Business-Brief von Maru Winnacker: So funktioniert Social Business

Wie du als Unternehmerin die Welt ein Stück verbessern kannst? Einfach machen! Viele Gründerinnen kommen in letzter Zeit auf mich zu und wollen gerne etwas gründen, das einen gesellschaftlichen Sinn hat. Das finde ich sehr bemerkenswert und toll. Aber auch hier gilt, dass man voll und ganz begeistert von einer Idee oder einer Vision sein muss, bevor man startet.

So war’s bei mir:

Vergangene Woche hatte ich die Ehre, ein privates Dinner für Friedensnobelpreisträger Prof. Muhammad Yunus zu geben. Es war exakt zehn Jahre her, dass Prof. Yunus den Friedensnobelpreis für sich und die Grameen Bank erhalten hat.

Wie kam es dazu, dass ich Gastgeberin dieses besonderen Abendessens werden durfte? Meine Freundin Saskia Bruysten, die ich schon seit Schulzeiten kannte, hatte, zusammen mit Prof. Yunus, das Yunus Social Business gegründet. Ziel von Yunus Social Business ist es, Gründer und Gründerinnen zu finanzieren, die in Entwicklungsländern StartUps starten, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Verbesserung der dortigen Lebensbedingungen haben.

Ich verfolgte ihre Unternehmung schon seit Beginn und als wir uns im Frühjahr diesen Jahres wieder sahen, entstand die Idee, einen besonderen Kreis zu gründen: Denn, so Prof. Yunus, sind wir Unternehmer es, die die Welt verändern und ein Stückchen besser machen können! Und das stimmt. Man muss einfach nur mit offenen Augen durch die Welt gehen - und den ersten Schritt wagen! Umsetzen!

Wie meine Freundin Saskia. Ihr Lebenslauf ist beeindruckend. Top Studentin an der European Business School in Oestrich-Winkel, danach Unternehmensberaterin bei der Boston Consulting Group und anschließend noch London School of Economics. „Very straight forward” würde man in der Geschäftswelt sagen. Doch dann hörte sie fasziniert einem Vortrag von Prof. Yunus zu, kurz nachdem er den Friedensnobelpreis erhalten hatte. In ihrem Kopf entstand die Idee, dass sie ihren Beraterjob schmeißen musste und sich mit Social Business beschäftigen wollte. Sie jagte Prof. Yunus schier hinterher, verfolgte ihn fast auf alle Vorträge bis sie endlich einen Termin mit ihm bekam. Da überzeugte sie ihn, das Yunus Social Business mit ihr zu gründen. Mittlerweile wurden hier über 35 Social Business StartUps weltweit gegründet, die ihr Umfeld und die Lebensweise in der entsprechenden Entwicklungsregion ein Stück besser machen. Einfach faszinierend.

Das rate ich euch:

Wenn ihr begeistert von einer Sache seid, dann zweifelt nicht daran, ob ihr gute Gründerinnen seid.
Ihr wollt gerne ein Social Business starten oder ein Unternehmen, das einen solchen Ansatz in die Wertschöpfungskette integriert? Dann macht das! Hier ist vor allem eure Grundeinstellung wichtig. Tut dies nicht für die Presse, sondern für euch und vor allem die Projekte, die ihr damit unterstützen möchtet. Kunden merken, wenn man nur aus persönlichem Interesse an Ruhm gründet - und das kommt gar nicht gut an.

Wenn ihr ein geeignetes Projekt sucht, das ihr starten wollt, fangt klein an. Versucht nicht direkt das große Ding zu drehen. Das ist oftmals zu kompliziert und dann klappt es am Ende vielleicht gar nicht, weil es zu groß und komplex ist. Ihr braucht dafür ja auch geeignete Ressourcen - und diese sind im sozialen Bereich noch knapper. Macht die kleinen ersten Schritte, probiert aus, habt die ersten Erfolge und macht es dann größer. Wie bei einer Gründung auch.

Sharing is caring! Ich persönlich finde es toll, wenn sich Gründerinnen und Gründer mit sozialen Aspekten ihrer Geschäftsidee beschäftigen. Das muss nicht heißen, dass man auf jeden Fall ein soziales Projekt im Unternehmen starten muss. sondern damit meine ich, dass man sich beim Gründen direkt einfach ein paar weitere Gedanken zum Geschäftszweck macht. Bei meinem Unternehmen zum Beispiel ist es wichtig, dass wir, neben dem monetären Erfolg, vor allem nachhaltig und fair produzieren und lokale Fertigungsstätten erhalten. Kleine Umsetzung mit großer Wirkung.

Prof. Muhammad Yunus mit Saskia Bruysten (Gründerin von Yunus Social Business) und Maru Winnacker.
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