Freitags kommt Frau P. – Eine Hymne an meine Freundinnen

Hier gibt’s jede Woche Highlife in Tüten.

Wer ist Frau P.? Die Berliner Autorin treibt es gern bunt, bekennt immer Farbe und wird (was sie selbst ärgert) immer noch rot. Sie ist laut, ihr Rostkehlchen-Lachen (lieblich ist anders…) unüberhörbar. Sie hasst Langeweile, Ja-Sager und Männer ohne Eier. Dafür liebt sie Rührei mit Speck.

Nichts ist wertvoller als ein starkes Netz aus echten Freundinnen. Das dich auffängt, wenn du traurig bist und dich völlig verloren fühlst. So wie ich nach meiner Rückkehr aus einer völlig anderen Welt… Der Aufprall in Deutschland war knallhart. Das Grau in Grau passte so gar nicht in meine bunte Gefühlswelt.

Schon auf dem Rollfeld in Frankfurt wurde ich überrollt von meinen Emotionen. Ich konnte nicht mehr an mich halten und fing an hemmungslos zu weinen. Mein Sitznachbar Signore Rossi reichte mir schweigend ein Taschentuch. 1A, nicht nur sein Sitz. Er war ein wahrer Gentleman. Wir beide saßen in einem Boot: beide im Condor-Flieger zurück von Martinique nach Hause, beide waren wir segeln in der Karibik. Beim Blick auf seine Bordkarte musste ich sofort an „Herr Rossi sucht das Glück“ denken, was ich als Kind in den 80ern so gern gesehen habe.

Ich war im Paradies gar nicht auf der Suche nach dem großen Glück gewesen. Aber ich fand es, in den kleinen Dingen. Seit Jahren habe ich mich nicht mehr so unbeschwert, frei und lebendig gefühlt. Wir schwammen nachts in leuchtendem Plankton, wir tanzten an Deck zu Manu Chao, The Fugees und The Police, wir blickten auf die unendliche Weite des karibischen Meeres. Meine Seele musste irgendwie auf Martinique ihren Anschlussflug verpasst haben, so sehr schmerzte die Ankunft in Deutschland. Wie ich es zuletzt 2007 nach meiner Rückkehr aus Neuseeland gespürt hatte.

„Was auch immer mit dir ,da drüben’ passiert ist: Schätze dich glücklich, mein Kind, dass du immer wieder diese wunderbaren Erlebnisse in Bildern hervorrufen kannst, das ist ein Geschenk“, sagte mein Vater, den ich vor dem Weiterflug nach Berlin telefonisch in meine Gefühlswelt zog.

Wenn man überrannt wird von seinen Emotionen, wenn man selbst meint, so gar nichts mehr zu verstehen (obwohl eigentlich alles so klar ist), sind da diese ganz besonderen Menschen, die dir bei der Übersetzung helfen. Wie meine Eltern oder meine besten Freundinnen. Die mich spüren, die mich (er)kennen: „Deine zwei Wochen waren wie im Märchen, jetzt fährst du zurück in die ,andere Welt’. Natürlich musst du da weinen, vielleicht auch weil es lange nicht mehr so schön war. Dein Herz steht einfach unter Schock“, schreibt mir einer dieser wunderbaren Menschen in meinem Leben. „Wenn wir uns in Berlin sehen, drücke ich dich erst einmal ganz fest!“

Dies ist eine Hymne an meine Girls, an meine Mädels, an meine Elsen, an meine Soulsistas! Jede einzigartig auf ihre Art und Weise, alle gleich wertvoll. Danke, dass es Euch gibt! Es wird viel zu selten „Danke!“ oder „Schön, dass es dich gibt“ gesagt.

Je älter ich werde, desto mehr weiß ich, den Moment und das Leben zu schätzen, desto öfter nehme ich meine Liebsten in den Arm. Und sage lieber einmal zu viel als zu wenig, wie lieb ich sie habe. Na klar, klingt das geschrieben kitschig. Man könnte auch sagen, dass ich ganz schön gefühlsduselig bin. Stimmt sicherlich auch. Na, und?! Es macht so glücklich Liebe zu teilen, sich bewusst zu sein, dass man geliebt wird und liebt. Und zwar bedingungslos.

Deine Freundin lässt dich sein, wie du bist. Mit all deinen Macken und Fehlern. Sie will dich nicht ändern, belehren oder verbessern. Sie ist an deiner Seite, wenn du in der Scheiße sitzt. Sie stärkt dich, wenn du schwach bist. Sie bringt dich zum Lachen, wenn du am Boden liegst. Sie lenkt dich ab, wenn dein Kopf im (Liebes-)Chaos ertrinkt.

Meine besten/engsten/längsten (wie man es auch definieren will) Freundinnen wohnen in Hamburg, Berlin und New York. Egal, wie weit weg sie sind, sind sie mir immer nah. Das macht echte Freundschaft aus. Dass man im Herzen miteinander verbunden ist.

DANKE!
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