Nach meiner Trennung fällt es mir schwer, auf Kondome zu bestehen

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Kondome? Notwendig beim Daten. Doch nicht immer fällt es leicht, auf sie zu bestehen. Psychologin Berit Brockhausen erklärt, wieso Sie das trotzdem tun sollten.
Anke, 43: Nach meiner Trennung war ich ziemlich lang allein. Jetzt date ich wieder, und es fällt mir echt schwer, auf Kondome zu bestehen.
Berit Brockhausen: Woran liegt das? Weil Kondome an das unschöne Thema "sexuell übertrag­bare Krankheiten" erinnern? Und weil Sie mit Ihrem Wunsch klarmachen: "Egal wie attraktiv ich dich finde, ich kenne dich noch nicht und lasse mich noch nicht ungeschützt auf dich ein." Das ist realistisch, aber nicht sehr roman­tisch, und es bringt eine Störung in die aufregende neue sexuelle Begegnung. Oder gehören Sie zu den Frauen, die feinfühlig die Verunsicherung des Part­ners aufnehmen und sich mit ihm um die Störbarkeit seiner Erektion sorgen?
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Andererseits: Wenn Sie nichts sagen, ist der sexuelle Genuss auch nicht unge­stört. Sobald Sie sich der Lust hingeben wollen, wird sich mahnende Stimme der Vernunft einmischen und Ihnen den Spaß verderben. Und ja, Männer jenseits der 40 sind nicht mehr allzeit bereit, sondern brauchen für eine Erektion Entspannung und lustvolle Körperemp­findungen. Das ist doch eigentlich ge­nau das, was Sie auch wollen, oder?
Mit jeder ersten sexuellen Begegnung treffen Sie mit einem neuen Partner eine Entscheidung: Liefern wir hier ein Sexprogramm ab, bei dem jeder seine erwartete Leistung bringt? Auch wenn das bedeutet, Ängste und Unbehagen zu ignorieren und auf eine Menge Spaß zu verzichten? Oder wollen wir gemeinsam Sex mit Leib, Lust und Seele erleben?
Foto: Klaus Lange
Berit Brockhausen ist eine der führenden Psychologinnen Deutschlands, Expertin für Beziehungen und Buchautorin. Egal ob Sie Fragen zu Liebe, Familie, Freunden oder Nachbarn haben – hier bekommen Sie eine Antwort.
Was wollen Sie? Genießen oder funk­tionieren? Sie können Ihrem Date zei­gen, dass Sie Sex mit Vergnügen wollen, und dass das Kondom für Sie Hingabe ermöglicht. Sie können ihm vermitteln, dass Sie nicht an einem pflichtbewusst funktionierendem Penis interessiert sind, sondern an einem Mann, dessen sexueller Genuss nicht mit der Erektion steht und fällt. Sie können ihn auf eine Forschungsreise einladen, bei der beide Beteiligten erst einmal herausfinden, was sich gut miteinander anfühlt, an­ statt ihre erlernten Abläufe aneinander abzuspulen. Es ist Ihre Entscheidung.
Wenn Sie keine Lust mehr auf Sex nach Vorschrift haben, dann sind alle Männer, die Ihren Wunsch nach einem Kondom ablehnen, für Sie eindeutig nicht als Partner geeignet. Insofern ist das Verhüterli eine großartige Methode, um die Verehrer­-Spreu vom Bezie­hungskandidaten­Weizen zu trennen!
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