem Lächeln zuzurufen und dem Kellner deinen Teller mit einem freundlichen ‚Danke, dass Sie mein Essen aufwärmen‘ zurückzugeben“, rät sie. „Es liegt so viel Power darin, sich anstelle einer Entschuldigung zu bedanken. Es ändert die Dynamik der Konversation.“

Ist Barbie jetzt woke Feministin?

Sich selbst nicht freiwillig kleiner zu machen, darum geht es Barbie in dem Aufruf und das ist eine sehr wichtige Message. Solche tollen Ratschläge für's Leben hat mir meine Gymnastik-Puppe damals nicht gegeben. Wenn Barbie auf YouTube jetzt auch noch ein wenig an der fehlenden Repräsentation diverser Körperformen, Hautfarben und kultureller Hintergründe arbeiten würde – in Puppenform gibt es sie schließlich schon in vielen Sizes und Shapes – wäre es ein fast perfekter Account. Vielleicht ja in der nächsten Folge von Woke Barbie, ich würde mich freuen und eventuell sogar abonnieren!
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