Endlich: Greenpeace berichtet, dass die Textilbranche umweltfreundlicher wird

Foto: Lance Lee/Greenpeace
Wenn es um unsere Umwelt geht, sind wir katastrophale Nachrichten längst gewohnt. Umweltverschmutzung bringt mehr Menschen um als Kriege und Gewalt, Plastik überschwemmt die Weltmeere und nimmt den Tieren ihren Lebensraum und Kosmetikprodukte schädigen mit ihren Inhaltsstoffen und deren Anbau die Wälder. Doch Greenpeace verkündet heute zur Abwechslung endlich mal gute Nachrichten. Und das sogar in Zusammenhang mit der Textilindustrie, die aktuell durch Fast-Fashion-Wahn, menschen- und umweltverachtende Produktionsbedingungen und Wegwerfmentalität besonders in Verruf steht.
Laut dem neuen Report Destination Zero hat die Textilindustrie in den vergangenen sieben Jahren tatsächlich eine Entgiftung durchgemacht. Detox schreibt sich nicht nur gefühlt jede*r dritte Berliner*in spätestens Montagmorgen auf die To-Do-Liste, sondern auch große Unternehmen wie Puma, Lidl, H&M und Zara. In Deutschland haben 30 Prozent des Textilmarktes die Vereinbarung von Greenpeace unterschrieben.
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Die Detox-Verpflichtungen wirken und entlarven die Ausreden des schmutzigen Rests der Branche.

Aber worum geht es genau? Bis 2020 soll die Produktion von Kleidung ohne giftige Chemikalien vonstatten gehen. Die Lieferketten müssen transparent gestaltet werden. Elf der für Umwelt und Gesundheit schädlichsten Stoffe werden aus der Herstellung verbannt. Auf 72 Prozent der per- und polyflorierten Chemikalien, die Fortpflanzungshormone verändern, wird bereits verzichtet.
Textilexpertin Viola Wohlgemuth von Greenpeace sagt zur Entgiftung der Textilindustrie: „Zu Beginn der Kampagne taten Unternehmen und Politik unsere Forderung nach giftfreien Kleidern als unrealistisch ab. Doch die Detox-Verpflichtungen wirken. Und sie entlarven die Ausreden des schmutzigen Rests der Branche. Unternehmen können und müssen sich am neuen giftfreien Standard messen lassen.“
Hat unsere Umwelt also doch noch eine Chance? Jetzt wünschen wir uns internationale Lösungen. Selbst China, der weltweit zweitgrößte CO2-Verursacher, hat strengere Schadstoffkontrollen eingeführt. In die EU dürfen ab 2020 keine Textilien mehr importiert werden, die die hormonell wirkende Chemikalie Nonylphenolethoxylat (NPE) enthalten. Auch krebserregende Stoffe stehen auf der Agenda der EU. Da möchte man doch direkt mal klatschen. Wir zählen jedenfalls die Tage, bis in der Modebranche bei Zero niemand mehr an eine Konfektionsgröße denkt.
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