Der Spiegel der Zukunft erspart die Anprobe & löst trotzdem kein Problem

Foto: Johanna Berghorn
Es gibt viele Dinge, die am Shoppen in der Stadt am Samstag nerven. Da wäre die Klimaanalge in der Mall, die gefühlt auf Eiszeit eingestellt ist. Dann sind da die gestressten Verkäufer*innen, die beim Sprint zwischen Lager und Stange mit ihren Kleiderbügeln in deinem Strickpulli hängen bleiben. Und von der Schlange an der Kasse wollen wir gar nicht erst anfangen. Die größte Frustration erleben viele jedoch dort, wo das neue Lieblingsteil zum ersten Mal anprobiert wird. Mit Neonröhren, Staubflusen und schlecht verschließbaren Türen bietet die Umkleidekabine alles, was man braucht, um sich im Kleid der Begierde mindestens unwohl zu fühlen. Kein Wunder, dass der Onlinehandel immer weiter wächst und die Versandservices überlastet sind.
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Jetzt soll der Fashion Zone Mirror Abhilfe schaffen. Die neue Erfindung scannt das Gegenüber und überträgt dann ausgewählte Outfits auf das Spiegelbild. Du musst dich also nicht mal umziehen und erfährst trotzdem, ob dir die Punktebluse steht und in welcher Größe du sie brauchst. Mit Handbewegungen kannst du die Looks wechseln. Nebenbei spielt der Spiegel sogar Musik, um die Laune beim Shoppen zu heben. So kannst du dich in Ruhe entscheiden.
Die ersten Fashion Zone Mirros werden im Frühjahr/Sommer 2019 in Rostock präsentiert. Benjamin Kühn, Geschäftsführer der adcada GmbH, erklärt den Reiz des Konzepts so: „Wir ersparen dem Kunden damit den mühseligen Kleiderwechsel auf engem Raum. Die meisten Menschen haben keine Lust mehr dazu. Der Online-Versand wächst ja nicht ohne Grund so stark.”
Klingt spannend und natürlich hätte ich Lust diese Neuerung auszuprobieren. Letztlich braucht man so viel High-Tech vielleicht nicht. Denn eigentlich könnte man die Anprobe doch so effizient lösen, wie der Kleiderwechsel eben sein sollte. Wenn man mit dem eigenen Spiegelbild nicht schlecht ausgeleuchtet klar kommt, dann liegt das Problem vielleicht nicht beim Store oder beim Label.
Das Sprichwort Don't shoot the messenger (also den Boten nicht für die schlechte Nachricht verantwortlich machen) kann man hier eigentlich auf den Spiegel anwenden. Letztlich kann der doch genauso wenig dafür, wenn die Jeans nicht perfekt sitzt wie dein Körper oder die Neonröhren. Und wenn du vom gestressten Rennen durch die Geschäfte abgehetzt aussiehst, dann gehört das eben dazu. Es gibt sowieso fast immer schlimmeres. Deinen Ssamstag solltest du dir jedenfalls nicht so einfach verderben lassen. Mit einem Lächeln im Gesicht steht dir das neue Lieblingsteil so oder so besser. Und das Gefühl ein Material auf der Haut zu spüren, kann dir auch kein Fashion Zone Mirror vorspielen.
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