Zu wenig schwarz & zu viel gelacht: Sie haben es nicht ins Berghain geschafft

Erwähne nur das Wort Berghain vor irgendjemandem, der Clubbing, Berlin, Elektromusik oder eine Kombination dieser Dinge mag, und es wird eine verrückte Story folgen. Diese Institution lebt ihre eigene Kultur, setzt ihre eigenen Regeln und verfolgt ihre eigene Ideologie: Die Party fängt nicht wirklich vor 8 Uhr morgens an, du darfst keine Fotos machen – und zwar wirklich nicht: Am Berghain-Eingang kriegt deine Kamera einen Aufkleber aufgesetzt und wenn du versuchst ihn abzumachen, kommt aus dem Nichts eine dunkle Gestalt daher und reißt dir dein Handy aus der Hand. Alles andere, und zwar wirklich alles andere, ist drin erlaubt – in vielen Fällen sogar je verdorbener, desto besser.
Allerdings spielt hier auch, wie bei vielen anderen Clubs, dein äußeres Auftreten eine Rolle. Anders als in vielen anderen Wartesituationen, in denen in der Schlange stehst und bangst, ob du und dein Outfit es an der strengen Tür vorbei schaffen, geht es im Berghain nicht darum heiß oder begehrenswert auszusehen. Tatsächlich fährst du mit schwarzen Jeans und T-Shirts wohl am sichersten. High Heels hingegen werden dir mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ein Nein einbringen. Hinzukommt außerdem, dass es im legendären Technoclub keinerlei VIP-Zutritt oder Bottle Service gibt, der dir automatisch ermöglicht, an der Tür vorbeizukommen. Und ganz nebenbei ist man auch der Tagesstimmung des mittlerweile prominenten Türstehers Sven Marquardt ausgeliefert.
Die heiligen Gefilde des Berghain sind reserviert für all diejenigen, die elektronische Musik lieben – das heißt Minimal Techno und 90 Minuten lange House-Tracks, kein radio-freundlicher EDM-Cut. Und in diese Szenerie musst du eben auch passen. Was das heißt: Du sollst nicht aussehen wie ein Tourist, du sollst nicht aussehen, als hättest du es zu sehr versucht, aber auch nicht, als hättest du es gar nicht versucht. Verwirrt? Wenn ja, bist du damit nicht allein.
Das Fotografen-Duo ich + du (Bene Brandhofer und Leif Marcus) haben eines kalten Abends (oder eher Morgens?) für Thump Germany vor dem Berghain gecampt, um all diejenigen zu fotografieren, die vom Berghain abgewiesen wurden, um zu sehen, ob sie ein Muster oder einen gemeinsamen Grund für die Ablehnung finden könnten.

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