Warum die Wienerin Emily Cox der neue Kick-Ass-Star im US-Fernsehen ist

Foto: Jürgen Tap/Opel Automobile GmbH.
Als die weibliche Hauptrolle in „Jerks“ bewies Emily ihren schwarzen Humor und ihr Improvisationstalent wenn es um Geschlechterklischees geht. Sie spielte bereits das Gretchen in „Dutschke“ und eine Soldatin in „Polizeiruf 110“ – aber auch international gilt die Wienerin als neue Wunderwaffe für die starken Frauenrollen. Wir trafen die 32-Jährige in Hamburg zum Interview und sprachen über veraltete Stereotypen und Hollywood als Inspiration.
Emily, du spielst nicht nur bei Jerks die weibliche Hauptrolle, sondern auch bei „Last Kingdom“. Dort gehst du schon mal mit einer Axt auf bärtige Männer los. Was definiert für dich eine starke Frau?
Eine starke Frau ist für mich jemand, die sagt, was sie denkt. Eine Frau bei der Innen und Außen gleich ist. Eine Person, bei der die innere Haltung mit ihrem Handeln übereinstimmt. Nicht jemand, der das eine denkt aber sich ganz anders verhält. Stärke ist für mich Integrität. Stärke ist aber auch Selbstliebe. Wenn man sich selber liebt, ist man von Natur aus stark, weil man dann so ist, wie man ist. Man sagt was man denkt, man verfolgt seine eigenen Ziele und versucht sie durchzusetzen.
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Stärke muss nicht laut sein. Man muss nicht drauf los poltern um sich zu beweisen. Stärke kann auch leise sein. Stärke ist etwas Innerliches, eine innere Stabilität die einem versichert, das man okay ist, so wie man ist

Muss man sich als Frau mehr beweisen?
Ich glaube wenn man wirklich stark ist, muss man das niemanden beweisen. Dann hat man einfach Stärke und das spüren andere. Natürlich ist es ein Thema, dass Frauen sich mehr durchsetzen müssen. Es gibt viel weniger Regisseurinnen als Männer.
Du warst auch in der letzten „Homeland“-Staffel dabei und „The Last Kingdom“ ist auch eine US-Produktion – stehen noch weitere internationale Projekte an?Momentan bin ich sehr ausgelastet in Deutschland und Österreich. Ich mach jetzt noch die zweite Staffel von „Jerks“, die drehen wir ab August. Und danach einen österreichischen Kinofilm mit einer Regisseurin mit der ich einen meiner ersten Filme gemacht habe. Der Film hieß „Die Vaterlosen“ und sie heißt Marie Kreutzer. Der Film den wir nun zusammen machen wird ‚„Der Boden unter den Füßen“ heißen und ich spiele die Hauptrolle, darauf freue ich mich total, weil sie eine der coolsten Regisseurinnen ist, die ich kenne.
Macht es einen Unterschied, ob man hier in Deutschland arbeitet oder mit einem Hollywood-Team dreht?
Letzten Endes kochen alle mit Wasser. Ich finde das Arbeiten eigentlich nicht so anders, denn wie man Filme macht, ist im Prinzip überall gleich. Es geht immer um Menschen und um Geschichten. Natürlich ist die Größe anders. Hier in Deutschland sind vielleicht 30 oder 40 Leute am Set. Bei einer amerikanischen Produktion sind das dann schon mal 250 Leute und man hat riesige Maschinen für Special Effects. Die Dimensionen sind einfach größer. Oder man wird plötzlich erster Klasse nach Mexico-City eingeflogen um dort eine Pressekonferenz zu geben. Aber von der Essenz, von der Arbeit die man leistet, ist es genau gleich.
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Foto: Jürgen Tap/Opel Automobile GmbH
Das Interview mit Emily entstand im Rahmen der Fahrvorstellung des Opel Insigina Sports Tourer in Hamburg.
Ist dir wichtig, dass du auch international erfolgreich bist?
ensive Drehzeiten und dann gibt es immer mal wieder ein paar Wochen, wo man wirklich frei hat. Mir sind Beziehungen sehr wichtig. Und wenn ich Zeit habe, mache ich viel Sport. Eine Zeit lang habe ich Krav Maga gemacht, das ist Kampfsport. Dann hab ich aber wieder aufgehört, weil in meinen Verträgen oft drin steht, dass man so etwas nicht machen soll. Ich hab das eine Weile ignoriert, aber als ich dann beim Training der Erste die Nase gebrochen hat, habe ich aufgehört, weil ich dachte – das müsste ich dann schon erklären. Also hab ich aufgehört. Stattdessen geh ich ganz viel Laufen, Fahrradfahren mach Pilates und Yoga.
Ist dir wichtig, dass Du auch international erfolgreich bist?
Mir ist nicht wichtig, wo ich erfolgreich bin. Mir ist vor allem wichtig, Geschichten zu erzählen, die Inhalt haben und Figuren zu spielen, die etwas zu sagen haben. Ob der Film dann aus Amerika, England oder Deutschland kommt, ist dann nicht so relevant.
Wie wichtig sind dir Kritiken? Liest Du Dir so etwas durch?
Selten. Ich freu mich natürlich, wenn es Leuten gefällt, aber man darf sich davon nicht abhängig machen. Es gibt so viele unterschiedliche Meinungen. Ich glaube es ist für mich wichtig, eine Wahrheit zu finden und zu wissen, was ich gut finde. Ich möchte nicht die Meinung eines anderen über meine Meinung stellen, ich muss mir selber treu bleiben und darüber nachdenken was ich will und gut finde. Ich mach mich also nicht fertig, wenn jemand meine Arbeit nicht mag.
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