Durchbruch in der deutschen Filmbranche: Nach #MeToo wird den Opfern jetzt wirklich geholfen

Foto: gettyimages/ Franziska Krug
Die Fälle Harvey Weinstein und Kevin Spacey gaben dem #MeToo-Movement in den USA Schwung. Die Anschuldigungen gegen Dieter Wedel und unzählige weitere Beispiele von sexueller Belästigung und sexualisierter Machtausnutzung in der Unterhaltungsbranche (und jeder anderen!) spülten die Welle nach Deutschland.
Ein Beweis dafür, dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema tatsächlich in der Lage ist, Änderungen zu bewirken und das Entstehen neuer Plattformen und Anlaufzentren inspiriert, ist folgendes geplantes Projekt der deutschen Filmschaffenden: die erste externe Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Belästigung, Gewalt und Diskriminierung der deutschen Film- und Fernsehbranche. Wie heute bekannt wurde, haben sich mehr als zwölf Berufs- und Branchenverbände nach einem Treffen im Dezember zusammengeschlossen, um gemeinsam einen Platz für Gespräche, Beratung für Hilfesuchende und Interessierte zu schaffen. Diese soll Mitte März in Berlin ihre Arbeit aufnehmen können.
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Zu ihren Aufgaben gehört nicht nur die Beratung von Betroffenen und Opfern sondern auch die anonymisierte Dokumentation und Analyse von Fällen sowie die Ausarbeitung und Entwicklung präventiver Maßnahmen.
Wie wichtig ein offener Diskurs mit diesem Thema ist, bestätigt auch Anne Leppin, Geschäftsführerin der deutschen Filmakademie: „Die Debatte über den Missbrauch muss geführt werden – auf Basis verlässlicher Grundlagen. Zurzeit sind noch viele Fragen offen. Die Stelle soll helfen, sie zu beantworten. Sie soll neben der Beratung auch sortieren, einordnen und uns einen sachlichen und fundierten Überblick über die Situation in unserer Branche geben.“
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