Wie du dich beim Oralsex gegen Geschlechtskrankheiten schützen kannst

Foto: Nicolas Bloise.
Dass die sexuelle Aufklärung hierzulande zu wünschen übrig lässt, ist kein Geheimnis. Es gibt allerdings eine Regel, von der mittlerweile jede*r gehört haben sollte: Kondome benutzen. Wir alle wissen, dass Kondome bei Vaginalverkehr das Risiko von Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaften reduzieren und auch Analsex zu einer einigermaßen sicheren Angelegenheit machen. Aber was ist eigentlich mit Oralsex?
Wenn es um Kondome geht, denken die meisten zuerst an Penetration, und von einem Blowjob ist schließlich noch niemand schwanger geworden. Trotzdem ist es auch bei Oralverkehr wichtig, sich zu schützen, da du dir auch hier Geschlechtskrankheiten einfangen kannst.
Es ist nicht ganz klar, wie riskant ungeschützter Oralsex ist, denn viele Menschen, die sich gegenseitig oral befriedigen, haben danach auch Vaginal- oder Analsex. In diesen Fällen kann man nicht genau nachweisen, ob die Geschlechtskrankheit vom Fellatio (die orale Stimulation des Penis) beziehungsweise Cunnilingus (die orale Stimulation der Vulva), von der anschließenden Penetration oder von beidem herrührt. Trotzdem ist bekannt, dass Geschlechtskrankheiten sich über Oralverkehr verbreiten. Zu diesen Krankheiten gehören: Chlamydien, Gonorrhoe (auch bekannt als Tripper), Syphilis, Herpes, Humane Papillomviren (HPV), Trichomoniasis und HIV.
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Wie schützt man sich beim Oralverkehr vor Geschlechtskrankheiten?

Jemanden oral zu stimulieren, deren oder dessen Vagina, Penis oder Rektum infiziert ist, kann dazu führen, dass die Krankheitserreger von Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis, Herpes oder Humanen Papillomviren in den Hals gelangen. Diese Krankheitserreger können dann wiederum, wenn man eine*n andere*n Partner*in oral befriedigt, auf ihre oder seine Genitalien übergehen. Bei Krankheiten wie Chlamydien oder Gonorrhoe gibt es manchmal außer leichter Halsschmerzen oder kleiner Wundstellen an den Lippen, im Mund oder auf der Haut keine auffälligen Symptome. Das Perfide ist, dass der oder die bereits infizierte Partner*in oft nichts von der Geschlechtskrankheit und um die eigene Ansteckungsgefahr weiß, da die Symptome nicht zwangsläufig auftreten. Daher empfiehlt es sich, nur dann ungeschützten Oralsex mit deine*r festen Partner*in zu haben, wenn ihr beide negativ auf Geschlechtskrankheiten getestet wurdet und außerhalb eurer Beziehung nicht sexuell aktiv seid. Für alle anderen heißt es, sich zu schützen.
Und wie schützt man sich während des Oralverkehrs? Auch hier werden den meisten wahrscheinlich zunächst Kondome in den Sinn kommen. Aber die funktionieren nur dann, wenn man jemanden oral befriedigt, der einen Penis hat. Alle anderen, die Cunnilingus oder Anilingus (Oralsex am Anus) praktizieren, können mit Kondomen herzlich wenig anfangen. Wo wir wieder bei der miserablen sexuellen Aufklärung vom Anfang wären: Keiner sagt einem, wie man sicheren Oralsex außerhalb von Fellatio haben kann!
Wir schaffen Abhilfe: Nutzt einen Dental Dam, auch als Lecktuch, Kofferdam oder Oralschutztuch bekannt. Das ist ein dünnes Quadrat aus Latex oder Polyurethan, dass man über die Vulva oder den Anus legen kann. Normalerweise werden sie dort verkauft, wo man auch Kondome bekommt, aber wer keine finden kann, der kann sich auch selbst einen Dental Dam basteln. Dafür schnappt man sich einfach ein Kondom, schneidet es oben und unten ab und dann nochmal an einer Seite des Schlauchs auf, und man erhält ein Rechteck aus Latex. Normale Kondome können manchmal etwas nach Plastik schmecken, deswegen bieten sich auch Kondome mit Geschmack an.
Der Gedanke, die Genitalien seine*r Partner*in mit Latex zu bedecken und sie dann ‚von außen‘ zu befriedigen, mag anfangs eher nach Moodkiller klingen. Hier rät Gynäkologin Nicole Williams: „Dass Latex das Lustgefühl zwangsläufig mindert, stimmt einfach nicht. Ein Gleitgel auf die Seite des Dental Dams aufzutragen, die auf den Genitalien liegt, kann die Lust sogar noch steigern.“ Und sicher ist es noch dazu!
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