Es macht einen echten Unterschied, an welcher Stelle man seine Haarpflege aufträgt

Ob ihr den sanften Schwung von Strandwellen wie bei Beyoncé oder lieber einen glatten und geraden Stil à la Gwyneth anstrebt, das Haarstyling erfordert viele Entscheidungen — zum Beispiel, welche Produkte und Geräte man benutzen soll. Aber wenn man einen bestimmten Look erreichen will, sollte man auch wissen, auf welchen Teil des Haares man sich zu konzentrieren hat.

Die Stelle, auf die man den Fokus legt, ist entscheidend — ihr könnt eine Menge Zeit und Mühe sparen, wenn ihr wisst, wann ihr wo zu arbeiten habt. Im Folgenden fragen wir ein paar Top-Profis, wann man die Wurzeln, die Spitzen und wann das Dazwischen bevorzugt behandeln sollte.
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Fotografiert von Lauren Perlstein.
Die Wurzeln

In der Kopfhaut werden neue Haarfollikel gebildet und die Wurzeln verleihen dem Look Fülle und Halt. Weil dieser Bereich derart entscheidend ist, ist es wichtig, ihm sofort nach dem Duschen Aufmerksamkeit zu schenken. Ricky Pennisi, Gründer von RICI-Haarpflege für lockiges Haar, empfiehlt, beim Styling mit einem Produkt speziell für diesen Abschnitt des Haares zu beginnen.

“Ich trage einen Wurzel-Booster [er empfiehlt LiftIt-Schaumfestiger von ColorProof] [auf das Haar des Kunden] auf und trockne zuerst die Wurzeln, denn die Spitzen werden von allein schneller trocken”, erklärt Pennisi. “Kennt ihr das, wenn man die Haare an der Luft trocknen lässt und sie so komisch flusig und aufgeplustert werden? Das hält man besser von Anfang an unter Kontrolle.”

Trockene Wurzeln sind auch entscheidend dafür, dass euer Styling lange hält, denn wenn sie am Ende noch feucht sind, wird der ganze Look früher oder später in sich zusammenfallen. Nachdem man das Produkt aufgetragen hat, sagt Pennisi, sollte man das Haar an den Wurzeln mit den Händen anheben und direkt föhnen. Dann sollte man die Wurzeln mit einer Rundbürste fixieren, indem man das Haar mit der Bürste festhält und noch ein paar Sekunden lang heiß föhnt. Lasst den Bereich danach auskühlen und arbeitet euch so mit dem Föhn hinunter bis zu den Spitzen.

Wenn ihr einen fülligen Look anstrebt, empfiehlt David Mallett — der Mann, der für die Locken von Julianne Moore, Natalie Portman und Naomi Campbell verantwortlich ist —, ein bisschen des Produkts, zum Beispiel des Schaumfestigers, auch nach dem Föhnen auf die Wurzeln aufzutragen. “Wir heben die Wurzeln auch nach dem Föhnen ein bisschen an, um die Bewegung des Haares zu verstärken”, sagt Mallett. “Wir machen momentan viele Dauerwellen-Looks im Stil der Achtziger. Den Jim-Morrison-Look mit Locken, die das Gesicht einrahmen — sehr Boheme und cool.”

Aber nicht alle Produkte sind gut für die Wurzeln. An dieser Stelle wird das Haar am schnellsten fettig, also sollte man vermeiden, zu viel aufzutragen oder etwas zu feuchtigkeitsspendendes oder zu öliges zu benutzen. Wenn die Wurzeln ein bisschen ölig aussehen und ihr euer Haar trocken stylt, empfiehlt Mallett, ein wenig Trockenshampoo draufzuspritzen, um das Fett aufzusaugen.
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Fotografiert von Winnie Au.
Die mittleren Längen

Textur, Fülle und Locken entscheiden sich in den mittleren Längen. “Ich konzentriere mich auf die mittleren Längen, wenn wir aufgebauschte, große Föhnfrisuren im französischen Stil machen”, sagt Mallett. Für den voluminösen Brigitte-Bardot-Style benutzt er eine dicke Rundbürste für dicke Strähnen.

In diesem Bereich kommen die Heißgeräte zum Einsatz. “Mit einem Lockenstab oder einem Glätteisen kann man so ziemlich jede Wirkung erzielen”, sagt Mallett. “Wir machen Wellen, Strandlooks, große Locken, wirre Locken.” Für Haartypen, bei denen normalerweise kein Styling und keine Locken halten, wählt er für die Wurzeln engere Locken.

Pennisi sagt, dass die Dicke der Strähne beim Locken oder Glätten wichtig sei. “Je dicker die Strähne, um so weiter werden die Locken und um so weiter ist man von den Wurzeln entfernt.”

Was die Produkte betrifft, empfiehlt Pennisi, diesen Bereich des Haares zunächst zu schützen, ehe man Stylinggeräte verwendet. Er rät, durchweg ein Produkt gegen krauses Haar wie das RICI Velvet Serum oder Thirsty Styling Gel zu benutzen.

“Benutzt kein Glätteisen oder einen Lockenstab gegen krauses Haar”, warnt Pennisi. Er rät auch dazu, vor der Anwendung von Hitze, wenn das Haar noch feucht ist, ein Produkt zu nutzen, dass die Kopfhaut schützt und versiegelt (das Royal Blowout Heat Styling Spray von Oribe ist zum Beispiel toll). Wenn ihr fertig seid, sprüht für Haltbarkeit und Beweglichkeit ein bisschen Haarspray darauf.
Fotografiert von Lauren Perlstein.
Die Spitzen

Die Spitzen brechen am schnellsten — schlechte Spitzen bedeuten trockenes Haar, sagt Mallett. Sie sind am ältesten, also haben sie auch am meisten Schaden von Hitze, Haarprodukten und Umweltverschmutzung abbekommen. Meidet beim Benutzen von Heißgeräten die Spitzen und konzentriert euch auf die mittleren Längen. Beim Locken oder Glätten solltet ihr unten einen bis zwei Zentimeter auslassen.

Die Spitzen sind der Bereich, wo ihr weichmachendere, texturierendere Produkte wie Stylingcremes benutzen könnt (die Grooming Creme von Bumble and bumble ist toll dafür). “Für Glanz und klare Konturen konzentriere ich mich immer auf die Spitzen”, sagt Mallett. “Verreibt einen pfenniggroßen Klecks zwischen den Handflächen und arbeitet ihn in die Spitzen ein. Für eine stachelige Wirkung reibt ihr die Spitzen mit Daumen und Zeigefinger zusammen.”

Wenn ihr es lieber glatt und weich — statt stachelig und texturiert — möchtet, könnt ihr euer Haar bis ganz hinunter zu den Spitzen föhnen und dann ein Serum auftragen, um es zu versiegeln. Mallett benutzt zum Abschluss für die Spitzen das Hair Serum #DM027 seiner Marke; es sorgt für mehr Glanz und klarere Konturen.
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