Die Kardashians der Darmgesundheit

Illustration: Anna Sudit / Kimoji App
Total im Trend und derzeit so präsent, dass man kaum an ihnen vorbei kommt. Nein, gemeint ist nicht Hollywoods allgegenwärtiges Trio-Infernale um Kim, Khloé und Kourtney. Kimchi, Kombucha und Kefir sind derzeit in aller Munde. Und zwar buchstäblich. Fermentation ist das Stichwort: Milchsäurebakterien wandeln dabei den in natürlichen Lebensmitteln enthaltenen Zucker in Milchsäure um. Klingt fies, ist aber total super, denn in diesem Milieu können schlechte Fäulnisbakterien nicht existieren, die guten Milchsäurebakterien hingegen sprießen nur so. Gut, weil sie zur berühmten Familie der Probiotika gehören, welche die Darmflora aufbauen, was wiederum für das Immunsystem essentiell ist, befinden sich doch rund 80% unserer Abwehrzellen im Darm. Heißt: Wenn wir regelmäßig fermentierte Produkte genießen, werden wir nicht nur seltener krank, sondern tun auch was für eine schöne Haut, volle Haare und kräftige Nägel.
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Kimchi
Das koreanische Nationalgericht wird traditionell aus Chinakohl, aber auch aus anderen Kohlsorten, Rettich oder Wurzelgemüse wie Karotten, hergestellt. Gegessen wird es zu so gut wie jeder Mahlzeit, selbst zum Frühstück, und gilt als das Geheimnis hinter dem jugendlichen Aussehen koreanischer Frauen. Im Internet finden sich viele Rezepte, im gut sortierten Asiamarkt bekommt man ihn auch fertig zubereitet im Glas.
Kombucha
Vor einigen Jahren erlebte das fertig zubereitete Getränk einen riesigen Hype. Aufgrund der industriellen Massenherstellung kann man aber davon ausgehen, dass der Gesundheitswert wohl eher eine untergeordnete Rolle spielte. Kombucha ist fermentierter, süßer Tee, der mit dem so genannten Kombucha-Pilz versetzt und in Asien seit Jahrtausenden geschätzt wird. Den Pilz kann man selbst herstellen oder online kaufen.
Kefir
Die fermentierte Kuh-, Schafs- oder Ziegenmilch stammt ursprünglich aus Russland, wo sie schon Anfang des 20. Jahrhunderts von Ärzten zur Behandlung von Darmerkrankungen eingesetzt wurde. Traditionell wird die Milch dabei mit dem so genannten Kefirknollen versetzt, der unter anderem aus Fermentationsbakterien besteht. In Reformhäusern bekommt man Kefirferment auch in praktischer Pulverform.
Sauerkraut
Zwar gilt es als typisch deutsches Gericht, aber weit gefehlt: Schon die Römer und Griechen fermentierten Weißkohl, um so gesund durch den Winter zu kommen. Denn nicht nur die enthaltenen Milchsäurebakterien bringen das Immunsystem so richtig in Schwung – das saure Kraut gehört auch zu den Spitzenreitern der Gemüsewelt in Sachen Vitamin-C-Gehalt. Dazu ein paar Schupfnudeln und Speck, fertig ist das wohlig-wärmende Soulfood, das auch noch gesund macht.

Joghurt

Ähnlich wie Kefir ist Joghurt ein fermentiertes Milchprodukt reich an probiotischen Milchsäurebakterien. Neben Joghurt zählen auch andere Milchprodukte wie Butter, Käse, Frischkäse, Molke, Quark, Sahne, Buttermilch, Dickmilch und Schmand dazu. Joghurt kann leicht selbst hergestellt werden – so weiß man genau, was drin ist. Rezepte und Starterkulturen gibt es online zu bestellen. Im Grunde genommen kann jede Milch verwendet werden, einzig ultrahocherhitzte Milch eignet sich weniger, da zahlreiche Proteine im Zuge der Erhitzung zerstört wurden, die für die Herstellung von Joghurt aber benötigt werden.
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Eingelegte Gurken
Nein, damit sind nicht die Essiggurken aus dem Glas gemeint, die man im Supermarkt bekommt, sondern selbst eingelegte Salatgurken. Die Zubereitung ist einfach: 1 Salatgurke in dicke Stifte schneiden und diese in ein Weckglas oder anderes Glas mit Schraubverschluss geben. Mit Salzwasser aufgießen, dabei aber oben etwas Luft lassen, damit genug Platz für den Gärprozess ist. Als Faustregel gilt: 15 g Salz auf 1 Liter Wasser. Nach vier Tagen sind die Gurken fertig.
Brottrunk
Ist nicht jedermanns Sache, aber extrem darmgesund. Der Trunk entsteht durch Milchsäuregärung aus Bio-Vollkornsauerteigbrot und beinhaltet neben gesunden Darmbakterien auch viele Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Magnesium, die die Immunabwehr zusätzlich unterstützen, sowie unter anderem zahlreiche B-Vitamine und Vitamin C. Als langfristige Kur schützt Brottrunk nicht nur vor Erkältungen, sondern hilft auch bei Hautkrankheiten wie Akne. Dazu über zwei bis drei Monate (gern auch länger) ein bis drei Mal täglich 200 ml vor dem Essen trinken. Nase zu und durch – oder mit Wasser oder Saft verdünnen.

Miso
Dabei handelt es sich um eine fermentierte Würzpaste, die traditionell aus Sojabohnen hergestellt wird und vor allem in der asiatischen Küche zum Einsatz kommt. Der Überlieferung nach soll sie vor rund 1000 Jahren von buddhistischen Mönchen in China erfunden worden sein – heute bekommt man sie im Asialaden, aber auch im gut sortierten Bio-Markt. Es gibt verschiedene Sorten, die sich in Farbe und Geschmack unterscheiden: Je dunkler die Paste, desto würziger, aromatischer und salziger schmeckt sie. Gemixt mit etwas Sesam- oder Nuss-Öl und Wasabi schmeckt sie als Salatsauce hervorragend.
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