Roh & unzensiert: 7 Fotos zeigen die Seite des Stillens, über die keiner spricht

Photographed by Leah DeVun.
Wer oder was schießt einem in den Kopf, wenn man ans Stillen denkt: Eine ruhige, götterhafte Mutter, die wunderschön aussieht, während sie ihr ebenso wunderschönes Baby stillt? Oder eine abgekämpfte Mutter, die in der Öffentlichkeit völlig genervt ihr Oberteil zum Stillen hochzieht und dafür in den sozialen Medien verurteilt wird? Und nächste Frage: Gehört zum Bild des Stillens eine Brustpumpe oder ein mit abgepumpter Muttermilch gefüllter Kühlschrank?
Für viele Frauen spielt die Frage, wie man sein Kind mit technischen Hilfsmitteln ernähren oder zurück an den Arbeitsplatz kehren kann, bis zur Geburt eine untergeordnete Rolle. Es ist sogar so, dass die meisten Menschen dazu tendieren, diese Hilfsmittel zu vergessen, wenn sie auch nur ans Stillen denken. Dieser Wahrnehmung – dass das Muttersein ein müheloses, natürliches Unterfangen zu sein hat – will Fotografin und Mutter Leah DeVun in ihrer Serie The Age Of Mechanical Reproduction entgegenwirken.

Mutter-Shaming: Stillen kann gesellschaftlichen Druck auf die Mutter auslösen

„Wie Frauen ihre Kinder erziehen oder gar stillen wird von vielen Seiten oft kritisch betrachtet,“ erklärt DeVun gegenüber Refinery29. „Leute sind wirklich wahnsinnig involviert in die Entscheidungen, die Frauen über ihre Körper treffen und welche möglichen Auswirkungen das auf ihre Kinder haben könnte.“
Ihre Fotos zeigen Frauen beim Stillen – nüchtern, ohne dabei abstoßend oder performativ zu wirken. Sie porträtieren schlichtweg Frauen, „die schnörkellos sind und schnörkellose Dinge tun,“ sagt DeVun. Sie hofft, dass ihre Fotos zu der aufsteigenden Protestwelle gegen Mutter-Shaming beitragen, indem sie zeigen, dass es keine richtige oder falsche Art und Weise gibt, sein Baby zu stillen.

Die Bilder zeigen die Seiten des Stillens, über die keiner spricht

In Bezug auf die öffentlichen Reaktionen auf ihre Bilder erklärt DeVun, dass sie viel positives Feedback für ihre Bemühungen erhlaten hat, das Muttersein diverser darzustellen. Andererseits haben sich andere aber auch auf den – wie sie es nennt – „iiih-Ekelfaktor” eingeschossen, oder schlichtweg auf die Tatsache, dass diese Fotos definitiv NSFW, also unangemessen und zu explizit für den Arbeitsplatz, seien. Diese Art der Reaktionen verfehlen aber den eigentlichen Punkt ihrer Arbeiten. DeVun glaubt trotzdem daran, dass ihre Bilder dabei unterstützen, eine Diskussion darüber zu entfachen, was von Müttern eigentlich erwartet wird. „Auch wenn die Leute ziemlich kontroverse und vor allem emotionale Meinungen über meine Bilder haben, denke ich doch, dass es mehr als wichtig ist, diese Konversationen überhaupt in einem öffentlichen Raum zu führen,“ sagt sie.
In der Slideshow sieht man eine Bildauswahl der Serie In The Age Of Mechanical Reproduction.

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