Warum es kein Gewehr-Emoji geben wird

Emojipedia
Morgen ist es soweit: Am 21. Juni werden 27 neue Emojis veröffentlicht. Dass sich zwischen Avocado, Nashorn und Selfie-Arm kein Gewehr mehr befindet, ist wohl Apple zu verdanken. Das berichtet Buzzfeed und beruft sich auf ein Mitglied von Unicode Consortium, der Organisation hinter den Emojis. Neben Apple hätte auch Microsoft deutlich gemacht, ein Gewehrdesign nicht auf den jeweiligen Betriebssystemen zu dulden. Laut Emojipedia wurde der Beschluss schon Anfang Mai beim letzten offiziellen Treffen der Mitglieder gefasst.

Wer alles über die Emojis mitentscheidet, die letztendlich auf unseren Smartphones landen?

Unicode Consortium selbst ist eine Non-Profit-Organisation, die sich rein aus Mitgliedsbeiträgen finanziert. Die Unicode-Norm ist ein internationaler Standard für die digitale Darstellung von Text und Schriftzeichen. Mitglied des Konsortiums werden kann grundsätzlich jede Privatperson oder Organisation, die sich an seiner Erweiterung beteiligen möchte. Neben Apple und Microsoft gehören unter anderem auch Google, IBM, Yahoo und Facebook zu den ordentlichen Mitgliedern.

Vorschläge für neue Emojis einreichen kann jeder – sofern man die Rechte über das eigene Design verfügt. Die Unicode-Mitglieder treffen sich vierteljährlich. Ob ein Emoji für eine der nächsten Veröffentlichungen berücksichtigt wird, entscheidet sich dort. Die wichtigsten Kriterien können auf der Website nachgelesen werden: Kompatibilität, erwartetes Nutzungspotential, Unverwechselbarkeit, Vervollständigungspotential und eine hohe Nachfrage gehören dazu.

Das Gewehr-Emoji gehörte ursprünglich zur Kategorie neuer Motive für die Olympischen Spiele in Rio. Auch das Emoji-Design für modernen Fünfkampf, das ein Gewehr involvierte, wurde wieder von der Liste der bestätigten Motive genommen.

Buzzfeed
gegenüber bestätigte Unicode-Consortium-Präsident Mark Davis, dass das Gewehr nicht auf den Emoji-Tastaturen zu finden sein wird, jedoch in der Datenbank von Unicode bleibt. Die Debatte der Mitglieder ist ein erster Schritt, ein klares Statement gegen Waffen sieht aber anders aus – vor allem, weil bereits ein Pistolen-Emoji existiert, zu dem bisher keine Änderung bekannt ist.
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