Alles Fake bei Pornos & 50 Shades? So hören sich weibliche Orgasmen wirklich an

Wie hören sich Frauen beim Orgasmus wirklich an?
Wenn wir Pornos und Fifty Shades of Grey glauben, kommen Frauen immer. Und zwar ganz easy durch vaginale Penetration, minutenlang und stets inklusive lautem Stöhnen und Schreien. Fiktion, die nicht nur unsere Fantasien beeinflusst, sondern eben auch unsere Orgasmen, bewusst oder unterbewusst. Auslöser, Zeitpunkt, Gesichtsausdruck, Dauer, Klang: Das beste Gefühl überhaupt wird zu einer kopierten, eingeübten Darbietung, dem Partner oder der Partnerin angepasst, um im unrealistischen Idealfall noch mit ihm oder ihr gleichzeitig zu kommen. Oder zumindest so zu tun.
Die Wahrheit ist jedoch genauso beruhigend wie traurig: Nur etwa die Hälfte aller heterosexuellen Frauen hat beim Geschlechtsverkehr überhaupt einen Orgasmus, bei den homosexuellen und bisexuellen Frauen sind es immerhin ein wenig mehr. Außerdem kann lediglich jede fünfte Frau allein durch Penetration zum Orgasmus kommen.
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Die Meisten betrachten Sex in Pornos als unrealistisch

Die Gründerinnen des Erotik-Onlineshops Bijoux Indiscrets haben auch den Einfluss sexueller Fiktion auf unsere Realität genauer untersucht und eine Studie mit folgendem Ergebnis herausgebracht: Die Mehrheit der befragten Frauen und Männer betrachtet den Sex in Pornos als unrealistisch und über 60 Prozent der Teilnehmer wünschen sich, dass der Sex, den sie haben, mehr ist als das, was sie sich abends beim Masturbieren angucken.
Natürlich gibt es mittlerweile schon einige alternative Porno-Websites und immer mal wieder eine virale Fotostrecke, die zeigt, wie Gesichter beim echten Orgasmus aussehen. Doch die Studie zeigt auf, dass erotische Filme in den Köpfen und Betten vieler Menschen nicht nur das tun, was sie sollen, nämlich erregen und inspirieren, sondern auch unnatürliche und überzogene Erwartungen schaffen. Inklusive immer perfekt rasierter Bikinizonen, Anal Bleaching und dauerhaft stöhnender Sexpartnerinnen.

Eine virtuelle Bibliothek weiblicher Orgasmen

Um Frauen von dem Gefühl zu befreien, im Bett den perfekten Porno-Orgasmus aufführen zu müssen, haben die Gründerinnen von Bijoux Indiscrets im Anschluss an ihre Studie die Orgasms Library ins Leben gerufen – eine virtuelle Bibliothek der weiblichen Höhepunkte. Auf der Website findet man bereits über 600 Audio-Dateien, die Frauen von überall auf der Welt während der Selbstbefriedigung oder beim Sex aufgenommen und anschließend dort hochgeladen haben. Sie tragen Namen wie „6th in a Row“, „Weed and Dildo“ oder „Afternoon Delight“ und sind ohne Anmeldung und Gebühr für jeden frei zugänglich. Die Orgasmen sind mal laut, mal leise, mal schnell, mal langsam und erfüllen so ganz nebenbei das Ziel des Projekts: Die Darstellung der weiblichen Lust in Pornos und Popkultur zu hinterfragen und zu zeigen, dass der Orgasmus einer Frau genauso einzigartig ist wie sie selbst.
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Wer möchte, kann sich in der Orgasms Library aber nicht nur hunderte befriedigende Momente anhören, sondern auch vollkommen anonym seinen eigenen hochladen – und so anderen Frauen dabei helfen, sich beim nächsten Mal einfach fallen zu lassen, in das schönste aller Gefühle.
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