Du verstehst den Hype um Kryptowährungen nicht? Damit bist du nicht allein!

Illustration: Anna Sudit
Goldgräber-Stimmung im Freundeskreis, Kumpels checken alle paar Minuten die Kurse auf Coinbase. Sogar bei der Bar um die Ecke kann man nun in Bitcoins bezahlen. Und in den Nachrichten wird über die Automaten für Kryptowährung nebenan in der Schweiz berichtet – kommst du da mit? Oder ist der Hype-Zug irgendwann an dir vorbeigefahren und du fragst dich, ob du an der nächsten Haltestelle noch aufspringen kann? Ein Gefühl wie ‚Upsi, die anderen sind schon beim Nachtisch und ich bin gerade erst bereit für die Vorspeise’. Ganz ehrlich: Du bist nicht allein. Zwar reden alle vom Bitcoin-Boom, vom Geld der Zukunft, verstanden haben es aber längst noch nicht alle. Hier kommt der Einsteigerkurs für die digitale Kohle.
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Fangen wir ganz von vorne an: Bitcoin, was ist das?
Der Bitcoin ist eine Kryptowährung, also digitales Geld. Er wird in komplizierten Rechenprozessen erzeugt und dann auf Plattformen im Internet gegen klassische Währungen gehandelt. Das revolutioniert den Finanzmarkt, denn das Netzwerk ist frei und unabhängig von Banken, Zahlungsdienstleistern oder staatlichen Regulierungsbehörden. Außerdem ist das Bitcoinsystem inflationsgeschützt, da die programmierten Münzen nicht beliebig vermehrt werden können (im Gegensatz zu unseren Euro-Banknoten), sondern auf eine maximale Anzahl von insgesamt 21 Millionen begrenzt sind. Bitcoin ist weltweit zugänglich und innerhalb weniger Minuten überall und von jedem nutzbar. Die Anmeldung und die Handhabung sind praktisch so einfach wie die Erstellung eines E-Mail-Accounts. Der Bitcoin ist nicht die einzige Kryptowährung, sie war aber die erste und ist derzeit die wertvollste. Auch andere Digital-Währungen setzen auf die Blockchain-Technologie, zum Beispiel Ethereum, Litecoin, Ripple oder Dash.
Und alle reden von dieser Blockchain – was kann die?
Blockchain ist die Technologie, die dafür sorgt, dass die Währungen fälschungssicher sein sollen. Das ist eine Art Liste, in der alle Bitcoin-Bezahlvorgänge aufgeschrieben sind – quasi das goldene Kassenbuch. Die Datenbank wird chronologisch linear erweitert, vergleichbar einer Kette, der am unteren Ende ständig neue Elemente hinzugefügt werden. Ist ein Block vollständig, wird der nächste erzeugt. Jeder Block enthält eine Prüfsumme des vorhergehenden Blocks. Und weil es unzählige Kopien dieser Blockchain gibt, kann sie nicht manipuliert werden.
Wie und wo kann ich damit bezahlen?
Um mit Kryptowährung bezahlen zu können, muss ein Händler sie als Zahlungsmittel akzeptieren. Im letzten November kam wieder das Gerücht auf, dass Amazon das bald zulässt. Bestätigt ist noch nichts. Allerdings gibt es immer mehr Shops online und offline, die bei der Revolution mitmachen. Japan oder Australien haben den Bitcoin sogar als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Eine Übersicht der Akzeptanzstellen gibt es hier: https://www.btc-echo.de/bitcoin-akzeptanzstellen.
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Wie wertvoll sind Bitcoins?
Angebot und Nachfrage bestiment den Preis. Wer schon mal in die Kurse gespickt hat, sah die entsprechenden Kurven auf und ab gehen. Der Wert pro Münze variiert stark, grob zwischen 5000 und 20.000 Dollar. Es macht also keinen Sinn hier einen aktuellen Wert zu nennen, denn es ändert sich ständig.
Wie komme ich ans digitale Geld?
Zuerst braucht es das virtuelle Portemonnaie: die sogenannte Wallet. Das ist eine Software, mit der man Bitcoins versenden und empfangen kann. Das gibt’s auch als App fürs Smartphone. Die gekauften Bitcoins werden in der Wallet gespeichert. Und jetzt zum Kauf: Kryptowährungen werden auf speziellen Marktplätzen im Internet gehandelt. Es gibt sogar sogenannte Bitcoin-Makler, die die einzelnen Verkaufsseiten unter die Lupe nehmen und empfehlen. Anleger müssen sich anmelden und ihre Kontodaten hinterlegen; manche Anbieter ermöglichen den Bitcoin-Kauf auch per Kreditkarte.
Nur mal ein kleiner Teaser: Wenn du den Einsteigerkurs hinter dir hast, schlag mal das Wort Mining nach. Man kann Bitcoins auch selbst schürfen, einen neuen Block an die Blockchain anhängen.
Wie sicher ist das Ganze?
Fälschungssicher soll es ja sein, aber es lauern trotzdem Gefahren. Zunächst muss man eigene Fehler umgehen: Immer schön Backups machen und auf die höchste Sicherheit bei den Passwörtern setzen (Nichts da mit 1234). Wenn nämlich was passiert, ist die Kohle für immer futsch. Es gibt schließlich keine Bank, die netterweise etwas zurück überweist. Große Angst besteht bei Spekulanten, dass der Markt doch noch reguliert wird. Viele Länder fordern das, zumal den Behörden die notwendige Kontrolle bei Geldwäsche und anderen illegalen Aktivitäten fehlt.
Genau deshalb ist der Rat zum Spekulieren auch schwierig. Ob man jetzt noch reich werden kann mit dem richtigen Einsatz? Darüber lässt sich streiten. Aber es kann durchaus Spaß machen. Am besten steigt man nur ein, wenn es kein Weltuntergang bedeutet, wenn das Eingesetze eben wieder weg ist.
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