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„Papa ist weg“ – Was mit den Kindern von Sextouristen passiert

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Photo: Stéphanie Borcard & Nicolas Métraux/INSTITUTE
Als sie 2014 auf den Philippinen Frauen dokumentierten, die sich von der Sexarbeit befreien wollten, hörten die schweizerischen Fotografen Stéphanie Borcard und Nicolas Métraux zum ersten Mal von den tisoy. Diese Kinder haben philippinische Mütter, aber ausländische Väter; die meisten von ihnen kommen als Sextouristen ins Land und verschwinden nach ihrem Urlaub wieder.
„Die Kinder werdenin der Schule gemobbt und wachsen ohne Väter auf. Mache von ihnen idealisieren das fehlende Elternteil so sehr, dass sie YouTube-Videos von sich hochladen. Sie hoffen, dass sie so ihre biologischen Väter vielleicht finden. Normalerweise haben sie jedoch nicht genug Informationen über sie, um sie zu finden“, erzählen Borcard und Métraux Refinery29 per E-Mail.
Auf den sehrkatholischen Philippinen sind Abtreibungen illegal, Verhütungsmethoden teuer und die wachsende Armut ein Grund für Frauen, sich als Sexarbeiterinnen zu prostituieren. In Angeles City, einem Rotlichtbezirk voller Bordelle und Bars, suchen ausländische Touristen die sogenannte „Girlfriend Experience“ mit jungen Filipino-Frauen. Diese bezahlten Sexbeziehungen können Wochen, manchmal sogar Monate andauern.
„Es gibt einenormes Wohlstandsgefälle zwischen den Sextouristen und den Mädchen“, erklären Borcard und Métraux. Die Männer, die sie getroffen haben, erzählten oft von ihrer Einsamkeit; einige verdrängten sogar die Tatsache, dass sie ihr „Girlfriend“ für Sex bezahlten.
„Das Problem ist,dass die meisten dieser Männer nur für eine bestimmte Zeit im Land sind – normalerweise für einige Monate. Die Beziehung wird dann meistens über das Internet fortgesetzt, bis er wieder kommt. Hören die Männer aber von einer Schwangerschaft, für die sie verantwortlich sind, reagieren sie abweisend: ‚Woher soll ich wissen, dass ich der Vater bin?’“, so Borcard und Métraux.
Wenn die Männersich auf einen Vaterschaftstest einlassen und diese bestätigt wird, sind sie verpflichtet, einen monatlichen Unterhalt von etwa 10.000 philippinischen Pesos (213 USD) zu zahlen, bis das Kind 18 Jahre alt ist. Doch viele der interviewten Mütter erzählten Borcard und Métraux, dass die Männer sich dieser Verantwortung nicht stellten oder nach ein paar Zahlungen einfach verschwänden.
Die Frauen werden mit den Kindern alleine gelassen, und die wiederrum müssen sich ein Leben lang fragen, wer und wo ihr Vater ist. Borcard und Métraux haben die tisoy per Kamera für ihren Foto-Essay „Dad Is Gone“ fotografiert und die bewegenden Portraits mit Refinery29 geteilt.
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